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19. Februar 2021

- Lob und Tadel für neues Sozialunterstützungsgesetz - Umbau im Grazer Roseggerhaus voll im Gange - Gemeinsamer Religionsunterricht für Christen und Muslime - Trotz Corona: Parkhotel investiert eine Million Euro in Ausbau - WKO: Bilanz nach zwei Wochen Handlsöffnung - Verlängerung bis Juli: Gastgartengebühr weiter ausgesetzt

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6 graz www.grazer.at 19. FEBRUAR 2021 C H R O N I K Blaulicht Report ✏ nina.wiesmueller@grazer.at Raubüberfall auf Taxifahrer ■ Zu einem Raubüberfall kam es gestern Abend im Bezirk Gries. Zwei junge Männer stiegen gegen 20.20 Uhr in der Kaiserfeldgasse in ein Taxi, welches von einem 81-Jährigen gelenkt wurde. Als Ziel gaben sie das Einkaufszentrum Citypark an. Dort angekommen, forderten sie den Taxifahrer auf, weiter in die Hohenstauffengasse zu fahren. Am finalen Ziel angelangt, zogen beide Männer plötzlich eine Schusswaffe und forderten den Taxifahrer zur Herausgabe von Bargeld auf. Der 81-jährige folgte der Aufforderung, die Täter erbeuteten einen geringen zweistelligen Ein 81-jähriger Taxifahrer wurde Donnerstagabend bedroht und ausgeraubt. Eurobetrag. Anschließend flohen die beiden stadteinwärts in Richtung Kärntnerstraße. Der Taxifahrer blieb unverletzt, erlitt jedoch einen Schock. Die sofort eingeleitete Fahndung blieb bis jetzt erfolglos. Verkehrsunfall ■ In Graz-Eggenberg ereignete sich gestern Abend ein Ver- GETTY kehrsunfall. Ein 29-Jähriger aus Graz-Umgebung fuhr mit überhöhter Geschwindigkeit auf der Steinbergstraße stadtauswärts, als ein Hund oder Fuchs über die Straße lief. Aus diesem Grund verriss der Lenker das Fahrzeug, kam infolgedessen von der Straße ab und fuhr auf die Böschung. Der PKW touchierte einen Lichtmasten, und blieb auf der Fahrbahn liegen. Der stark alkoholisierte Lenker wurde unbestimmten Grades verletzt. Personenschaden ■ In Kalsdorf kam es gestern zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden. Ein 21-jähriger Motorradfahrer war mit stark überhöhter Geschwindigkeit unterwegs und missachtete in Folge eine rote Ampel. Zur gleichen Zeit fuhr ein 59-jähriger Grazer bei grüner Ampelschaltung in dieselbe Kreuzung ein. In Folge kam es zu einer Kollision zwischen dem PKW und dem Motorrad, wobei der 21-Jährige zu Sturz kam und sich schwer an der Hand verletzte. Die beiden PKW-Insassen blieben unverletzt, alle Beteiligten waren nicht alkoholisiert. Kurz vor dem Unfallzeitpunkt fiel der Motorradfahrer bei einer Geschwindigkeitskontrolle wegen stark überhöhter Geschwindigkeit auf. Graz investiert in Bim und Bus AUSBAU. Am Mittwoch wurden neue Investitionen in den öffentlichen Verkehr beschlossen. Zwei neue Straßenbahnlinien und der Ankauf neuer Fahrzeuge sollen das Verkehrsnetz erweitern. In Sachen öffentlicher Verkehr tut sich in Graz so einiges: Während alle Augen auf die neuen Metro-Pläne gerichtet waren, beschloss das Kontrollgremium der Abteilung für Verkehrsplanung kommende Investitionen in den bestehenden öffentlichen Verkehr. Konkret geht es um den Ankauf von 15 Straßenbahnzügen und den Ausbau der Remisen-Infrastruktur sowie die Option für 40 weitere Schienenfahrzeuge. Im Laufe des Jahres 2024 werden die Linien 6 und 7 gesplittet und als zwei neue Linien 16 und 17 über die Strecke Neutorgasse - Andreas- Hofer-Platz - Belgiergasse - Annenstraße fahren. „Die Straßenbahn ist bei uns das Rückgrat des öffentlichen Verkehrs. Dies wird heuer durch die Inbetriebnahme von 2 neuen Linien und die Bestellung neuer Fahrzeuge unterstrichen. Unser Anliegen ist es, dass wir diesen Schwung für weitere in Vorbereitung bzw. Planung befindliche Projekte mitnehmen“, betonte Stadträtin Elke Kahr. Beschlossen wurde außerdem die Einrichtung einer „Sommerbim“, die vom 9. Juli bis 12. September von Freitag bis Sonntag jeweils zwischen 12 und 18 Uhr im Stadtgebiet gratis verkehrt. Die Verlängerung der Buslinie 65 in Puntigam und die Errichtung neuer Wartehäuschen wurden ebenfalls fixiert. Mehr dazu auf graz.at. Eines der Modelle, die vielleicht schon bald auf den Grazer Straßen zu sehen sind: „Flexity“ von Bombadier. Im Echtbetrieb von den Graz Linien getestet. STADT GRAZ/WEHAP NACHRICHTEN AUS DEM RATHAUS ENTGELTLICHE KOOPERATION

