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2. Februar 2021

- Teamchef Franco Foda im ganz persönlichen Interview: „Mir fehlen meine Freunde sehr!“ - Sport- und Sozialstadtrat Kurt Hohensinner im Gespräch: „Es wird sicher keinen Sparkurs im Sozialbereich geben“ - Tests, Masken, Schichtbetrieb: So funktioniert der Schulstart nach dem Lockdown - Sonderlandtag war dinglich - Zusatztafeln für Grazer Straßennamen kommen - Toshi: Zweites Memori eröffnet in der Innenstadt - Projektstart in Graz: Christlich-islamischer Religionsunterricht

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10 graz www.grazer.at 2. FEBRAUR 2021 C H R O N I K Blaulicht Report ✏ julian.bernoegger@grazer.at Junge Frau bei Bob-Unfall verletzt ■ Am Montagnachmittag verunfallten zwei junge Frauen beim Bobfahren auf dem Schöckl. Die beiden Grazerinnen fuhren mit einem Doppelsitzer-Bob auf einer schneebedeckten Forststraße, in einer Rechtskurve flogen sie aufgrund der hohen Geschwindigkeit aus der Bahn. Danach schlitterten sie einen Abhang hinunter und krachten gegen einen Baum. Die 17-Jährige prallte mit dem Rücken gegen den Stamm und verlor sogar für kurze Zeit das Bewusstsein. Sie konnte sich wenig später selbst wieder zurück zur Forststraße begeben und wurde anschließend von der Besatzung des Rettungshubschraubers C12 Die Besatzung des Rettungshubschraubers C12 rettete eine 17-jährige Grazerin, die beim Bobfahren auf dem Schöckl verunfallte. (Symbolbild) GETTY zum LKH-Graz geflogen. Dort wurde sie stationär aufgenommen. Die 18-Jährige blieb zum Glück unverletzt. Keine Verkehrstoten im Jänner Erfreuliche Nachrichten: Laut VCÖ (Verkehrsclub Österreich) ist die Steiermark das einzige Bundesland, in dem es im Jänner keinen einzigen Verkehrstoten zu beklagen gab. „Jeder Tote auf unseren Straßen ist einer zu viel. Daher ist es sehr erfreulich, dass wir in der Steiermark im Jänner das Ziel von null Verkehrstoten erreichen konnten,“ betont der stellvertretende Landeshauptmann und Verkehrsreferent Anton Lang heute in einer Aussendung. Auch in Zukunft will Lang für mehr Sicherheit im steirschen Straßenverkehr kämpfen und fordert härtere Strafen für notorische Raser: „Leider gibt es immer noch zu viele Unbelehrbare, die sich selbst und andere durch eine zu hohe Geschwindigkeit gefährden,“ betont er. Laut Innenministerium werden drei Viertel aller tödlichen Unfälle auf Österreichs Straßen durch Ablenkung und überhöhte Geschwindigkeit verursacht. Wasserrohrbruch in der Kärnterstraße Eine böse Überraschung erwartete Autofahrer und Anrainer heute Morgen in der Grazer Kärntnerstraße: Es kam zu einem großen Wasserrohrbruch. Eine alte Hauptwasserleitung aus dem Jahr 1942 war plötzlich geplatzt, der Verkehr musste vorrübergehend umgeleitet werden. Umliegende Häuser dürften zum Teil durch das austretende Wasser beschädigt worden sein. Das Ausmaß der Schäden ist noch nicht bekannt. Die Holding Graz begann umgehend mit der Reparatur der kaputten Leitung.

