7 TAGE SONNTAG

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2. Februar 2021

- Teamchef Franco Foda im ganz persönlichen Interview: „Mir fehlen meine Freunde sehr!“ - Sport- und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner im Gespräch: „Es wird sicher keinen Sparkurs im Sozialbereich geben“ - Tests, Masken, Schichtbetrieb: So funktioniert der Schulstart nach dem Lockdown - Sonderlandtag war dinglich - Zusatztafeln für Grazer Straßennamen kommen - Toshi: Zweites Memori eröffnet in der Innenstadt - Projektstart in Graz: Christlich-islamischer Religionsunterricht

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6 graz www.grazer.at 2. FEBRAUR 2021 Die erste Zusatztafel zu den Grazer Straßennamen, die einen Bezug zu einer Person haben, wurde im Maria-Cäsar-Park in Liebenau montiert. STADT GRAZ/FISCHER Zusatztafeln für Grazer Straßennamen kommen START. Die erste personenbezogene Straße in Graz bekam eine Erklärtafel. 740 weitere folgen. Von Valentina Gartner valentina.gartner@grazer.at Die Grazer Straßennamen sorgen bereits seit Jahren für Unmut. Erst 2019 hat der Gemeinderat beschlossen, Erklär-Tafeln für historische Personen, nach denen Straßen, Gassen und Plätze benannt sind, anzubringen. Die ersten werden jetzt aufgehängt. Gestartet wurde gestern Montag, 1. Februar, mit dem Maria- Cäsar-Park in Liebenau. Die bekannte österreichische Widerstandskämpferin Maria Cäsar, die sich gegen das Nazi-Regime stark gemacht hat, lieh auch dem Park ihren Namen. Bei der ersten Montage der insgesamt 741 Zusatztafeln fanden sich auch Bürgermeister Siegfried Nagl, Bürgermeister-Stellvertreter Mario Eustacchio, Leiterin des Ludwig Bolzmann Instituts für Kriegsfolgenforschung Barbara Stelzl-Marx, Institutsgründer und Historiker Stefan Karner, sowie Vertreter der Grazer Stadtverwaltung, ein. Bis Mitte Februar sollen Grabbegasse, Alfred- Coßmann-Gasse, Arndtgasse, Dr.-Anton-Weg, Pertassekweg, Ambrosigasse, Dr.- Hanisch-Weg, Dr. Lemisch-Straße, Gabriel- Seidl-Gasse, Hackhofergasse und Janneckweg folgen. Die Texte für die Infotafeln wurden von der Universität Graz in Zusammenarbeit mit dem Ludwig Bolzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung erstellt, die alle von der ExpertInnenkommission Straßennamen (EKSN) überprüft und freigegeben werden. Neun Jahre gedulden Bis alle 740 Tafeln aufgestellt sind, wird es wohl noch dauern. Aus einer Anfrage der Piratenpartei an die Stadt geht hervor, dass sich die Grazer noch neun Jahre gedulden müssen, bis alle personenbezogenen Straßen ausgestattet sind. Nach der Auskunft des Stadtvermessungsamts sollen in einem krisenfreien Jahr 90 Straßen ausgestattet werden. „Wir finden es gut, dass endlich an dem Projekt gearbeitet wird, das Tempo ist alles andere als ambitioniert. Nachhaltiger wäre es, die historisch besonders belasteten Straßennamen umzubenennen, wenn ohnehin schon neue Straßenschilder produziert werden“, so Florian Lammer von den Piraten. Premium-Qualität aber lockeres Ambiente: Die Geschäftspartner Wei Wei Sun (l.) und Martin Essl-Franz eröffnen das Toshi am Südtiroler Platz. CONNY PA Toshi: Zweites Memori eröffnet in Innenstadt COOL. Ab Mitte Februar gibt es im Toshi am Südtiroler Platz Sushi, Ramen und asiatische Tappas. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Der Asia-Boom in Graz geht trotz Corona weiter. Erst kürzlich hat in der Sporgasse das neue Take-Away-Lokal „Bowls by MayKay“ aufgesperrt. Jetzt steht schon die nächste Eröffnung in der Grazer Innenstadt an. Memori- und Kiwano-Chef Wei Wei Sun macht zusammen mit Martin Essl-Franz nämlich Mitte Februar am Südtiroler Platz ein neues Restaurant auf. In den Räumlichkeiten des ehemaligen „Transilvania“ gibt es demnächst Sushi, Sashimi, asiatische Tappas und Ramen. Toshi bedeutet übersetzt so viel wie „Downtown“ oder „Stadt“ und versinnbildlicht bereits im Namen das neue Gastrokonzept der beiden Freunde und Geschäftspartner. In der urbanen Premium-Küche, die rund zwanzig Sitzplätze bietet, wird künftig das städtische „come as you are“-Prinzip in unkompliziertem Ambiente gelebt. Alle Speisen liefern die vom Memori gewohnte hochwertige Qualität. Hausgemachte Saucen und Limonaden, vom Somme- lier des Hauses ausgewählte Naturweine, Craft-Biere und Premium Sake runden das Gesamtkonzept ab. Zukünftig kann man die Speisen auch per Velo Food bestellen. Um die Speisen perfekt in Szene zu setzten wurde mit Renate Karácsonyi (KeramikARTelier) eine eigene Keramik-Linie geschaffen. Mehr News Und auch abseits der asiatischen Küche sind ein paar Neuheiten in Graz geplant. Erst kürzlich haben wir ja berichtet, dass Haubenkoch Daniel Marg vom Miss Cho und Pink Elephant das ehemalige Eckstein übernimmt und eine urige Kneipe nach norddeutschem Vorbild unter dem Motto „Futtern wie bei Muttern“ plant. Außerdem wird das Café Muhr frisch renoviert und umgestaltet im Frühjahr neueröffnet. In die Räumlichkeiten von Juwelier Kühnegger in der Stubenberggasse zieht im März eine zweite Filiale von „Der Eissalon“ ein und bietet dort auch Bubble-Waffeln, Pancakes und Smoothies an.

