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20. Mai 2018

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- Neue Untersuchung: Schattiges Gösting, sonniges Liebenau - Neue Kläranlage soll Mikroplastik stoppen - Das Theater ums „Kistl“ ist vorbei - Kulturjahr 2020: Kultur soll alle fünf Jahre im Mittelpunkt stehen - Kult-Bar aus den 60ern ist zurück im Theatercafé

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8 graz www.grazer.at 20. MAI 2018 70-jähriges Maturatreffen! Maria Lisl Erika Trude Lotte Thilde Elfi Das Maturabild vom Mai 1948. Die Teilnehmer des Maturatreffens, siehe Bild unten, haben wir eingekreist. Damals schafften 32 Mädchen die Matura. PRIVAT/LUEF LIIGHT 90-Jährige feiern eine Party BERÜHREND. Die Freude des Wiedersehens war groß. Zehn von ehemals 32 Schülerinnen trafen sich zum 70. Maturajubiläum. Die 90-Jährigen ließen im Grazer Parkhotel 1948 wieder lebendig werden. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Mai 1948 gab’s trotz der schwierigen Nachkriegszeit fröhliches Mädchenlachen in der LiBA (Lehrerinnenbildungsanstalt) am Grazer Hasnerplatz. Die 32 Schülerinnen der 5a haben die Matura geschafft. Das war vor 70 Jahren. Jetzt trafen sich zehn Frauen – die anderen sind alle bereits gestorben – im Parkhotel zur 70-jährigen Maturaparty. Organisatorin Trude Horst (89) strahlte: „Es ist so schön, dass die Frauen die Mühe nicht gescheut haben und zum Treffen gekommen sind. Es sind leider nicht mehr viele da, umso intensiver freue ich mich über die, die da sind. Mein Gott, damals waren wir 19 Jahre jung ...“ Bei Kaffee, Kuchen und Getränken wurde von alten Zeiten geredet. Horst: „Wir haben ja noch Kriegsjahre miterleben müssen und sind auch sehr oft vor den Bomben in den Schlossberg-Stollen geflüchtet. Wir Mädchen hatten auch regelmäßig nächtliche Feuerwache und mussten darauf achten, dass am Dachboden keine Brandbomben eingeschlagen haben. Die LiBA hatte damals eigene Eingänge für Mädchen und Buben. In den Pausen durften wir nur getrennt herumgehen. In der Mitte des Hofes stand immer ein Professor, der darauf achtete, dass jeder auf seiner Seite blieb. Wir haben unsere Lehrer respektiert und grundsätzlich auch gemocht. Allerdings gab’s damals kein Frechsein, kein Aufmotzen.“ Und Horst erzählt weiter: „Bei Fliegeralarm, wo wir alle in den Keller mussten, durften die Professoren nicht prüfen. Es sei denn, eine Schülerin meldete sich freiwillig, weil sie gut vorbereitet war. In der Freizeit waren wir viel spazieren, einen Freund haben nur zwei unserer Mädchen gehabt. Mit unserem Taschengeld sind wir aber liebend gern ins Kino gegangen.“ Die heute 89/90-Jährigen wurden, wie auch die meisten anderen Maturanten von damals, selbst Lehrerinnen. Horst: „Viele von uns haben, sobald Kinder gekommen sind, sich aufs Hausfrausein zurückgezogen. Ich selbst habe zwei Töchter, einen Sohn, sieben Enkel und drei Urenkel. Eine Tochter lebt in den USA. Ich war 15-mal dort, jetzt ist es mir zu anstrengend. Ich bekomme dreimal pro Woche Essen auf Rädern, viermal gehe ich einkaufen und koche selbst. Ich bin seit kurzem auch im Internet und denke, das Netz hält meinen Geist rege. So, jetzt werde ich mich aber wieder meinen Damen widmen ...“ Der Rest der ehemaligen 5a am Hasnerplatz. Vorne: Maria Zöhrer, Lisl Schuster, Lotte Deiser, Erika Seyff (v. l.). Hinten: Elfi Zankel, Trude Horst (Organisatorin) und Thilde Müller. Sie alle waren Lehrerinnen und denken gerne an ihre Schulzeit zurück. LUEF LIGHT

20. MAI 2018 www.grazer.at graz 9 Theater um „Kistl“ ist vorbei ÜBERRASCHUNG. Alle Freunde des „Kistl“ (Komödianten in St. Leonhard) können aufatmen. Das Theater wird in das neue Bauprojekt integriert. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Lange Zeit hat es so ausgesehen, dass für die „Komödianten in St. Leonhard“ (Kistl) bald der letzte Vorhang fallen wird. Auf dem Areal im Bereich der Rechbauerstraße hätte das kultige Grazer Theater einem neuen Bauprojekt weichen sollen. Es hat sich Widerstand gebildet, und das Theater reichte unter dem Titel „Das Kistl muss erhalten bleiben“ an den Grazer Gemeinderat eine Petition ein. Kistl ist gerettet! Andreas Kern von der KS Group, der für die Bauplanung zuständig ist: „Wir haben in den letzten Wochen in mehreren Gesprächen mit der Prinzipalin, Regisseurin und Schauspielerin Eva Schäffer-Orgel eine Möglichkeit gefunden, das Kistl auch künftig am gelernten Standort Rechbauerstraße/Herrandgasse zu belassen. Wir planen die Integration in das Neubauprojekt, weil uns als Projektentwickler auch die Identität des Standortes wichtig ist. Genaue Pläne, wie das Kistl künftig aussehen wird, können wir leider erst nach Beschluss des Bebauungsplanes präsentieren.“ Die KS Group plant im Rahmen des Bebauungsplanentwurfes den Neubau von rund 30 Eigentumswohnungen und hochwertigen Penthäusern sowie einer Tiefgarage und eben Andreas Kern (KS Group), Eva Schäffer-Orgel und Petra Pauritsch (Kistl- Schauspielerin und -Marketingchefin) mit dem Bebauungsentwurf KK der Spielstätte des Kistl. Kern: „Dem Standort und der Historie entsprechend wird hier hochwertiger Wohnraum im Herz-Jesu-Viertel angeboten. Da liegt es nahe, auch der Kunst entsprechenden Raum zu geben.“ Derzeit wird noch im alten Kistl-Theater gespielt, und so hat am Freitag, 25. Mai, um 20 Uhr das Stück „Plötzlich im letzten Sommer“ von Tennessee Williams in einer Übersetzung von Horst Willems Premiere. Weitere Vorstellungen gibt es noch bis zum 8. Juli.

2021