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21. März 2021

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- Die größte Sonnenterrasse der Stadt eröffnet im Mai - Ideen für die Annenpassage - 6800 Grazer Wohnungen stehen leer - Minoriten suchen Säulenpaten - Exklusives Interview mit Hartberg-Coach Markus Schopp

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6 graz www.grazer.at 21. MÄRZ 2021 K O M M E N T A R von Vojo Radkovic ✏ vojo.radkovic@grazer.at Die Mur will von Grazern erlebt werden V iele Jahre war die Mur für die Grazer nicht wirklich interessant. Zu einer Zeit, wo die Fabriken an der Mur das Wort Umweltschutz noch nicht kannten und ihren Dreck in den Fluss leiteten, war die Mur wohl eines der schmutzigsten Gewässer in Österreich. Langsam besserte sich das, und heute hat die Mur fast Trinkwasserqualität. Formal ist die Mur kein Badefluss, aber viele Grazer baden in der Mur, auch zuletzt etliche Eis-Schwimmer, die das kalte Wasser schätzten. Im Laufe der Zeit wurden Kraftwerke gebaut und die Mur wurde immer mehr für die Grazer spürbar. Im Süden von Graz ab der Augartenbucht bis zu den Murauen nützen viele Menschen die Chance, den Fluss zu erleben, hautnah, direkt am Wasser. Die Mur ist längst als Wassersport-Eldorado entdeckt, es wird gechillt, gegrillt oder auch gebadet. Was nicht wirklich schadet. Wenn das Stadtbootshaus fertig ist, kann man von Anlegemöglichkeiten im Norden Raftingtouren starten oder sich auf einem Reifen zum Bootshaus treiben lassen. Viele hätten lieber, dass man die Mur gar nicht anrührte, alles so belassen hätte, wie es war. Aber viele wollen ihren Fluss spüren, erleben, erforschen. Die Neugestaltung bietet viele Vorteile und die Grazer möchten diese nutzen. Es ist ihr Fluss – und was andere Städte an Flüssen können, kann Graz auch. Sportstätte, Club oder Streetfood-Halle: Politik-Ideen für die Annenpassage KREATIV. Die KPÖ will die Annenpassage als Sportstätte nutzen, auch die anderen Grazer Parteien haben Ideen. Es braucht aber klare Konzepte. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Die Frage, was mit der Annenpassage passieren soll, bleibt aktuell: Erst Mitte Jänner wurde seitens der Eigentümer, der List Gruppe, die vorläufige Schließung bekannt. Neubelebungs-Konzepte liegen auf Eis. Nun will KPÖ-Gemeinderat Horst Alic mit einem Gemeinderatsantrag einen neuen Versuch starten. Alic: „Man könnte aus den leerstehenden Geschäften im Zuge des Sportjahres wetterunabhängige Sportmöglichkeiten schaffen.“ Die Idee stammt ursprünglich von einem Jugendlichen aus der Gegend, Alic ist überzeugt: „Die Stadt sollte prüfen, ob eine Anmietung und Nutzung als Sportstätte – mit Kleinfußballfeldern, Tischtennis oder einer Kletterhalle – möglich wäre. Ein solches Herzeigeprojekt würde das Bahnhofsviertel aufwerten und der Jugend viel bringen.“ Der Vorstoß des KPÖ-Gemeinderats ist nicht die erste kreative Idee für eine Belebung der Annenpassage seitens der Stadtpolitk. Erst im Frühjahr brachte die JVP eine Nutzung als Club ins Spiel: „Es wäre eine super Sache für die Jugendlichen aus der Gegend und es gäbe auch kein Problem mit der Lärmbelästigung“, so Obmann Martin Brandstätter. Auch die Stadtpartei sei interessiert an der Idee, die Annenpassage mit Leben zu füllen. Mit der Nutzung als Club können sich auch die Grazer NEOS anfreunden: „Es gibt im Grazer Westen wenig Ausgehmöglichkeiten für das studentische Klientel“, so der Grazer Fraktionsleiter Lukas Hosemann. Ihm schwebt aber noch etwas vor: „Graz sollte anderen Städten nachziehen und hier eine Streetfood-Halle etablieren.“ Bei der Grazer SPÖ wünscht man sich ein Gesamtkonzept für eine Neubelebung der Annenstraße, die mit Fußgängerzone und Schanigärten zur „Erlebnisstraße“ werden soll, wie Klubobmann Michael Ehmann erzählt: „Die Annenpassage braucht es da als Publikumsmagnet – das könnte zum Beispiel eine Art Markthalle, angelehnt an den Wie- Was wird aus der Annenpassage? Die KPÖ um Gemeinderat Horst Alic hätte gerne eine Sportstätte, aber auch andere Parteien haben Ideen. KK ner Naschmarkt, sein.“ Grünen-Klubobmann Karl Dreisiebner bringt die Idee einer Wirtschaftsförderung ein, durch die Start-ups die Möglichkeit zu Pop-up-Stores bekämen. Auf der anderen Seite sieht er eine Chance für die heimische Kulturszene: „Wieso nicht Proberäume zur Verfügung stellen oder die leerstehenden Lokale über künstlerische Arbeiten bespielen? Eine Art Leistungsschau regionaler Kunst und Kultur.“ Man sei aber auch für andere Konzepte offen: „Wir befinden uns jedenfalls in einem Wettbewerb der Möglichkeiten.“ Einen solchen stellt sich auch die FPÖ vor: „Unser Vorschlag wäre, einen Ideenwettbewerb unter Einbindung der Bürger und Anrainer auszurufen“, so der Grazer Klubobmann Armin Sippel. Daraus könne man in Verhandlungen mit den Eigentümern gehen. Von diesen heißt es, man sei für gute Vorschläge jederzeit offen. Bisher habe aber noch niemand ein klares Konzept und einen Plan vorgelegt. Vielleicht kommt es ja jetzt dazu. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG/REDAKTION: Gerhard Goldbrich | ASSIS TENZ: Jasmin Strobl (0664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (Leitung E-Paper & Online, 0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Julian Bernögger (0664/80 666 6690), Nina Wiesmüller (0664/80 666 6918), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/2540976), Redaktion -Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENAN- NAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. 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