2. FEBRUAR 2021 www.grazer.at graz 7 GEPA (2) Teamchef Franco Foda „Der Sport zeigt, was mit Disziplin alles möglich ist“ INTERVIEW. ÖFB-Teamchef Franco Foda gibt ganz persönliche Einblicke in das Leben als Nationaltrainer mit der Pandemie, die Sehnsucht nach Kontakten mit seinen Freunden und die Chancen für 2021. Von Gerhard Goldbrich gerhard.goldbrich@grazer.at Zum Einstieg eine ganz persönliche Frage: wie geht es dem Teamchef im Homeoffice ? Foda: Grundsätzlich sehr gut. Der Tagesablauf ist natürlich ein anderer, beinahe alles funktioniert über Video- oder Telefonkonferenzen. Und natürlich fehlen die sozialen Kontakte, vor allem zu meinen Spielern. Aber man muss das Beste daraus machen. Das da wäre? Foda: Man erkennt, dass man rasch und professionell mit vielen Menschen auch virtuell sehr gut kommunizieren kann. Wir sind im ÖFB, ja sogar ich in meinem Trainerteam, in verschiedensten Teilen Österreichs und sogar im Ausland stationiert. Man muss nicht immer fahren oder fliegen, trägt so einen wichtigen Teil für die Umwelt bei. Das kann man schon als Positivum mitnehmen. Positive Energie wird man heuer brauchen, es wartet das wohl spannendste Jahr im Trainerleben des Franco Foda? Foda: Absolut, zehn Qualifikationsspiele für die WM 2022, zumindest drei Spiele bei der Euro und mindestens zwei Testspiele geben ein ordentliches Programm ab. Das sind so viele Bewerbsspiele wie noch nie. Eine persönliche Herausforderung? Foda: Eine echte Challenge für alle, physisch und psychisch: Spieler, Trainerteam, Fans, Organisatoren und auch für die Vereine. Keiner kann die weitere Entwicklung der Pandemie voraussagen. Da muss man einfach mehrere Pläne in der Schublade haben und sehr flexibel sein um die notwendige Professionalität und Disziplin auf den Boden zu bringen. Herrscht Disziplin? Foda: Gerade der Sport hat gezeigt, was mit Disziplin alles möglich ist. Die Sicherheitskonzepte haben gewirkt, es entstanden keine Cluster. Wir haben doch absolute Vorbildwirkung und müssen vorangehen. Das zeigen aber nicht nur die Fußballclubs, auch Großveranstalter wie Schladming oder Kitzbühel haben großartiges geleistet um Sport zu ermöglichen und tolles Entertainment zumindest ins Wohnzimmer zu bringen. Jetzt hoffen wir alle, dass die wunderbaren österreichischen Fans auch bald wieder in die Stadien dürfen. Zurück zum Fußball. Die einmalige Chance wartet, sich als erster Teamchef Österreichs für eine Europameisterschaft und eine WM zu qualifizieren. Aufgeregt? Weiter geht‘s auf der nächsten Seite!

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