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20. Dezember 2020

- Noch immer keine Corona-Hilfe, Druck auf Politik wächst: Gastro-Lieferanten wollen den Staat klagen - Gösting: Bund erteilt einem Verkehrsknotenpunkt vor 2040 eine Absage - Lieboch: Der Ortskern soll ausgedehnt werden

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16 eco graz www.grazer.at 20. DEZEMBER 2020 Fabian Kleindienst 16 fabian.kleindienst@grazer.at Was hilft es, wenn die Betriebe offen haben dürfen, aber aufgrund der Situation keine Aufträge eingehen?“ Anneliese Ringhofer, Innungsmeisterin Mode und Bekleidungstechnik fordert Unterstützung für die stark getroffene Modebranche. KK „Es besteht kein Zweifel, dass GRAWE-Generaldirektor Klaus Scheitegel blickt optimistisch in die Zukunft. RALPH KÖNIG IM GESPRÄCH. Corona trifft auch Versicherungen. GRAWE-Vorstand Klaus Scheitegel im Interview über die Branche, den Konzern und Graz. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Zuerst das Wichtigste: Wie hat die GRAWE die Krise bisher überstanden? Scheitegel: „Bisher haben wir es gut überstanden, sind aber ein klassischer Konjunkturfolger – geht es unseren Kunden gut, geht es uns auch gut, sonst leidet das Geschäft natürlich mit. Trotzdem müssen wir verlässlich da sein, es passieren ja weiter Wetterschäden, Brände, Unfälle und Ähnliches.“ Und die Versicherungsbranche? Wie wirkt Corona sich aus? Scheitegel: „Die Finanzmärkte haben sich mittlerweile wieder beruhigt, der zweite Lockdown verläuft harmonischer als der erste, die Welt hat sich etwas vom Schockzustand erholt. In der Branche haben wir einen unglaublichen Digitalisierungsschub erfahren – was wir sonst in fünf Jahren umgesetzt hätten, haben wir heuer geschafft, wie beispielsweise Videokonferenzen, Fernunterschriften oder digitale Beratungen. Auf Finanzanlageseite gibt es natürlich eine massive Delle, wir hatten schon vor Corona eine Niedrigzinsphase, die hat sich einzementiert. Aber die Schwankungen auf Finanzmärk- W I R T S C H A F T EcoNews fabian.kleindienst@grazer.at BNI-Chapter Graz ■ Die Plattform BNI (Business Network International) wurde 1985 geboren, um Unternehmern, Freiberuflern und Selbstständigen die Chance zu geben, sich gegenseitig zu unterstützen und zu bewerben. Heute ist das Netzwerk in 71 Ländern präsent – und neuerdings auch in Graz. Wenn es nicht durch eine globale Pandemie verhindert wird, trifft man sich im JUFA-Hotel in Graz, aktuell finden die Treffen jeden Mittwoch zwischen 6.45 und 8.30 Uhr online statt. Am 9. Dezember lud die Grazer Gruppe mit ihren schon etwa 30 Unternehmern um Chapterdirektor Ivo Gutleben zum ersten Besuchertag ein. Beim Netzwerkfrühstück waren knapp 20 Besucher anwesend, insgesamt trafen sich 45 Teilnehmer zum eineinhalbstündigen Programm, um ein größeres – auch internationales – Netzwerk aufzubauen. Store-Leiter Chris Schnalzer und Neuroth-CEO Lukas Schinko. INEUROTH Concept-Store ■ Optik Neuroth hat seinen Brillen-Store am Eisernen Tor in Graz erweitert: Im neuen Concept- Store „Senses by Neuroth“ werden ab sofort auch Produkte aus dem Tech- und Akustikbereich angeboten. Mit dem neuen Instore-Konzept soll in der Zeit nach Corona das persönliche Einkaufserlebnis nachhaltig gestärkt und ein Zeichen für den innerstädtischen Handel gesetzt werden. Bis dahin wurden zusätzliche Hygienemaßnahmen getroffen. Distance Learning ■ Neben dem Open Day, dem Tag der offenen Tür der Tourismusschule Bad Gleichenberg, fiel heuer auch der jährliche Recruiting Day, bei dem nationale und weltweite Tourismusunternehmen und Bildungsinstitute ihr Angebot präsentieren, dem Coronavirus zum Opfer. Man hat sich allerdings etwas überlegt: Beide Events wurden in den virtuellen Raum verlegt. Für den digitalen Open Day wurden bereits im September Infovideos abgefilmt, am Infotag selbst fanden Zoom-Gespräche statt. Auch der Recruiting Day fand in Bad Gleichenberg virtuell statt. KK Reinhold Gütebier (Leiner-Geschäftsführer) und Mario Reitmayer ESKOLE LEINER ESKOLE in Graz ■ Vergangene Woche war es so weit: Leiner eröffnete das erste ESKOLE-Küchenstudio in Graz. Dabei werden exklusive Designermarken und ausgewählte Top-Produkte aus der Region angeboten. ESKOLE-Geschäftsleiter Mario Reitmayer zum Konzept: „Mit unserer neuen Marke vereinen wir Design und Genuss und bieten Kunden individuelle Beratung auf höchstem Niveau. Wir befinden uns bei ESKOLE im absoluten Premiumsegment.“

