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21. November 2021

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- Bürgermeisterin Elke Kahr im Interview - Stadt Graz in Frauenhand - Schon jetzt mehr tödliche Straßenverkehrsunfälle als im Vorjahr - Judenstern-Sticker schockt Graz - Fußballstar Wolfgang Mair ist Künstler Kowalski

graz 4 graz

graz 4 graz www.grazer.at 21. NOVEMBER 2021 4 redaktion@grazer.at & 0316 / 23 21 10 Das Bild, das wir abgegeben haben, war erbärmlich.“ Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer reflektierte die letzte Woche in der Politik und ist froh, dass jetzt alle wieder an einem Strang ziehen. LUEF „Leute wissen, dass sie Sport- und Kulturlandesrat Christopher Drexler TONI MUHR Sport & Kultur unterstützen ■ Sport- und Kulturlandesrat Christopher Drexler will unterstützen: „Es gilt nun die kommenden Wochen gemeinsam zu meistern. Wir werden daher die Service-Stellen des Sport- und Kulturressorts, die wir schon zu Beginn der Pandemie im März des vorigen Jahres eingerichtet haben, aktivieren, um offene Fragen aus den Bereichen Sport und Kultur zu klären. Ebenso wollen wir unseren Förderungsnehmern weiterhin die größtmögliche Flexibilität in der Abwicklung zusichern.“ Noch bis 28. November können Grazer ihre Meinung äußern. GETTY Graz-Umfrage zur Mobilität ■ Das Verkehrsgeschehen in die richtigen Bahnen zu lenken, ist Aufgabe der Grazer Verkehrsplanung. Man muss aber auch wissen, wo man steht. Aus diesem Zweck gilt es das Mobilitätsverhalten der Grazer Verkehrsteilnehmer genau zu kennen. Dafür gibt es die „Mobilitätserhebung der Grazer Wohnbevölkerung“, die seit 1982 wichtige Daten liefert. Die letzte war im Jahr 2018. Interessierte können erstmals noch bis 28. November auch online daran teilnehmen. INTERVIEW. Am Mittwoch wurde KP-Chefin Elke Kahr als erste Grazer Bürgermeisterin angelobt. Wir haben sie zum ausführlichen Gespräch gebeten. Von Tobit Schweighofer tobit.schweighofer@grazer.at Graz ist das erste Mal unter kommunistischer Leitung. Bei aller Aufbruchstimmung macht das auch vielen Menschen Angst. Verstehen Sie diese Sorgen und was richten Sie ihnen aus? Kahr: Ich habe in den letzten Tagen und Wochen zahlreiche E-Mails, Briefe und Anrufe bekommen, die fast ausschließlich positiv sind. Ich habe mich sehr darüber gefreut, aber habe leider noch nicht alle beantworten können. Die Grazerinnen und Grazer kennen mich – ich bin seit 1993 im Gemeinderat und seit 2005 Stadträtin. Sie wissen, dass sie sich vor mir nicht fürchten müssen. Ablehnung erfahre ich lediglich aus diversen Parteizentralen, die mich in Facebook-Postings zusammen mit Josef Stalin abbilden. Sie haben angekündigt, dass in Ihrem Budget Demokratie, Soziales und Klimaschutz Vorrang haben sollen. Was wird denn künftig Nachrang haben? Kahr: Wir wollen jedenfalls die Selbstdarstellung der Politik und die immens hohe Klubförderung der Parteien zurückfahren. Apropos Kosten: Sie planen neue Gemeindewohnungen, Öffi-Ausbau, Stopp der Gebührenerhöhungen und vieles mehr. Woher soll das Geld für die vielen Projekte denn kommen? Vor allem ohne Gebührenerhöhungen, wie Sie versprochen haben? Kahr: In den letzten Jahren wurde viel Geld für Dinge ausgegeben, die der Mehrheit der Grazerinnen und Grazer nichts gebracht hat. Ich denke zum Beispiel an die Olympia-Bewerbung und die Kampagne für eine U-Bahn. Beim Öffi-Ausbau hoffen wir, dass Land und Bund der Stadt unter die Arme greifen. Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer und sein Stellvertreter Anton Lang haben die Stadt Graz ja schon bei der Straßenbahn-Linie nach Reininghaus unterstützt. Wieso stehen so wichtige Projekte wie die Straßenbahn- Nord-West-Linie nach Gösting, der dort vorgesehene Nahverkehrsknoten, der Ausbau von P&R-Plätzen oder auch der S-Bahn-Ausbau eigentlich nicht im Regierungsprogramm? Kahr: Die Nord-West-Linie ist ja bereits im Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zum Straßenbahnausbau 2023+ enthalten, wie auch Süd-West-Linie und der neue „Zweier“. Der Nahverkehrsknoten Gösting ist ein längerfristiges Projekt und wird mit dem S-Bahn- Ausbau gemeinsam mit Land und Bund vorangetrieben werden. Im Vorzimmer des Bürgermeisterinnenbüros wird es die Gelegenheit geben, dass Kinder spielen können.“ Die frischgebackene Bürgermeisterin Elke Kahr will dem Rathaus ein neues Image geben. Zum Thema autofreie Innenstadt: 40 Prozent der Kunden der Grazer Innenstadt kommen laut WK nicht aus Graz. Diese können meist nicht auf Fahrräder oder ÖV umsteigen. Werden Anrainer wie auch Unternehmer in Mobilitätspläne für die City eingebunden? Kahr: Uns geht es darum, die Straßenzüge den Menschen zurückzugeben. Und wieso können Menschen aus Gratkorn, Wildon oder Lieboch nicht mit den Öffis nach Graz kommen? Für jene mit schlechten Anbindungen gibt es ja weiterhin die Parkgaragen. Wenn die Gleise für die Innenstadtentlastungsstrecke durch die Neutorgasse verlegt werden, wollen wir auch die Verkehrsberuhigung beginnend mit der Kaiserfeldgasse in Angriff nehmen. Eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wird es geben. Michael Ehmann wird als Koalitionspartner im Kontrollausschuss und im Aufsichtsrat der Holding sitzen. Wie geht sich das denn aus? Ist das kein Interessenskonflikt? Kahr: Nein, das sehe ich nicht. Michael Ehmann kommt die wichtige Aufgabe der Umsetzung von Kontrolle und Transparenz zu. Den Vorsitz im Kontrollausschuss des Gemeinderats wird die kleinste Partei bekommen. Das sind die NEOS. Die Holding wird nicht rückeingegliedert, der Vizebürgermeister geht nicht an die zweitstärkste Partei, der Gratis-Kindergarten kommt jetzt doch nicht. Die Opposition wirft Ihnen gebrochene Wahlversprechen vor. Was sagen Sie dazu? Kahr: Der Reihe nach: Die Holding ist eine fast hundertprozentige Tochter der Stadt und hat dennoch am demokratisch gewählten Gemeinderat vorbei wichtige Entscheidungen getroffen – zum Beispiel die Verteuerung der Bäderpreise und die Werbekampagne für die U-Bahn. Das wollen und werden wir ändern. Nach der Wahl haben wir mit allen Parteien das Gespräch gesucht – zuerst mit der ÖVP, die eine Zu­

