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19. Juli 2020

- Viele neue Parks: Stadt Graz will jedes Fleckerl Grün sichern - Fast die Hälfte fürchtet Personalabbau: Düstere Stimmung bei Grazer Unternehmen - Kurioser Straßenschilder-Tausch - Nur Burgherr kann Ruine Gösting retten - Historische Rielmühle soll unter Denkmalschutz gestellt werden - Neue Sportanlagen in Graz - Gastro-Neueröffnungen: Sushi im Subarashii und Co - Grossauers sperrten Fischwirt auf

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10 graz www.grazer.at 19. JULI 2020 Mit eigenen Schildern (kleines Bild) soll auf Wald-vermüllende Mitbürger aufmerksam gemacht werden. Motto: Stopp! Schluss damit! KK, GETTY Schilder-Aktion gegen Wald-„Schweinereien“ MIST. Corona-Masken, Müll und Co werden illegal im Wald entsorgt. Schild-Initiative soll mahnen. Von Philipp Braunegger philipp.braunegger@grazer.at Die Wiederentdeckung des Waldes haben während der Corona-Monate viele Grazer erlebt. Die grünen „Lungen“ in der Stadt und im unmittelbaren Umland wurden regelrecht gestürmt. Die Folgen waren aber nicht nur besseres Durchatmenkönnen und Zuinnerer-Ruhe-Finden – sondern auch die Hinterlassenschaft von Müll sonder Zahl! Stadtförster Peter Bedenk wurde immer wieder mit Hinterlassenschaften konfrontiert, die das Schätzen des Waldes konterkarierten. „Angefangen von Picknick-Müll, Flaschen, Dosen etc. bis hin zu ‚neuartigem‘ Unrat wie gebrauchten Corona-Masken ... Die ganze Palette an Abfall, den die Spaziergänger und Wanderer eigentlich mit heim nehmen und entsprechend entsorgen sollten, wurde in den Wäldern hinterlassen.“ Betroffen sind dabei „alle Grazer Wälder“, sprich Petersbergen genauso wie Buchkogel oder Plabutsch. Immer wieder wird Bedenk darauf angesprochen, warum denn nicht einfach Mistkübel aufgestellt werden, wie etwa in den Grazer Parks. „Ganz einfach: In den Wäldern leben jede Menge Wildtiere. Vögel, Rehe und Co laufen Gefahr, in einem Mistkübel herumzugraben und sich womöglich an scharfen Kanten oder Scherben zu verletzen. Daher stellen wir keine auf.“ Und mit den Parks lasse sich die Situation auch nicht vergleichen, dort werden die Mistkübel ja oft vonseiten der Stadt geleert. Ein Dilemma – das man nun in Angriff nimmt, wie Bedenk erklärt. „Wir können nur bewusstseinsbildend eingreifen und an die Vernunft der Menschen appellieren. Unterstützen sollen uns dabei neue Schilder, auf die Schweinderln in Signalfarben aufgemalt sind. Diese werden an Stellen positioniert, wo Wald- Besucher – auf im übertragenen Sinn schweinische Art und Weise – Müll hinterlassen haben.“ In den kommenden Tagen werden die Schilder aufgestellt. In der Hoffnung, dass die Forst-Grünoasen von umweltschädigenden „Schweinereien“ endlich verschont bleiben. Das Herrenhaus liegt für jeden sichtbar an der Straße Richtung Stattegg. Es ist in gutem Zustand und soll samt Mühle erhalten bleiben. GRAZERBE.AT Historische Rielmühle unter Denkmalschutz? HOFFNUNG. Die Rielmühle in Graz-Andritz soll doch unter Denkmalschutz gestellt werden. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Es war ein Hinweis im Internet, dem zufolge an der Adresse Statteggerstraße 40 ein Neubau mit 20 Wohneinheiten entstehen soll, der die Andritzer Altstadtschützer auf den Plan brachte. Der unermüdlich für Altbauschutz kämpfende Grazer Peter Laukhardt alarmierte sofort das Bundesdenkmalamt. Er forderte von den Denkmalschützern, man möge doch das Ensemble der Rielmühle in Graz unter Denkmalschutz stellen. Vom Denkmalamt kamen punktwendend optimistisch klingende Signale: „Zu Ihrer Anregung, die Riel-Mühle unter Denkmalschutz zu stellen, wird mitgeteilt, dass das Prüfverfahren nach wie vor im Laufen ist, aber in Kürze nun doch zum Abschluss gebracht werden soll“, heißt es in einem Schreiben an Laukhardt. Geht man von der Inschrift über dem Eingang aus, dann ist das Herrenhaus der Rielmühle im Jahr 1371 erbaut worden. Noch heute präsentiert sich der Komplex von Wirtschaftsgebäude, Mühle und Wohnhaus in einem hervorragenden Erhaltungszustand. Wie der Altstadtschützer zu berichten weiß, ist das Wohnhaus ein vierachsiger, dreigeschossiger Schopfwalmgiebelbau. Sein Baukern ist spätgotisch, das Haus weist mehrere kreuzgrat- und stichkappengewölbte Räume auf. Im zweiten Viertel des 17. Jahrhunderts erfolgte ein Umbau, vermutlich durch Peter Reicher. Die Fassade stammt aus dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts und ist durch ein Gitterwerk und durch ein Floriani-Fresko zwischen der ersten und zweiten Achse des Obergeschosses geschmückt. Das Mühlengebäude am Andritzbach kann zum Teil noch mit Originaleinrichtungen aufwarten. Das Objekt wird auch als „Kunst-Mühle“ verwendet. Nicht nur die Andritzer Altstadtschützer hoffen, dass dieses einzigartige Ensemble in Andritz erhalten bleibt und in etwaige Neubauten eingebunden wird.

19. JULI 2020 www.grazer.at graz 11 Fratzen im Scheinwerferlicht COOL. Die GrazGuides beleuchten im neuen Rundgang verborgene Details unserer Stadt, indem sie Scheinwerfer auf Denkmäler, Fassaden oder Wappen richten. Von Verena Leitold & Tobit Schweighofer redaktion@grazer.at Wenn der Tag zu Ende geht und es langsam Nacht wird, beleuchten die GrazGuides jetzt die verborgenen Seiten der Stadt – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Stadtführer-Truppe rund um Melitta Ranner hat nämlich einen neuen Rundgang unter dem Titel „Spotlights“ konzipiert, bei dem mit Scheinwerfern Fassaden und Denkmäler angestrahlt werden. „Wir beleuchten skurrile Fratzen, Ranken, Wappen, interessante Hausheilige und andere Merkwürdigkeiten. Graz kann auch im Dunkeln zauberhaft sein, darum locken wir unsere Gäste auch in manch schummriges Gässchen, wo wir das ein oder andere Kleinod ins rechte Licht setzen“, erklärt Ranner. Ein Beispiel wären da etwa die sogenannten Maskarons, Gesichter an Hauseingängen und Fassaden. Diese haben meist eine Schutzfunktion für die betreffenden Häuser, sie wehren böse Geister ab und haben oft schreckliche Fratzen. Zwischen- durch aber gibt es auch einige mit durchaus skurrilen oder lustigen Gesichtern. Die Rundgänge finden ab sofort jeden Samstag statt, im August um 20.30 Uhr, im September um 20 Uhr und im Oktober um 19 Uhr. Treffpunkt ist jeweils beim Taubenbrunnen am Schlossbergplatz. In Graz kann man bei Nacht lustige, aber manchmal auch schauerhaft schreckliche Fratzen erkennen. Die GrazGuides beleuchten sie in einem Rundgang. SCHIFFER, KK

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