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19. Juli 2020

- Viele neue Parks: Stadt Graz will jedes Fleckerl Grün sichern - Fast die Hälfte fürchtet Personalabbau: Düstere Stimmung bei Grazer Unternehmen - Kurioser Straßenschilder-Tausch - Nur Burgherr kann Ruine Gösting retten - Historische Rielmühle soll unter Denkmalschutz gestellt werden - Neue Sportanlagen in Graz - Gastro-Neueröffnungen: Sushi im Subarashii und Co - Grossauers sperrten Fischwirt auf

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14 graz www.grazer.at 19. JULI 2020 Wer auf der Straße blöd stolpert, SCHERIAU Wenn man sich im Straßenverkehr verletzt, egal ob bei einem Autounfall, mit dem Fahrrad oder zu Fuß, muss man das bei der nächsten Polizeidienststelle anzeigen. WAS VIELE NICHT WISSEN. Ein Unfall- Experte der Polizei klärt über zunächst seltsam anmutende Regelungen im Straßenverkehr auf. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Unser Artikel zur Gefahrenstelle für Radfahrer in der Alten Poststraße sorgt noch jetzt – Wochen später – für Aufregung. Die Polizei erklärte nämlich, dass alle verletzten Radler, die dort gestürzt waren, dies auch anzeigen müssen, ansonsten würden sie rechtlich gesehen Fahrerflucht begehen – auch wenn keine anderen Personen am Unfall beteiligt waren. Zahlreiche Leser meldeten sich daraufhin. Gerhard Pirker vom Verkehrsunfallkommando der Gra- zer Polizei klärt deshalb jetzt über Unfälle im Straßenverkehr und die eine oder andere zunächst kurios anmutende Regelung auf: „Jeder Verkehrsunfall mit Personenschaden muss bei der Polizei zur Anzeige gebracht werden. Ein Verkehrsunfall ist laut Gesetz ein Sach- oder Personenschaden, der plötzlich dort eintritt, wo die Straßenverkehrsordnung gilt. Das heißt, wenn jemand am Gehsteig stolpert, dabei umknickt oder einen Kratzer davonträgt, wurde er im Straßenverkehr verletzt – muss es also rechtlich gesehen bei der Polizei anzeigen.“ Dabei macht es keinen Unterschied, ob eine oder mehrere Personen beteiligt sind, ob zwei Fußgänger zusammenlaufen, ein Radfahrer stürzt oder ein Auto in eine Straßenbahn kracht und Fahrgäste dadurch geschädigt werden. Wer den Unfall nicht zur Anzeige bringt, begeht Fahrerflucht. „Die Anzeige kann unterbleiben, wenn es sich nur um einen Sachschaden handelt“, so Pirker. Straßenbahnfahren wie einst: Auch in diesem Sommer geht es mit den Oldtimer-Straßenbahnen gratis durch die Grazer Innenstadt. Gratis mit der Oldtimer-Bim ■■ Zum dritten Mal fährt nach einer Initiative des „Grazer“ in Zusammenarbeit zwischen Holding Graz, Stadt Graz und Tramway- Museum in den Sommerferien eine Oldtimer-Straßenbahn als Attraktion durch die Grazer Innenstadt. Vom Jakominiplatz geht es zum Hauptbahnhof, die Bim fährt die Schleife in der Waagner- Biro-Straße und kehrt dann wieder zurück zum Jakominiplatz. Die Mitfahrt ist gratis. Wie in allen normalen Straßenbahnen und Bussen gilt die Schutzmaskenpflicht. KK Das Tramway-Museum schickt diesmal besonders alte Garnituren als „Sommer-Bim“ durch die Stadt: Es kommen die Garnitur 121 + 60 b Beiwagen, aus dem Jahr 1909 (!), sowie die Garnitur 251 + 401 b aus dem Jahr 1950 zum Einsatz. Die Bim fährt Freitag, Samstag und Sonntag von 12 bis 18 Uhr. Das gilt nicht an den Tramway- Museumstagen am 26. Juli, 9. und 23. August sowie 6. September. Tramwayfahren wie früher ist ein besonderes Erlebnis für Grazer und ebenso für Touristen. VOJO

19. JULI 2020 www.grazer.at graz 15 muss zur Polizei Dann müssen Name und Anschrift ausgetauscht werden – der Führerschein alleine reicht nicht. Im Idealfall wird ein standardisierter europäischer Unfallbericht ausgefüllt. Tatort nicht verändern Bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden greift das Strafrecht. „Man spricht von fahrlässiger Körperverletzung im Straßenverkehr“, so Experte Pirker. Rechtlich gesehen handelt es sich bei der Unfallstelle also um einen Tatort. Dieser darf nicht verändert werden. Die Polizei muss vermessen und Spuren sichern. Auch wenn man mit dem Auto mitten in einer Kreuzung steht und den Verkehr behindert, sodass links und rechts gehupt wird, die Fahrzeuge dürfen nicht auf die Seite gestellt werden. Pirker gibt einen Tipp, wenn andere Verkehrsteilnehmer zu lästig werden: „Am besten das Kennzeichen fotografieren. Dann ist die Übertretung aktenkundig und die Leute sind meistens still. Hupen darf man nämlich nur, um eine Gefahr abzuwenden!“ Keiner der Beteiligten darf den Unfallort verlassen – auch nicht um eine Person ins Krankenhaus zu bringen. Die Rettung muss gerufen werden. Handelt es sich nur um einen Sachschaden, reicht es, Fotos von der Unfallstelle zu machen. Die Fahrzeuge können dann auf die Seite gestellt werden. Anzeige erstatten Wenn es aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, mit dem Zweitbeteiligten zu kommunizieren, muss ebenfalls Anzeige erstattet werden. Wenn man also bei einem parkenden Auto anfährt, ist dies der Polizei sofort zu melden. Ist wie in diesem Fall der Datenaustausch nicht möglich, ist auch keine Blaulichtsteuer zu bezahlen. Es reicht nicht, das berühmte Post-it mit Namen und Telefonnummer zu hinterlassen, und auch nicht, nach der Arbeit bei der Dienststelle vorbeizufahren. Derzeit muss man in die CvH geradeaus – dann wartet allerdings eine Mauer auf einen. KK Kuriose Straßenmarkierung ■■ Im Bezirk Liebenau wundern sich Auto-, Moped- und Radfahrer gerade gewaltig. Bei der Kreuzung von der Evangelimanngasse kommend in die Conrad-von-Hötzendorf-Straße ist bei der Bodenmarkierung etwas gewaltig schiefgegangen. Derzeit darf man wegen der Bauarbeiten in der Conrad-von- Hötzendorf-Straße nicht nach rechts abbiegen. Heißt, man müsste nach links in Richtung Merkur-Stadion stadtauswärts ausweichen – eine kuriose, orange leuchtende Bodenmarkierung zeigt allerdings an, dass man an der Kreuzung geradeaus fahren muss. Nur dass, wenn man geradeaus fährt, man direkt in eine Steinmauer à la Harry Potter fahren müsste. Aber die Fahrer können aufatmen, die Verwirrung und somit der bunte Pfeil werden so schnell wie möglich behoben. VALI

2021