2. FEBRUAR 2021 www.grazer.at graz 11 Die Corona-Zahlen in Graz bleiben aktuell recht konstant. GETTY Aktuelle Grazer Corona-Zahlen ■ Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt heute in Graz bei 83,5 Fällen pro 100.000 Einwohner (gestern 84,5), in Graz-Umgebung bei 85,2 Fällen. Der Steiermark- Durchschnitt beträgt 112,8. Inzwischen gibt es laut AGES steiermarkweit 1.612 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19. In Graz sind bisher 235 Menschen verstorben – 80,7 pro 100.000 Einwohner. Die Intensivbetten in der Steiermark sind zu 25,5 Prozent ausgelastet, gestern waren es 22,5 Prozent. Keiner hob bei der Stadt ab. Die gesamte Mannschaft ist in Quarantäne. KK Rathaus-Telefon war nicht besetzt ■ Keiner hob ab, wenn heute im Grazer Rathaus in der Telefonzentrale Anrufe auf 0316/ 872-0 eingingen. Es war nämlich keiner da, die gesamte Stelle musste wegen einiger Coronafälle unter den Mitarbeitern geschlossen in die Quarantäne. Die Stadt Graz bedauert die Situation auf ihrer Homepage, ersucht die Anrufer entweder das hauseigene Telefonbuch zu verwenden oder auf Mails auszuweichen. Man sucht emsig nach Alternativ-Lösungen wie externe Anbieter. Projektstart in Graz Christlich-islamischer Religionsunterricht In einigen Schulen im Großraum Graz werden katholischer uns islamischer Religionsunterricht versuchsweise zusammengefasst. GETTY NEU. Ein Team der Uni Graz startet mit einem Projekt, das interreligiösen Unterricht in Schulen etablieren soll. Für mehr Verständnis untereinander. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Wie wichtig die Schule als Ort der Begegnung ist, haben die Schulschließungen im Zuge der Corona-Krise eindrucksvoll gezeigt. Freundschaft, Solidarität und Verständnis füreinander – all das kann durch den persönlichen Kontakt entstehen, wie der dramatische Fall der Abschiebung eines 12-Jährigen Mädchens und seiner Familie nach Georgien vergangene Woche vor Augen führte. Kinder gingen auf die Straße, um für ihre Mitschülerin zu demonstrieren, um für sie einzustehen und für ihre Rechte und ihre Zukunft zu kämpfen. Schulen bleiben also, bei aller politischen Instrumentalisierung gerade in Religionsfragen, Orte der Begegnung. Räume, in denen verschiedene soziale, ethnische, kulturelle und auch religiöse Hintergründe aufeinandertreffen und die so zu mehr Verständnis untereinander beitragen können. Hier setzt nun ein gestern offiziell gestartetes Projekt der Uni Graz an, das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds FWF mit 400.000 Euro gefördert wird: Christlichislamischer Religionsunterricht. Schulen gesucht „Es ist wichtig, hier anzusetzen und offen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu sprechen“, unterstreicht der Projektleiter und katholische Religionspädagoge an der Uni Graz, Wolfgang Weirer. „Unsere Idee ist, dass muslimische und katholische Kinder für einige Schulstunden von ihren jeweiligen ReligionslehrerInnen gemeinsam unterrichtet werden.“ Wenn der Präsenzunterricht wieder möglich ist, soll dann in ausgewählten Schulen in der Sekundarstufe II (ab dem 9. Schuljahr) an jeweils einer Klasse für drei bis vier Wochen der konfessionelle Religionsunterricht ausgesetzt und stattdessen dieser interreligiöse Unterricht erprobt werden. Gestartet wird im Großraum Graz, natürlich auf freiwilliger Basis. Eltern Wolfgang Weirer werden gefragt. Ziel ist ein besserer Dialog untereinander, denn Vielfalt ist mittlerweile Realität. „Wir haben in vielen Schulen Kinder mit unterschiedlichen Religionen und Konfessionen in der gleichen Klasse, im Religionsunterricht sind sie aber in der Regel getrennt. Da wird zum Beispiel über den Islam unterrichtet, aber nicht im Gespräch mit Kindern und Jugendlichen der verschiedenen Religionen“, so Weirer zur Grundidee. Genau zu diesen Gesprächen sollte es für den Experten aber vermehrt kommen. „Mittelfristig können solche Phasen des interreligiösen Lernens eine wichtige Ergänzung des konfessionellen Religionsunterrichts sein. Damit Kinder religiöse Vielfalt nicht nur im Pausenhof und in der Straßenbahn erleben, sondern eben auch im Religionsunterricht.“ Das interreligiöse Projektteam hat bereits die Arbeit genommen, im ersten Schritt werden Schulen identifiziert und auch Lehrpersonen, die sich vorstellen können, im Team-Teaching zu unterrichten. Aus den Ergebnissen sollen anschließend Lehr- und Lerntheorien entwickelt werden.

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