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20. Juni 2021

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- Opernpavillon wird nach 30 Jahren umgebaut - Film ab für Grazer Autokino - Fahnenverbot in Herrengasse - Immer mehr Drogentote in Graz - Grazer Univiertel bleibt geschlossen - Spannung im Grazer Stadtpokal

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6 graz www.grazer.at 20. JUNI 2021 K O M M E N T A R von Verena Leitold ✏ verena.leitold@grazer.at Kann das ein Sommer wie damals werden? E inen Sommer wie damals“ versprach Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein diese Woche im Rahmen einer Pressekonferenz der Bundesregierung zu weiteren Lockerungsschritten ab 1. Juli. Bis es aber wirklich wieder ist wie vor Corona – vor bald 1,5 Jahren –, wird es wohl noch dauern. Dauern wird es, bis wir wieder unbeschwert in den Clubs tanzen können. Denn viele Grazer Nachtgastronomen haben sich entschieden, aufgrund der Auflagen vorerst trotz Erlaubnis noch nicht aufzusperren. Dauern wird es auch, bis wir wieder von einer Veranstaltung zur nächsten hüpfen – die Eventkalender sind momentan bis auf ein paar kleinere Zusammenkünfte noch immer eher leer. Erst diese Woche wurde etwa das für Ende Juli geplante Slipknot- Konzert in Graz abgesagt. Und dauern wird es wahrscheinlich auch noch, bis wir die psychisch doch sehr belastenden vergangenen Monate komplett vergessen haben. Bis wir uns ohne Maske wieder wohlfühlen. Bis wir uns mit Umarmungen und Küssen begrüßen, ohne einen Faust-Ellenbogenich-weiß-nicht-wie-tun-wir-Eiertanz aufzuführen. Aber es wird passieren. Irgendwann werden wir dasitzen und nachfolgenden Generationen mit unseren Erzählungen von „damals während Corona“ auf die Nerven gehen. Gwirks um die Fahnen VERFAHREN. In der Herrengasse dürfen laut Stadtsenatsbeschluss keine Fahnen mehr aufgehängt werden. Das stellt Veranstalter, die diese bereits gebucht haben, vor Probleme. Ausnahmen gibt’s für Kirche und Landtag. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Seit 1. Mai wurden keine Werbefahnen mehr in der Herrengasse gehisst. Der Grund: Die Sicht auf die historischen Gebäude soll nicht jede Woche von anderen Reklamen in schrillen Fahnen getrübt werden, die Schönheit der Altstadt soll besser zur Geltung kommen. So weit, so gut. Wären da nicht elf Veranstalter wie Diagonale, LaStrada oder Styriarte, denen bereits Werbeflächen zugesichert wurden. Sie haben teilweise bereits Fahnen produzieren lassen, die Präsenz wurde teilweise sogar in Sponsoringverträgen versprochen. „Ich weiß, wie wichtig Werbung für die verschiedensten Veranstaltungen ist, gleichzeitig ist es mir ein großes Anliegen, dass wir unser Weltkulturerbe und unsere historischen Bauten zur Geltung bringen“, so Bürgermeister Siegfried Nagl. „In der heutigen Zeit gibt es viele unterschiedliche Werbemöglichkeiten, die eine Veranstaltung zum Erfolg führen – für alle direkt Betroffenen haben wir ein Kompensationspaket geschnürt. Die Besucher unserer Innenstadt sollen die schöne alte Architektur sehen und spüren können – mit der beschlossenen Richtlinie ist das künftig wieder möglich.“ Die Stadt Graz muss jetzt für Ersatz sorgen. „Es wurden Gespräche mit jedem einzelnen Veranstalter geführt und in Absprache Sachsubventionen vereinbart“, heißt es aus dem Büro des Bürgermeisters. Der Bedarf wurde eruiert, damit der Ausfall gedeckt wird, Werbepakete beim Ankünder als Ersatz angeboten. Außerdem gibt es noch die acht Fahnen am Schloßberg. Warum die Herrengasse nicht von Fahnen verdeckt werden soll, das beim Uhrturm aber kein Problem ist, sei dahingestellt. Dort kommt es nun teilweise zu regelrechten Staus, sodass sich Veranstalter die Fahnen teilen müssen und nur vier der acht bekommen. Bei Diagonale und Designmonat war das kürzlich etwa der Fall. Ende Juni sind auch die Regenbogen- Fahnen im Rahmen des Pride- Monats betroffen. Die Veranstalter werden acht Wochen zuvor informiert, wie viele Fahnen sie hissen dürfen. Nur noch die Fahnenmasten vor der Stadtpfarrkirche dürfen verwendet werden, da sie sich im Eigentum der Kirche befinden. Die anderen wurden entfernt. KK Ausnahmen gibt’s Kurioses Detail am Rande: Vier Fahnenmasten vor der Stadtpfarrkirche in der Herrengasse stehen noch und werden auch beflaggt. Das liegt daran, dass sich diese im Eigentum der Kirche befinden und ein aufrechter Bescheid der Behörden vorliegt. Und auch vor dem Landhaus dürfen weiterhin die österreichische, die steirische und die europäische Flagge gehisst werden. „Wer eine Fahne in der Herrengasse aufhängen möchte, muss einen Antrag bei der Baubehörde stellen, einerseits laut Baugesetz, andererseits laut Altstadterhaltungsgesetz. Außerdem braucht man einen Gestattungsvertrag vom Straßenamt, wenn öffentliche Gebäude verhängt werden – dafür muss wie auch bei Gastgärten eine Gebühr gezahlt werden. Die Anbringung der Fahnen wird auch auf Verkehrssicherheit geprüft“, erklärt man im Büro des Bürgermeisters. Laut Stadtsenatsbeschluss gibt es nun statt bisher 282 Fahnenmasten an 17 Standorten nur noch 32 an neun Orten, an denen ausschließlich zum Staatsfeiertag, zu Staatsbesuchen und an Feiertagen Fahnen aufgehängt werden dürfen. