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2. September 2018

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- Aufregung um brutales Video: Grazer Polizist tritt wehrlosen Mann - Graz bekommt bald einen Lebensmittelrat - Erstmals Sport im Sportpark - Rettung mit Blaulicht steckte im frischen Beton - Neuer Rekord für den Grazer Tourismus - Lärm und Verkehr am Messendorfberg plagen Anrainer - 1. Grazer Freibad feiert Geburtstag - Cocktailsbar-Restaurant in der Goldenen Pastete - Bar und Restaurant im Flugzeug: NovaAir ist bereit zum Abheben

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6 graz www.grazer.at 2. SEPTEMBER 2018 KOMMENTAR Fliegen ist jetzt wie Busfahren in der Luft ... Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at N ur Fliegen ist schöner, posaunten früher Autohersteller in die Welt hinaus, wenn sie ein besonders komfortables Auto präsentierten. Fliegen war tatsächlich mal die angenehmste Art, zu verreisen. Aber heute... Bei der Sicherheitskontrolle, selbst auf relativ kleinen Flughäfen wie Graz- Thalerhof, gehts militärisch zu: Alles auf den Tisch, alle Taschen ausleeren, Gürtel abnehmen. Man ist froh, wenn man einigermaßen durch die Kontrolle kommt. Dann endlich ist man an Bord und stellt fest: Fliegen ist wie Busfahren in der Luft. Die Sitzreihen in der Normaloklasse sind eng, Beinfreiheit gegen null. Komfort nicht wirklich vorhanden. Wenn die Maschine voll ist, gibt es nahezu keinen idealen Sitzplatz und meist noch weniger ideale Sitznachbarn. Beim Fliegen werden Menschen oft wunderlich. Dann das Catering: Süß oder salzig, fragt die Stewardess listig, süß bedeutet Mannerschnitte, salzig Soletti- Knabberei. Wo sind die Zeiten, als selbst auf den Flügen von Graz nach Wien Sandwiches serviert wurden? Das Schönste am Fliegen heute ist, wenn der Flug pünktlich losgeht und die Fluglinie weder streikt noch pleitegeht. Und richtig magisch wird es, wenn in der Ankunftshalle auch das Gepäck da ist ... PACHERNEGG, THINKSTOCK Streitthema Asylwerber DISKUSSION. Die Entscheidung der Bundesregierung, Aslywerbern den Zugang zur Lehre zu verwehren, sorgt auch in Graz für Diskussionen. Von Tobit Schweighofer tobit.schweighofer@grazer.at Der MigrantInnenbeirat sieht „die Entscheidung, Asylwerbern den Zugang zur Lehre zu verbieten, als rückschrittlich an. Wir glauben, dass eine Chance auf Berufsausbildung nicht nur maßgeblich zur Integration dieser jungen Menschen beiträgt, sie gibt ihnen auch eine Perspektive im Leben.“ Soziallandesrätin Doris Kampus sorgt sich vorrangig um jene Asylwerber, die aktuell eine Lehre machen. „Asylwerber, die eine Lehre begonnen haben, sollten diese auch dann beenden dürfen, wenn es einen negativen Asylbescheid geben sollte.“ Für Sozial- und Integrationsstadtrat Kurt Hohensinner ist die Entscheidung der Bundesregierung hingegen nachvollziehbar: „Für mich gilt als oberstes Ziel, junge Menschen, die zuziehen, in Beschäftigung zu bringen. So bringen sie sich aktiv in die Gesellschaft ein.“ Asylwerber konnten bislang eine Lehre in Mangellehrberufen starten. Bei negativem Bescheid muss die Lehre aber abgebrochen und die Heimreise angetreten werden, was sehr oft zur Unzufriedenheit aller Beteiligten (Arbeitgeber und Lehrlinge usw.) führte. „Deshalb sehe ich den Schritt der Bundesregierung als notwendig an, ,Asylrecht‘ und ,Arbeitsrecht‘ zu trennen, gleichzeitig aber für Beschäftigung mit Perspektiven, die Rechtssicherheit haben, zu sorgen.“ Forderungen Folgende Forderungen stellt Hohensinner, damit das Gesamtpaket funktioniert: „Die Asylverfahren müssen gerade bei jungen Menschen schnell abgewickelt werden. In dieser ,Wartezeit‘ soll es über Remunerantentätigkeiten für junge Asylwerber ausreichend Beschäftigungsmöglickeiten geben. Hier ist es notwen- Intergrationsstadtrat Kurt Hohensinner (kl. Bild) fordert ein Gesamtpaket, um zugezogene Menschen voll in den Arbeitsmarkt zu integrieren. dig, dass das Land die Zuverdienstgrenze anhebt.“ Ab dem Zeitpunkt des positiven Bescheides soll eine volle Integration am Arbeitsmarkt möglich sein, mit der Sicherheit für alle, eine Lehre auch abschließen zu können. Darüber hinaus soll es über die Rot-Weiß-Rot-Card auch für Drittstaatsangehörige, die einen Mangellehrberuf machen möchten, einen neuen Aufenthaltstitel geben. Was auch für die Wirtschaft wichtig ist.“ Die Grazer Abgeordnete zum Nationalrat Martina Kaufmann bläst ins selbe Horn: „Ziel muss es sein, dass man jene Personen in den Arbeitsmarkt bringt, die für diesen auch rechtlich zugelassen sind, und nicht Asylwerber, die bei einem negativen Bescheid aus dem System hinausgerissen werden. Denn derzeit gibt es österreichweit über 8600 anerkannte Flüchtlinge unter 25 Jahren, die gerade einen Job suchen. Auf ihnen muss der Fokus liegen“, so Kaufmann weiter. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Silvia Pfeifer (0664/80 666 6918) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Mag. Daniel Windisch (0664/80 666 66 95), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Bernhard Sax (Lektorat), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@ grazer.at | VERKAUF: Reinhard Hochegger (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6491), Robert Heschl (0664/80 66 66 897), Michael Midzan (0664/80 666 6891), Selina Gartner (0664/80 666 68 48), Mag. 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