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20. Mai 2018

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- Neue Untersuchung: Schattiges Gösting, sonniges Liebenau - Neue Kläranlage soll Mikroplastik stoppen - Das Theater ums „Kistl“ ist vorbei - Kulturjahr 2020: Kultur soll alle fünf Jahre im Mittelpunkt stehen - Kult-Bar aus den 60ern ist zurück im Theatercafé

6 graz www.grazer.at

6 graz www.grazer.at 20. MAI 2018 KOMMENTAR Ein Streit macht noch keine Frischluft Von Tobit Schweighofer tobit.schweighofer@grazer.at G espannt wurde auf das Ergebnis der Studie von Umweltbundesamt und TU Graz gewartet, in der die Luftqualität im Großraum Graz untersucht wurde. In dieser Woche ist sie nun endlich erschienen, und herauskam, was herauskommen musste: ein handfester Streit. Stadt und Land haben alle Überlegungen für einen autofreien Tag oder eine Citymaut für Graz fallengelassen – die Opposition schäumt. Als Beobachter darf man getrost davon ausgehen, dass es das jetzt war. Natürlich werden die Fetzen weiter fliegen und über den Autoverkehr wird gestritten, aber langsam wird Gras über die Sache wachsen, ohne dass irgendwas dabei rauskommt. Dabei muss man doch einfach nur das Thema wechseln: Der Anteil der Auto-Emissionen am Feinstaub beträgt nämlich nur noch vier (!) Prozent, Tendenz fallend. Viel wichtiger wäre es, über den Hausbrand zu reden, oder Ammoniak, das durch die Massentierhaltung stark zur Feinstaubbelastung beiträgt. Hier sollte man den Hebel ansetzen, hier kann auch was weitergehen. Denn eines ist klar: Bessere Luft möchten wir alle atmen, durch die zu erwartenden Streitereien bekommen wir bestenfalls heiße Luft heraus. Neue Kläranlage soll Mikroplastik stoppen Bis zum Jahr 2023 baut Graz seine Kläranlage in Gössendorf um 40,5 Millionen Euro aus. SAUBER. Die Kläranlage in Gössendorf wird modernisiert – und sie soll auch kleinste Kunststoffteilchen herausfiltern, bevor diese ins Wassernetz gelangen. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Jährlich landet allein durch die Waschmaschinen in den Grazer Haushalten eine Tonne Mikroplastik-Müll in der Kanalisation. Diese kleinen Kunststoffteilchen werden bei jedem Waschgang aus der Kleidung gespült – und gelangen schließlich bis in die Kläranlagen. Sind diese Anlagen technisch nicht entsprechend ausgestattet, kann das Mikroplastik sogar weiter in den Wasserkreislauf kommen. Die Stadt Graz will das in Zukunft verhindern – und die städtische Kläranlage in Gössendorf mit Filtern gegen die Mikroplastik- Teilchen aufrüsten. Die Kläranlage muss aufgrund des Bevölkerungswachstums ohnehin erweitert und modernisiert werden. Der Kläranlagen-Ausbau wird insgesamt 40,5 Millionen Euro kosten, bis 2023 soll alles fertig sein. Am Donnerstag gab der Gemeinderat für erste Planungen 2,9 Millionen Euro frei. Zudem beschloss das Stadtparlament auf Antrag von Grün-Gemeinderätin Andrea Pavlovec-Meixner, dass auch der Einbau einer vierten Reinigungsstufe zur Beseitigung von Mikroplastik in die Planungen miteinbezogen wird – neben den schon bestehen- Andrea Pavlovec-Meixner freut sich über den Beschluss. STADT GRAZ/PACHERNEGG THINKSTOK den mechanischen und biologischen Reinigungsstufen sowie der Schlammbehandlung. „Ein wichtiger Beschluss“, jubelt Pavlovec-Meixner und verweist auf Deutschland, wo bereits viele Kläranlagen Mikroplastik aus dem Wasser filtern können. Auch an einer anderen Front im Kampf gegen die Kunststoffpartikel tut sich etwas. Wie „der Grazer“ berichtete, beschloss der Gemeinderat im vergangenen Herbst, dass die Stadt Graz sich auf Bundesebene gegen Mikroplastik im Abwasser engagieren soll. Das ist kürzlich geschehen: In einem Schreiben an den Nationalrat fordern die Grazer einen bundesweiten Aktionsplan gegen Mikroplastik, die Einführung gesetzlicher Grenzwerte für Plastik, das ins Abwasser gelangen könnte – und Förderungen für Kommunen, die ihre Kläranlagen mit Filtern gegen Mikroplastik ausstatten wollen. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Silvia Pfeifer (0 664/80 666 6918) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0 664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0 664/80 666 6694), Mag. Daniel Windisch (0 664/80 666 66 95), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Bernhard Sax/Mag. Birgit Schweiger (Lektorat), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Reinhard Hochegger (Verkaufsleitung, 0 664/80 666 6491), Robert Heschl (0 664/80 66 66 897), Michael Midzan (0 664/80 666 6891), Selina Gartner (0 664/80 666 68 48), Mag. Eva Semmler (0 664/80 666 6895), Theresina Jürgens, MA (0 664/80 666 6892) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 6666 490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner | HERSTELLUNG: Druckerei Carinthia, St. Veit/Glan | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice GmbH (05/1795-0) | VERBREITETE AUFLAGE: 174.516 (Der Grazer, wö, ÖAK 2.HJ 2017). | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

20. MAI 2018 www.grazer.at graz 7 Mehr Deutsch in Kindergärten SPRACHE. Graz setzt in den Kindergärten künftig stärker auf Deutsch- statt auf Muttersprachenförderung. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Die Zahl an Kindern mit mangelhaften oder gar nicht vorhandenen Deutschkenntnissen nimmt in Graz dank starker Zuwanderung seit langem zu. Daher finanziert die Stadt Graz bereits seit sieben Jahren Sprachförderungsprojekte in Kindergärten – damit sollen die Kinder sprachlich fit für den späteren Schulbesuch gemacht werden. Fast 1,4 Millionen Euro hat die Stadt für dieses Förderprogramm fürs kommende Jahr reserviert – zudem wird künftig mehr Fokus auf das Erlernen von Deutsch als auf das Erlernen der Muttersprache der Kinder gelegt. Anlass dafür ist eine Umfrage, die die Stadt in Grazer Kindergärten durchgeführt hat. 108 Kindergärten nahmen an der Umfrage teil. Während die Kindergärten die Sprachförderung in Deutsch im Durchschnitt mit der Schulnote 1,87 bewerteten, gab es für die „Integrationsassistenz“ (also die Muttersprachenförderung) nur die Note 2,13. Zudem halten 52 Prozent der Einrichtungen die Deutschförderung für das bessere Konzept, dagegen glauben das bei der Integrationsassistenz nur 19 Prozent (die restlichen Kindergärten bewerten entweder beide Maßnahmen gleich gut oder machten keine Angabe). „Die Ergebnisse der Befragung sind für uns eine wichtige Richtschnur für die Zukunft“, sagt Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner. Und er zieht aus dem In Grazer Kindergärten wird Sprachförderung in Deutsch und auch in den einzelnen Muttersprachen der Kinder angeboten. THINKSTOCK Umfrageergebnis jetzt Konsequenzen. Bisher flossen in Deutsch- und Muttersprachenförderung die gleichen Ressourcen und Gelder, in Zukunft werden 60 Prozent auf Deutsch und 40 Prozent auf Integrationsassistenz entfallen.

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