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20. September 2020

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- Samariterbund will Covid-Teststrecken einrichten: Neues Emergency Center für die Corona-Forschung in Graz - Mikroplastik in der Grazer Kläranlage unter die Lupe genommen - Baustart 2021: Kreisverkehr für St. Peter - Gedenkstein für geistig behinderte Nazi-Opfer - Gösting: Aufregung um ÖBB-Verschubarbeiten - Grazerin in der amerikanischen Waldbrand-Hölle - Jugendzentrum EggenLend ist gerettet - Aufsteirern als TV-Spektakel - Steffi Wergers Kultlokal hat neue Chefleut - Puzzles: In der Thalia wird jetzt gespielt

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8 graz www.grazer.at 20. SEPTEMBER 2020 Der Gedenkstein befindet sich am Areal der Freien Waldorfschule im Schloss Messendorf in St. Peter, wo 262 Menschen Opfer der Nazis wurden. KK Gedenkstein für geistig behinderte Nazi-Opfer ERINNERUNG. Bald wird ein Gedenkstein für Euthanasie-Opfer des Nazi-Regimes in Graz enthüllt. Arbeiten durch Diesel-Loks am Verschiebebahnhof Gösting sorgen für Anrainer-Beschwerden. Michael Ehmann (kl. Foto) will helfend eingreifen.KK, ÖBB Gösting: Aufregung um ÖBB-Verschubarbeiten LÄRM. Bewohner klagen über nächtlichen Bahnarbeitslärm, ÖBB beruhigt, SP verlangt Bürgermeister-Einsatz. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Jahrelang haben Aktivbürger darum gekämpft, jetzt ist es so weit: Im Rahmen der Feier anlässlich von 40 Jahren Freie Waldorfschule Graz wird im Schulhof im Schloss Messendorf am 17. Oktober ein Gedenkstein zur Erinnerung an 262 Euthanasie-Opfer durch das Nazi-Regime enthüllt. Im Schloss Messendorf befand sich nämlich ab 1936 auch ein Teil der Irrenanstalt Feldhof, wo psychisch kranke Männer untergebracht waren. Als Österreich an Hitler-Deutschland angeschlossen und Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen als „lebensunwert“ betrachtet wurden, hat man insgesamt rund 1500 psychisch Kranke im Rahmen des nationalsozialistischen Euthanasieprogramms von Graz-St. Peter zur Ermordung ins Schloss Hartheim nach Oberösterreich verschickt. 262 Menschen wurden vom Schloss Messendorf aus Opfer der Nazis. Stein aus KZ-Lager Federführend bei der Errichtung der Gedenkstätte war Oberst außer Dienst Manfred Oswald. Gestaltet wurde sie von den Schülern der Waldorfschule zusammen mit dem inzwischen pensionierten Geschichtslehrer Ulrich Hofmann und Werklehrer Karl-Heinz Knigge. Der Stein stammt aus dem ehemaligen Mauthausen-Außenlager Graz-Leibnitz in Aflenz, zu dem Oswald eine ganz besondere Beziehung hat. „Als ich vier Jahre alt war, bin ich in den Gemüsegarten gegangen und hab dort drei geflohene KZ-Häftlinge gefunden, die sich versteckt und gebetet haben. Ich bin sofort zu meiner Mutter. Sie hat ihnen Verpflegung und Gewand gegeben und erklärt, wie sie nach Marburg kommen“, berichtet er. Die Ziegelsteine des Fundaments stammen aus der ehemaligen Anstalt im Schloss Messendorf. Drei Mädchen der Oberstufe haben die Darstellung von Menschen in Todesangst in der Gaskammer gestaltet. Rund um das Denkmal befinden sich vier Birken, die inzwischen etwa vier Meter hoch sind. Die Gedenkstätte wurde privat finanziert. In einem Klassenraum wird es zur Eröffnung außerdem eine Ausstellung geben. Auf die Bitte an das Land Steiermark, dem Eigentümer der Liegenschaft, eine Gedenktafel anzubringen, wurde bisher laut Oswald noch nicht reagiert. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Bewohner des Grazer Stadtbezirkes Gösting klagen darüber, dass sie in letzter Zeit durch erhöhte Lärmbelästung, ausgehend von ÖBB-Verschubtätigkeiten, nachts nicht schlafen können. Die Bewohner, die sich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlen und um ihre Nacht ruhe fürchten, haben den Grazer SP-Chef Michael Ehmann um Hilfe ersucht. Dieser wiederum hat im Gemeinderat am Donnerstag zu diesem Problem eine schriftliche Anfrage an den Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl eingebracht. Im Antrag von Ehmann heißt es u. a.: „Der Bürgermeister soll sich in seiner Koordinierungskompetenz mit den Verantwortlichen der ÖBB in Verbindung setzen, um da rauf zu drängen, dass seitens der Österreichischen Bundesbahnen Maßnahmen gesetzt werden, um die Lärmbelästigung für die Bevölkerung zu verringern.“ Herbert Hofer, Sprecher der ÖBB für Kärnten und die Steiermark, sieht keine verstärkte Verschubtätigkeit der ÖBB in den Nachtstunden: „Im Gegenteil, durch die Nachwirkungen der Corona-Krise werden derzeit circa 100 Wagen pro Tag am Grazer Verschiebebahnhof weniger abgerollt.“ Und überdies habe man schon Lärmschutzmaßnahmen getroffen. Hofer: „Der Lärm wurde gegenüber der früher installierten Anlage bereits reduziert (vor 2010 wurden die Wagen mit den Hemmschuhen aufgefangen, jetzt gibt es eine automatische Abbremsung). Eine weitere Minderung ist im Betrieb selbst nicht machbar, denn es würde bauliche Änderungen erfordern.“ Und letztlich kämen auch weniger Diesel-Lokomotiven zum Einsatz, sagt der Pressesprecher. Hofer: „Der Einsatz der Triebfahrzeuge ist seit Jahren unverändert. Am Abrollberg des Grazer Verschiebebahnhofs wird ein E-Triebfahrzeug verwendet, um die Wagen anzuschieben (es gibt nur eine Ausnahme von circa 1,5 Stunden jeweils am Samstagvormittag, wo ein Diesel-Triebfahrzeug zusätzlich eingesetzt wird).“ Ein Lokalaugenschein mit Teilnahme von Anrainern, Ehmann, dem Bürgermeister und ÖBB- Vertretern scheint unumgänglich zu sein.

2021