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20. September 2020

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- Samariterbund will Covid-Teststrecken einrichten: Neues Emergency Center für die Corona-Forschung in Graz - Mikroplastik in der Grazer Kläranlage unter die Lupe genommen - Baustart 2021: Kreisverkehr für St. Peter - Gedenkstein für geistig behinderte Nazi-Opfer - Gösting: Aufregung um ÖBB-Verschubarbeiten - Grazerin in der amerikanischen Waldbrand-Hölle - Jugendzentrum EggenLend ist gerettet - Aufsteirern als TV-Spektakel - Steffi Wergers Kultlokal hat neue Chefleut - Puzzles: In der Thalia wird jetzt gespielt

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 20. SEPTEMBER 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Man sieht den Wald vor lauter Eichen nicht U nser Verhältnis zu den USA hat in den letzten Tagen eine seltsam holzige Note bekommen. Nachdem Präsident Donald Trump Österreich als Land mit Waldstädten und explodierenden Bäumen beschrieben hat, bereitet uns jetzt auch noch unsere steirische Eiche Arnold Schwarzenegger Kopfzerbrechen. Der aus Thal stammende und von Graz eingemeindete Weltstar straft uns ja seit 2005 mit Liebesentzug. Damals entzog „Arnie“ der Stadt Graz das Recht, weiterhin seinen Namen zu verwenden – sei es für das Stadion, sei es allgemein für Werbezwecke. Damit kam er den Grünen aus „good old Austria“ zuvor, die nach der von ihm als kalifornischem Gouverneur nicht untersagten Hinrichtung des Vierfachmörders Stanley Williams bereits eine Umbenennung des Schwarzenegger-Stadions gefordert hatten. Auch den Ehrenring der Stadt Graz hat er damals zurückgegeben. Jetzt wurde Schwarzenegger das Große Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich aus den Händen des früheren Grünen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen übergeben, und schon wittern manche die Chance, endlich Frieden mit unserem im wahrsten Sinne des Wortes „großen Sohn“ zu machen. Schön wäre das allemal, damit endlich wieder Ruhe einkehren kann im guten alten Wäldchen Österreich. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... Martina Poel gemütlich in ihrem Heim in Wien, wo manchmal auch gefrühstückt wird. PRIVAT ... TV-Star Martina Poel Die Grazerin, in „Vier Frauen und ein Todesfall“ montags im TV, redet über Kochen, Traumrollen, Casting, Märchentheater und Corona im Frühstück. Wie sieht ein entspanntes Frühstück mit Ihrer elfjährigen Tochter daheim aus? Beim Sonntagsfrühstück läuft auf alle Fälle Musik. Meine Tochter hilft begeistert mit, wir decken den Tisch schön und machen uns viele Häppchen. Erinnern Sie sich noch, was Sie als Kind in Graz am liebsten beim Frühstück hatten? Ein weiches Ei und Schwarzbrottoast zum Tunken. Kochen Sie, und was liebt da Ihre Tochter? Wir essen beide gerne pikantes, vegetarisches Essen, alles bio. Da sind wir uns einig – z. B. bei Risotto oder Speisen mit Tofu und viel Kurkuma. Corona ist täglicher Begleiter, wie haben Sie mit Ihrem Kind den Lockdown geschafft? Der Lockdown hat uns nochmals mehr zusammengeschweißt. In den Ferien hatten wir beide eine Sommergrippe, da war dann schon große Verunsicherung da. Sorgenmachen ist kein guter Wegbegleiter, und wir passen auf. Meine Tochter geht nach wie vor gerne in die Schule, aber ein Kind acht Stunden mit Mundschutz in einer Klasse sitzen zu lassen, ist sinnlos. Der ORF zeigt jetzt mit dreijähriger Verspätung die neunte Staffel von „Vier Frauen und ein Todesfall“. Was erwartet die Fans da? In der letzten Staffel geht es drunter und drüber. Die Autoren haben diesmal noch einen draufgesetzt, ich finde das großartig und mutig. Man sieht die vielen bekannten und auch neue skurrile Gesichter. Und das Absurde sehe ich auch als Chance, das eigene Leben nicht so ernst zu nehmen. Die Serie ist europaweit erfolgreich, ist jetzt wirklich Schluss oder kommt eine 10. Staffel? An uns Schauspielern scheitert eine Fortführung nicht. Wir lieben das, was wir hier gemacht haben. Langsam geht das filmische Geschehen wieder los. Haben Sie schon neue Pläne? Es ist nicht einfach, viele Produktionen liegen auf Eis, vieles musste abgesagt werden. Ich habe zum Glück ein kleines Kleinkunst-Musikprojekt mit Karli Braun, ebenfalls ein Steirer. Ich hoffe, dass ich damit auch in Graz zu sehen sein werde. Ehrenamtlich bin ich im Klimaschutz tätig. Also langweilig wird mir nicht. Sie machen auch Casting und Coaching? Ich hatte das Glück, für ein spannendes Kinoprojekt arbeiten zu dürfen. Für den Film „Ein bisschen bleiben wir noch“ habe ich fünf Jahre lang bis zur endgültigen Finanzierung u. a. die beiden Kinder für die Hauptrollen gesucht. Ich liebe diesen Beruf: die Nadel im Heuhaufen suchen und Figuren mitentwickeln. Ihre Eltern sind in Graz, hier hat für Sie eigentlich alles angefangen ... Ich habe mit sechs Jahren auf der Bühne im Orpheum meine Leidenschaft gefunden. Das war die Grundlage für all das, was ich heute machen kann. Ich hatte immer den Drang, „in die Welt hinauszuziehen“. Ich war lange in Graz, dann kamen die „Vier Frauen“. Wir drehten vier Monate durchgehend in der Region Mondsee. Von dort bin ich nicht mehr nach Graz zurück und habe es zumindest nach Wien gewagt. Gibt es für Sie eine Traumrolle? Traumrollen gibt es, nur in Österreich kaum für Frauen meines Alters. Aber eine Neuauflage von „Das Model und der Schnüffler“ mit mir wäre schon lustig. Wenn Sie, wie früher als Prinzessin in den Märchen im Grazer Orpheum, drei Wünsche frei hätten, welche wären das? Das ist wohl die schwierigste Frage. Wunsch 1: Mein Kind noch lange glücklich und unbeschwert zu sehen. 2. Das Klima und die Demokratie zu stabilisieren. Und der dritte Wunsch: Da wünsche ich mir „unendlich Wünsche“. VOJO RADKOVIC Martina Poel, am 29. April 1974 in Graz geboren, ist Schauspielerin. In der TV-Erfolgsserie „Vier Frauen und ein Todesfall“ spielt sie seit 2005 in neun Staffeln mit 66 Episoden Sabine Schösswender. Poel hat eine Casting- und Coaching-Agentur und lebt mit ihrer elfjährigen Tochter heute in Wien.

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