7 TAGE SONNTAG

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20. Jänner 2019

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- Raser werden künftig öfter kontrolliert: Straßenamt prüft Hinweise unserer Leser - Rund 3000 Einwohner mehr: Graz wächst weiter - Neue Tegetthoffbrücke wie ein Schiff - Grazer Murkraftwerk: Kritik an Öko-Maßnahmen - Bei Notfall darf es keine Sprachbarrieren geben - Am Tummelplatz tut sich was: MM-Leiter sperrt neues Lokal auf - Start in die Ballsaison

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die seite 2 www.grazer.at 20. JÄNNER 2019 Inhalts-Quiz Wem gehören diese Augen? 1 Joe Niedermayer 2 Jakob Drübermayer 3 Johannes Höhermayer Lösung Seite 15 Was ist das? 1 Rauch 2 Katze 3 Schneesturm Lösung Seite 29 Was kostet das? 1 ab 15.489 Euro 2 ab 80.000 Euro 3 ab 36.690 Euro Lösung Seite 33 Navigator Lokales4-13 Szene14-19 Eco20-27 Viva 28-31 Motor32/33 Sport 36/37 Rätsel38/39 Ihre Immobilie bestens platziert. Tel: 0316/232110 oder E-Mail: verkauf@grazer.at www.grazer.at SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Christoph Wagner- Trenkwitz Der Opernball- Kommentator und Conférencier der Opernredoute zieht freiwillig keinen Frack an, geht gerne in den Wald und schätzt Freundlichkeit. Was darf bei einem Frühstück nicht fehlen? Lebensnotwendig ist Kaffee! Ich trinke nicht Kaffee, um aufzuwachen, sondern wache auf, um Kaffee zu trinken! Außerdem gibt’s ein Brot, Weckerl oder Semmerl – wenn mehr Zeit ist, auch Ham and Eggs oder eine Topfengolatsche. Ich verstehe nicht, wie manche Leute gar nicht frühstücken können. Was passiert an einem perfekten Sonntag? Meine Frau und ich haben oft untypische Sonntage, weil wir ja auch oft für eine Matinee oder Ähnliches engagiert sind. Umso toller, wenn wir einmal frei haben: Dann geht’s raus in die Natur – wir wohnen am Rand von Wien und haben nur zehn Minuten bis in den Wald. Und eine Siesta ist auch etwas ganz Schönes! Außerdem zu Hause sitzen oder ins Wirtshaus gehen – und mit der Katze spielen. Wie wird man Opernball-TV-Kommentator? Wie alles Wichtige im Leben war es Zufall. In meiner Jugend hat mich der Opernball nie interessiert, ich habe nie debütiert, das war unter meinem Wahrnehmungsbereich. Auch noch, als ich 1993 an die Staatsoper gekommen bin: Die Opernball-Woche war die garantierte Schiwoche. Später hat sich Direktor Ioan Holender dafür eingesetzt, dass ich ins Übertragungsteam komme. Das war ein Vulkanausbruch an Bekanntheit! Ich hätte mir als Musikwissenschaftler nie gedacht, dass mich einmal ganz Österreich kennt. Wie sehen die Wiener die Grazer Opernredoute? Die Wiener sehen sich sowieso als das einzig Wichtige, der Opernball ist das einzige wichtige Ereignis, die Staatsoper die einzige Oper auf der Welt. Was erwarten Sie von der Veranstaltung? Dass es entspannter und stimmungsvoller ist als in Wien. Ein schönes Künstlerfest mit vielen Bekannten. Ich bin ja schon in der Grazer Oper aufgetreten – ein wirklich rundum schönes Haus! Opernball- Kommentator Christoph Wagner-Trenkwitz wacht in der Früh auf, um Kaffee zu trinken. KK Das Motto lautet dieses Jahr „Freude“. Womit kann man Ihnen eine machen? Bitte keine Überraschungen! Ich brauche auch keine Geschenke, aber Freundlichkeit und ein respektvoller Umgang freuen mich immer wieder. Mich in einen Frack zu zwängen, macht mir keine Freude! Freiwillig ziehe ich so etwas nicht an, aber ich muss mich schon oft verkleiden. Freude suche ich nicht in riesiger Gesellschaft wie auf Bällen. Wenn man mich auf einem sieht, arbeite ich dort. Die größte Freude habe ich, wenn mich keiner sieht – im Wald, im Wirtshaus. Und was ärgert Sie, macht Sie wütend? Der nachlässige Umgang mit der Sprache – sogar am roten Teppich ist sie oft stumpf! Da bröselt die Basis unserer Kultur weg. Und wenn Leute im Weg stehen – am Opernball ist das ja oft Programm in dem aufgeregten Gedränge! Was ist das Wichtigste, das Sie Ihren zwei Töchtern beigebracht haben? Ich hoffe, die Beziehung zur Sprache. Und die Beatles! Ein bisschen auch die sogenannte Klassik – sie haben von Tristan bis zum deutschen Schlager etwas mitbekommen. Und ich bin froh, dass sie eine offene Sicht auf die Welt und die Kultur haben. Dass ich dazu beigetragen habe, dass sie nicht engstirnig oder gar rassistisch sind. VERENA LEITOLD Christoph Wagner-Trenkwitz wurde am 18. Juni 1962 in Wien geboren. Dort studierte er Musikwissenschaft, Politikwissenschaft und Romanistik. Er war Chefdramaturg der Wiener Staatsoper und ab 2003 Direktionsmitglied der Volksoper Wien. Heuer kommentiert er zusammen mit Karl Hohenlohe zum 19. Mal den Wiener Opernball im Fernsehen. Nächsten Samstag ist er außerdem Conférencier der Grazer Opernredoute.

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