20. DEZEMBER 2020 www.grazer.at graz eco 17 ➜ TEURER GETTY (2) Strom +5,2 % Die Preise für elektrischen Strom wurden im Vergleich zum Vorjahr durchschnittlich um einiges teurer. Nachrichtenübermittlung –1,3 % Coronabedingt sieht man sich seltener persönlich – Nachrichten wurden heuer aber zumindest billiger. BILLIGER ➜ wir diese Krise überwinden“ ten haben sich etwas ausgeglichen, was auch mit dem Ausblick auf eine Impfung zusammenhängt. Ein Silberstreifen.“ Welche Themen sind aktuell für Ihre Kunden besonders relevant? Scheitegel: „Die Angst um den Arbeitsplatz und allgemeine Zukunftsängste waren und sind natürlich groß. Das ist für Versicherer besonders wichtig, denn wir dürfen kein Geschäft mit der Angst machen, sondern wollen unsere Themen Mobilität, Wohnen und Vorsorge positiv besetzen. Stimmungslagen sind entscheidend – das merkt man im Handel und in der Wirtschaft.“ Machen sich die Menschen Sorgen um ihre Anlagen? Scheitegel: „Nein, zumal unser Unternehmen eine sehr konservative und krisenfeste Anlagestrategie fährt. Ganz im Gegenteil, unser Veranlagungsgeschäft ist auch heuer sehr gut gelaufen.“ Schauen wir auf die Region. Wie sehen Sie den Grazer Wirtschaftsstandort aufgestellt? Scheitegel: „Sehr gut. Graz ist ein Ausbildungs- und Forschungsstandort, der sich mit modernen Trends auseinandersetzt, ob in Bereichen der Medizin, Elektrotechnik oder der Automobilindustrie. So ist der Standort gut gerüstet, deshalb sind wir auch stolz, dass wir hier unser Headquarter haben.“ Zuletzt war die Innenstadt sehr leer, Leerstand ist aber schon länger ein großes Thema. Die GRAWE besitzt viele Immobilien in der Innenstadt: Was muss aus Ihrer Sicht passieren? Scheitegel: „Das Entscheidende ist der interessante Branchenmix. Wo sich Graz gut entwickelt hat, ist der abwechslungsreiche Gastro-Bereich. Die Momentaufnahme im Lockdown ist natürlich furchtbar, aber für mich steht fest: Wenn große Ketten die Innenstadt verlassen, schafft das Platz für kleinere, innovativere Unternehmen. Aber Innenstadtentwicklung braucht auch Zeit, ich würde Graz da nicht in die Krise reden wollen. Öffnet die Gastronomie, wird die Innenstadt wieder anspringen, die Stadt ist ja ein Juwel und wunderschön.“ Wo geht’s in Zukunft hin? Scheitegel: „In der Branche sieht man Trends zur Digitalisierung und zu nachhaltigen Fonds, auch wegen der Klimakrise. Als Unternehmen wollen wir uns in den 13 Ländern, in denen wir vertreten sind, weiter verfestigen. In zwölf Jahren feiern wir dann 200 Jahre, da haben wir die Krise alle längst überwunden.“

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