21. NOVEMBER 2021 www.grazer.at graz 5 ➜ TOP SCHERIAU, KK Betrüger gefasst Wochenlang brachten Betrüger, die sich als Polizisten ausgaben, Grazer um ihr Geld. Jetzt konnte einer gefasst werden. Hohe Sterberate durch Pandemie Die aktuelle Statistik belegt nun eine deutliche Übersterblichkeit im Jahr 2020. Jeder zwölfte Steirer starb mit Corona. FLOP ➜ sich nicht fürchten müssen“ sammenarbeit aber abgelehnt hat. Nun haben wir uns mit den Grünen und der SPÖ auf eine fixe Koalition geeinigt – und ich freuen mich, mit Judith Schwentner als kompetenter und motivierter Vizebürgermeisterin zusammenarbeiten zu können. Sie wurde schließlich auch mit den Stimmen der ÖVP gewählt. Dass Bildung – auch die Elementarpädagogik – kostenlos sein muss, bleibt unser Anspruch. Finanziell ist es leider derzeit nicht machbar. Jedenfalls sollen die Tarife sinken, denn selbst für Mittelstandsfamilien ist es oft schwer, 400 Euro monatlich zu stemmen. Apropos Kindergarten. Sie haben im Gespräch erwähnt, dass Sie sich im Rathaus einen Spielplatz für Kinder vor dem Gemeinderatssitzungssaal wünschen. Wollen Sie das wirklich umsetzen? Kahr: Im Vorzimmer des Bürgermeisterinnenbüros wird es jedenfalls die Gelegenheit geben, dass Kinder spielen können, während ihre Eltern einen Termin bei uns wahrnehmen. Bürgermeisterin Elke Kahr SCHERIAU ALARMANLAGEN VON DER NUMMER 1 IN DER STEIERMARK. SICHER IST SICHER. JETZT ANFRAGEN UNTER: 05 7079 0 | WWW.SIS.AT ALARMANLAGEN VIDEOÜBERWACHUNG ZUTRITTSKONTROLLE BRANDMELDEANLAGEN

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