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG/REDAKTION: Gerhard Goldbrich | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (Leitung E-Paper & Online, 0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Julian Bernögger (0664/80 666 6690), Nina Wiesmüller (0664/80 666 6918), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/2540976), Redaktion -Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. 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20. JUNI 2021 www.grazer.at graz 7 35.000 Euro für Jugend-Projekte STARK. Für die zehnte Auflage wurde das Budget für den Jugendgemeinderat von 25.000 Euro auf 35.000 Euro aufgestockt. Damit werden acht Projekte von und für junge Grazer gefördert. Von Tobit Schweighofer tobit.schweighofer@grazer.at Zum zehnten Mal fand der Grazer proAct Jugendgemeinderat, diesmal in der Freiluftarena B der Messe, statt. Durch das Jubiläumsbudget von 35.000 Euro konnten acht Projekte mit Budgetgeldern der Stadt ausgestattet werden. Ehrenbros: Hier werden männliche Jugendliche aus marginalen Communities auf das Thema Geschlechtergerechtigkeit sensibilisiert. Reisen mit Message: Jugendlichen wird die Chance gegeben, durch österreichische Städte zu reisen und sich mit gesellschaftsrelevanten Herausforderungen auseinanderzusetzen. Trau dich: eine Initiative für mehr männliche Pädagogen in Kindergärten. Poetry4Nepal ist ein Online- Benefiz-Poetry-Slam, um Spezialprojekte in Nepal zu unterstützen. Summerside: An der Copacabana soll ein Outdoor-Clubbing realisiert werden. Über das Projekt Haselmaus wanted sollen Jugendliche für den Artenschutz sensibilisiert werden. Youth your Truth: Über einen wandelnden Speakers Corner wird Jugendlichen eine Stimme gegeben. Wir sind Graz: Das U16-Team vom UHC Graz wird mit Trainingsgeräten und Dressen ausgestattet. „Es begeistert mich jedes Jahr aufs Neue, welch spannende und innovative Ideen die Grazer Ju- Beim proAct Jugendgemeinderat in der Messe wurden acht Projektideen junger Grazer gefördert, über die 150 Jugendliche abstimmten. DIETRICHSKEUSCHN gend hier immer wieder präsentiert“, erklärt Jugend- und Familienstadtrat Kurt Hohensinner. „Schon als Gemeinderat durfte ich gemeinsam mit dem damaligen Jugendstadtrat Detlev Eisel- Eiselsberg an der Entstehung dieses Erfolgsprojekts mitwirken. Seitdem bin ich ein tatkräftiger Unterstützer des Projekts.“ „Pichlmaier“ droht Abrissbirne ÄRGERLICH. Die Altstadtkommission hat das sogenannte „Pichlmaier-Haus“ in St. Peter zum Abbruch freigegeben. Fassungslos hat sich Altstadtschützer Peter Laukhardt an den „Grazer“ gewandt. Der einstige „Pichlmaier“ in der Petersbergenstraße in St. Peter, aktuell noch das Asia-Lokal „Wang“. Dem Haus droht jetzt der Abbruch. WWW.GRAZERBE,AT Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Der Pichlmaier“, oder auch „Sternwirt“ genannt, wurde von der Familie Pichlmaier viele Jahre lang als eines der ersten Häuser der Stadt geführt. Der Pichlmaier war ein gehobenes Gasthaus mit freundlicher Bedienung und großartiger Küche. Karl Pichlmaier jr., der bei seinen Eltern in dem Gasthaus in St. Peter in der Küche noch harte Lehrzeiten erlebte, führt heute selbst ein Gasthaus in Graz: „Ferl’s Weinstube“. Der Pichlmaier erlebte goldene Zeiten. Selbst Rock-Ikone Joe Cocker fühlte sich nach einem Konzert in der Eishalle beim Pichl maier wie zuhause und verließ das Lokal erst in den frühen Morgenstunden. Dann kam das Ende des beliebten Gasthauses. Nach dem Pichlmaier zog das Asia-Restaurant Wang ein und jetzt zieht Frau Wang wieder aus. Das macht den Weg frei für einen neuen Bebauungsplan, wie ihn die Besitzerin der Liegenschaft, die Raika St. Peter, gern realisiert hätte. Es gibt angeblich ein Gutachten der ASVK (Altstadtsachverständigenkommission) aus dem Jahr 2020, das dem Pichlmaierhaus Schutzwürdigkeit abspricht. Altstadtschützer Peter Laukhardt: „Damit gibt die ASVK das Haus zum Abbruch frei. War es dem Gutachter der ASVK einfach entgangen, welch bedeutendes Gebäude er vor sich hat? Hat er nicht gesehen, dass der Eingang zum Gasthaus noch immer von einem steinernen Torbogen geziert ist, der die Initialen M. W. und die Jahreszahl 1810 trägt? Der Begriff ,Stern‘ ist auch schon auf der Josephinischen Landesaufnahme von 1787 eingetragen. Ein Abbruch wäre ein Skandal.“

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