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2. Februar 2020

- 2019 war das Jahr der Raser: 82.000 Mal tappten Grazer in die Radarfalle - Touristen-Orientierung: Fußgänger-Leitsystem kommt im Frühjahr - Ries: „Wir wollen den Zebrastreifen wieder“ - Straflandesgericht ist nun barrierefrei - M1 hat als Martinibar mit neuen Chefs wiedereröffnet - Opernredoute 2020

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6 graz www.grazer.at 2. FEBRUAR 2020 K O M M E N T A R von Verena Leitold ✏ verena.leitold@grazer.at Zig Euros Strafe für ein paar Sekunden N iemand von uns muss versuchen, päpstlicher zu sein als der Papst. Denn klar, jeder Einzelne hat schon einmal einen Strafzettel bekommen, weil er mit dem Auto ein bisschen – oder ein bisschen mehr – zu schnell unterwegs war. Bedenklich wird es nur, wenn man sich vor Augen führt, wie unnötig das eigentlich ist. Etwa 29 Prozent der in Graz zurückgelegten Wege sind maximal drei Kilometer lang. Fährt man diese drei Kilometer mit den im Stadtgebiet an Vorrangstraßen erlaubten 50 Kilometern pro Stunde, braucht man dafür drei Minuten, 36 Sekunden. Fährt man 60 km/h, ist man genau drei Minuten unterwegs. Mit 70 km/h sind es zwei Minuten, 33 Sekunden. Die paar Sekunden, die man früher am Ziel ist, können einen da 30 Euro kosten. So viel wird einem nämlich für bis zu 20 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung in Österreich verrechnet. Darüber sind es 50 Euro. Bei 50 km/h zu schnell muss man richtig tief in die Tasche greifen: 2180 Euro und Führerscheinentzug können fällig werden. Das Geld kann man anderweitig sicher besser auf den Putz hauen – etwa für einen gemütlichen Kaffee bei der Ankunft. Das einzige Manko: Für diesen hat man halt 33 Sekunden weniger Zeit. Touristen-Orientierung Leitsystem kommt im Frühjahr ENDLICH. Mit einer zweijährigen Verzögerung werden in diesem Frühjahr 56 Stelen, die den Weg zu Sehenswürdigkeiten weisen, in Graz verteilt. Von Svjetlana Wisiak svjetlana.wisiak@grazer.at Schauspielhaus-Premiere ■■ Wajdi Mouawads „Vögel“, inszeniert von Sandy Lopicic, ̌ ´ behandelt die Frage von Identität und Herkunft, die sich zwischen dem Berliner Eitan Zimmermann (gespielt von Frieder Langenberger) und der jüdischen New Yorkerin Wahida (Katrija Lehmann) abspielt. Am Freitag feierte man Premiere. Am 17. März 2017 stimmte der Gemeinderat für die Einrichtung eines Orientierungssystems für Fußgänger, das Stadtunkundige und Touristen zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Graz führen sollte. Obwohl der Umsetzungszeitraum bis Ende 2017 festgelegt wurde, sind die schwarzen Tafeln noch immer nicht im Stadtbild aufgetaucht. Das soll sich nun ändern: Ende Mai will man mit der Umsetzung beginnen, spätestens Ende September sollten die Stelen auf 17 Haupt- und 29 Nebenziele verweisen, wie Johannes Purkarthofer, Projektleiter in der Stadtbaudirektion, bestätigt. „Der Zeitplan war etwas optimistisch angesetzt“, erklärt er vorsichtig die Verzögerung. Technische Abklärungen über die Beschaffenheit der Materialien und die genauen Standorte (die Fundamente dürfen schließlich keine Leitungen beschädigen) hätten sich lange hingezogen. Schon 2003 geplant Dass die Wegweiser nun tatsächlich kurz vor der Umsetzung stehen, freut den Grazer Tourismus- Chef Dieter Hardt-Stremayr: „Im Rahmen des Kulturjahrs 2003 waren sie bereits in Planung. Sie Mathias Lodd und Frieder Langenberger KARELLY/LAMPRECHT Coronavirus: Stornierung ■■ Angesichts der steigenden Gefahr, die vom Coronavirus ausgeht, weist die steirische Arbeiterkammer auf die Bedingungen für eine kostenlose Reise- Stornierung hin: Diese ist nur dann möglich, wenn die Reise in die Provinz Hubei oder die Hauptstadt Wuhan führt. 16 solcher Fokus- Stelen werden an neuralgischen Punkten in Graz aufgestellt.BUERO BAUER mussten dem übergeordneten Garagen- und Verkehrsleitsystem weichen“, erklärt er. Nun sei die Konzeption jedenfalls „unter Dach und Fach“: 36 Fahnen- Wegweiser, 16 Fokus-Stelen und vier Hauptübersichten werden an bereits festgelegten Orten aufgestellt. Vorerst bleiben sie „nur“ analog. Denkbar ist aber eine digitale Einbindung – etwa in den interaktiven Stadtplan. In der Vorbereitung wurden übrigens die öffentlichen Orte „aufgeräumt“: Ungebrauchte Telefonzellen und Postkästen sind im Laufe der Jahre unauffällig entfernt worden (etwa eine Telefonzelle am Schlossbergplatz). Kostenlose Stornierung ist nicht immer möglich. GETTY derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Jasmin Strobl (664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Svjetlana Wisiak, CvD (0664/80 666 6491), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Birgit Schweiger (Lektorat), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. Eva Semmler (0664/80 666 6895), Thomas Maier (0664/80 666 6690), Egbert Triebl (0664/80 66 66 892) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 666 6490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner | HERSTELLUNG: Druckerei Carinthia, St. Veit/Glan | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice GmbH (05/1795-0) | VERBREITETE AUFLAGE: 174.566 (Der Grazer, wö, ÖAK 1. HJ 2019). | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

