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21. November 2021

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- Bürgermeisterin Elke Kahr im Interview - Stadt Graz in Frauenhand - Schon jetzt mehr tödliche Straßenverkehrsunfälle als im Vorjahr - Judenstern-Sticker schockt Graz - Fußballstar Wolfgang Mair ist Künstler Kowalski

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 21. NOVEMBER 2021 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Wer nicht hören will, muss geimpft werden D a haben wir den Salat. Als erstes Land der EU setzt sich Österreich über das Tabu Impfpflicht hinweg und verordnet diese ab Februar nächsten Jahres. Eine Maßnahme, die wir mit unserer unsozialen Haltung regelrecht erzwungen haben. Mit einer miserablen Impfquote von 65 Prozent liegen wir in Westeuropa an letzter Stelle. Natürlich werden wir ganz vorne mit dabei sein, wenn es darum geht, uns als Opfer einer diktatorischen Politik zu stilisieren. Eine klassische Täter-Opfer-Umkehr, darin waren wir schon immer gut. Schuld sind bitte doch eher jene, die noch immer nicht geimpft sind und tatenlos dabei zusehen, wie Menschen sich infizieren, auf Intensivstationen landen und dort im schlimmsten Fall sterben. Ganz im Gegenteil: Wir schaffen nicht einmal den ersten Schritt, um dem Virus ernsthaft zu begegnen. Denn selbst wenn hundert Prozent geimpft wären, wären wir Corona noch nicht los. Das zeigt das Beispiel in Gibraltar, das gerne von Impfgegnern hergenommen wird. Dort liegt die Impfquote bei 100 Prozent, aber die Inzidenz ist trotzdem hoch. Wohlweislich verschwiegen wird aber, dass dort seit April kein einziger Mensch mehr mit Corona verstorben ist. Das heißt in aller Deutlichkeit, damit es auch der verbohrteste Verschwörungstheoretiker versteht: Impfungen retten Leben. Es kann keinen besseren Grund für eine Impfpflicht geben. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... Unter der Woche gibt es Grünen Tee, am Wochenende Filterkaffee. Dazu Zeitungen, Obst, Gemüse, Käse, Marmelade und ausreichend Zeit. KK ... Heimo Maieritsch Um den Grazer Adventstart mitten im Lockdown, GrazGutscheine als Rettungsanker und Weihnachtsmemories geht’s im Frühstück mit dem Citymanager. Wir starten mit der Frühstücksfrage. Wie schaut Ihr entspanntes Frühstück aus? Meine Frau und ich sind da etwas altmodisch. Wir lesen zum Frühstück gedruckte Zeitungen, und das sehr gerne. Ich nehme mir für das Frühstück genügend Zeit und stehe dafür auch mal früher auf. Unter der Woche trinke ich Grünen Tee, am Wochenende gibt es eine große Kanne Filterkaffee. Wir beide sind Vegetarier, es kommt Obst und Gemüse, Käse und Marmelade sowie frisches Gebäck auf den Tisch. Am Wochenende auch immer wieder Eier. Als Grazer Citymanager sind Sie jetzt ziemlich gefordert. Erst Eröffnung der Grazer Adventbeleuchtung, dann Lockdown ...? Es ist bitter, wenngleich es offenbar keine Alternative zum Lockdown gegeben hat. Die Unternehmer haben gerade erst ihre Stände aufgebaut und morgen heißt es schon wieder schließen. Die Stände werden nicht abgebaut. Wir hoffen ja alle, dass es in drei Wochen wieder weitergeht bis Weihnachten. Auch für die Innenstadtkaufleute ist der Lockdown ein Drama. Der Advent ist für den Handel ja die fünfte Jahreszeit. Es muss unbedingt Unterstützungen für die Händler geben, damit alle die Krise gut überstehen. Das Citymanagement ist jetzt unter dem Dach der Holding, hat sich da viel geändert? Die völlig neue Weihnachtsbeleuchtung der Stadt war nur durch die Holding Graz möglich. Auch verschiedene Aktionen wie die digitalen GrazGutscheine werden unterstützt, und diese Gutscheine sollen auch den Lockdown abfedern. Der Grazer Advent ist nicht ganz verloren. Ganz sicher nicht. Man darf sich ja im Lockdown bewegen und durch die Straßen spazieren und kann so die vorweihnachtliche Atmosphäre einfangen. Wir werden auch kommende Woche die Eiskrippe im Landhaus eröffnen, damit der Grazer Advent ein weiteres Highlight hat. Lassen Sie uns von schöneren Weihnachten reden, etwa aus Ihren Kindheitstagen. Ich erinnere mich sehr gut an vieles, an die Aufregung, die Gerüche, die Weihnachtskekse, die langen Spaziergänge, den heißen Luftvorhang beim Kastner, an das Spielzeuggeschäft Koch am Hauptplatz, an Spielzeug Sing am Joanneumring. Spielzeug spielt in meinem Leben überhaupt eine ganz besondere Rolle. Warum gerade Spielzeug? Ich habe neben meinem Studium bei Lego gearbeitet, und dieses Spielzeug hat mich fasziniert. Was tut ein Citymanager im Lockdown? Es gibt viel zu tun, der Ausbau der Digitalisierung wird vorangetrieben, dann sind viele Vorbereitungen für Aktionen im kommenden Jahr zu tätigen. Und die gerade jetzt wichtige Betreuung des Innenstadt-Handels einschließlich der Adventmarkt-Betreiber liegt mir am Herzen. Was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit? Ich fahre gerne Rad, aber auch mit dem Auto. Lese gerne, schau fern. Meine Streaming-Lieblingsserie ist „The Marvelous Mrs. Maisel“ auf Amazon. VOJO RADKOVIC Heimo Maieritsch wurde 1957 in Graz geboren. Der Grazer hat Volkskunde und Kulturanthropologie an der Karl-Franzens-Uni studiert. Er war Lehrer am Wifi, bfi, an der Uni Linz, am Zis in Fürstenfeld. Maieritsch hat 1995 eine eigene Werbeagentur gegründet, war Marketing-Direktor bei Schinko Neuroth und ist seit 2007 Citymanager der Stadt Graz, nunmehr bei der Holding Graz.

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