2. FEBRUAR 2020 www.grazer.at graz 7 „Wollen Zebrastreifen wieder“ GEFAHR IM VERZUG. Kein Ende der Diskussion um entfernte Schutzwege. Im Grazer Bezirk Ries fehlen drei Zebrastreifen an neuralgischen Verkehrspunkten. Der Bezirk will alle drei wiederhaben. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Der Bezirksvorsteher von Ries, Josef Schuster, wird nicht müde, die Wiederherstellung von drei Schutzwegen in seinem Bezirk zu fordern. Schuster: „Ich kann das nicht nachvollziehen. Die Stadt sagt, wenn nicht 25 Menschen als Spitze innerhalb einer Stunde einen bestehenden Schutzweg queren, dann kommt dieser weg.“ Schuster kämpft um die Wiederherstellung folgender Schutzwege: ☞Billrothgasse/Kreuzung Stiftingtalstraße hinter der Einfahrt zur LKH-Tiefgarage. Schuster betont, dass hier ein Kinderspielplatz vorhanden ist und die Querung vor allem für Kinder enorm gefährlich ist. Stadträtin Elke Kahr hingegen sieht hier die Kriterien für einen Schutzweg nicht mehr erfüllt. Da- für wurden Gefahren- und Hinweiszeichen aufgestellt. ☞Riesstraße, Höhe Greimel, dort, wo früher die Volksschule war, wurde ebenfalls ein Zebrastreifen geschleift. Schuster: „Ohne den fehlenden Schutzweg kommen hier die Leute einfach nicht über die Straße, die Autos bleiben nicht stehen. Hier wäre sogar eine Ampel notwendig. Kahr: Der Zebrastreifen war so lange gerechtfertigt, als die Schule dort war. Danach gingen die Querungen massiv zurück. Schuster: „Hier sind viele neue Wohnanlagen entstanden, die Querungen sind nach wie vor massiv.“ ☞Stiftingtalstraße, Höhe Kindergarten. Schuster: „Hier gibt es eine Bushaltestelle, ganze Kindergruppen queren die Straße, etwa wenn sie in den nahen Wald wollen. Der Zebrastreifen fehlt sehr.“ Kahr: Es wurde alles mehrfach ➠ Hier fehlt der Zebrastreifen Josef Schuster (kl. F.) will vor allem den Schutzweg vor dem Kindergarten in der Stiftingtalstraße wiederhaben. KK (2) geprüft, die Zahl der Querungen ist zu gering. Alternativ wurde der Straßenbereich umgebaut und mit einer Mittelinsel versehen. Ein sicheres Queren zum Kindergarten ist möglich. „Übrigens haben wir mehr Schutzwege neu angelegt als Zebrastreifen entfernt.“ Die Kriterien für einen Schutz sind: Mindestfrequenzen an Querungen und Kfz-Verkehr, Beleuchtung, Sichtweiten. Auf Straßen, wo die Autos mehr als 55 km/h fahren dürfen, gibt es nur Schutzwege mit Ampeln. Ein Kriterium ist auch die Anzahl der zu querenden Fahrstreifen, bei zweispurigen Straßen in eine Fahrtrichtung gibt es einen geregelten Schutzweg. Die Menschen in Ries hoffen, dass sie ihre Zebrastreifen wiederbekommen; Schuster startet eine Unterschriftenaktion.

2021