19. FEBRUAR 2021 www.grazer.at graz 7 Trotz Corona: Parkhotel investiert eine Million in Ausbau STARK. Das Grazer Parkhotel nutzt den Lockdown für einen riesigen Umbau. Dabei werden regionale Firmen eingebunden. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at So schwer die Zeiten sind, einige Unternehmen wagen doch, auch in der Krise zu investieren. Wie der Grazer Hotellier Philipp Florian im berühmten „Parkhotel“. Denn dort bleibt kaum ein Stein auf dem anderen, man nutzt den nunmehr für die Branche verlängerten Lockdown für einen millionenschweren Umbau: Entstehen soll ein innovatives Barkonzept im Erdgeschoss, mit einer Veranda, die zukünftig die Lobby mit dem historischen – ebenfalls neugestalteten – Rosengarten im Innenhof verbindet. Investiert wird eine Million Euro, im April soll der Umbau fertig sein. „Unser Haus blickt auf eine 450-jährige Geschichte zurück, als Hoteliersfamilie und Arbeitgeber von rund 50 Mitarbeitern haben wir gelernt, dass sich nur der Blick nach vorne lohnt. Deshalb sind wir überzeugt, dass diese Investition gerade jetzt in schwierigen Zeiten richtig gesetzt ist“, erklärt der Hotelchef. Das werde sich hoffentlich nachhaltig rentieren. Zumindest scheint der Bedarf laut Florian da zu sein. So hätten das Hotel seit Beginn des Lockdowns im November hunderte Anfragen erreicht, wann es endlich wieder losgehe. „Die Menschen haben eine Sehnsucht nach Begegnung und genau diese Sehnsucht wollen wir mit dem Umbau stillen“. Barkultur für Graz Auf einer Fläche von 500 Quadratmetern wird der Großteil des Eingangsbereichs neu gestaltet: Die Hotelbar wird mit einem internationalen Konzept umgesetzt, mit insgesamt fünfzig Sitzplätzen, die untertags für den Kaffeehausbetrieb genutzt werden. In den Genuss der innovativen Barkultur sollen aber nicht nur Gäste aus aller Welt kommen, sondern vor allem auch die Grazer. Herzstück des Umbaus ist der großflächige Durchbruch von der Lobby in den Innenhof. Florian: „Hier wird durch einen Zubau eine Art Veranda entstehen, die den gastronomischen Innenbereich mit dem Rosengarten im Hof verschmelzen lässt. Der Rosengarten wird auch neu gestaltet, seine Seele bleibt aber natürlich erhalten. Die Teilüberdachung wird darfür sorgen, dass unsere Gäste auch bei Regenunterbrechungen weiter im Garten bleiben können.“ Am aktuellen Umbau sind 15 steirische Unternehmen beschäftigt, so hilft die Investition auch der regionalen Wirtschaft. Florian glaubt weiterhin an den Standort: „Natürlich gehen wir mit unseren Plänen auch ein Risiko ein. Wir sind aber überzeugt, dass Graz nach Corona wieder eine starke touristische Strahlkraft entwickeln wird. Die Attraktivität der Stadt auch mit unserem Parkhotel aktiv mitzugestalten, ist eine Verantwortung, der wir uns aus Überzeugung stellen.“ Hotelier Philipp Florian investiert im Lockdown stark in sein Parkhotel. PARKHOTEL (2) Die Polizei blickte auf das Vorjahr zurück, samt Musikvideo. KK, SCHERIAU Polizei zieht ihre Jahresbilanz ■ Die Landespolizeidirektion präsentierte ihren Jahresrückblick heuer virtuell, inklusive motivierendem Musikvideo (www. facebook.com/watch/LandespolizeidirektionSteiermark/). „Was völlig normal begann, nahm bereits nach kurzer Zeit eine unerwartete Wendung“, so Landespolizeidirektor Gerald Ortner. Dabei spielt Ortner auf den wohl für alle überraschenden und herausfordernden Verlauf des historischen Jahres 2020 an. „Corona war auch für uns das bestimmende Thema. Aber wer jetzt denkt, dass wäre für die steirische Polizei alles gewesen im Jahr 2020, der liegt falsch“, so der Polizeichef weiter. Insgesamt hatten die steirische Polizei im Vorjahr 147.500 Einsätze zu bewältigen - das entspricht durchschnittlich mehr als 400 Ansätzen pro Tag. Insgesamt standen die etwa 4.000 Exekutivbediensteten damit mehr als 6,4 Millionen Arbeitsstunden im Einsatz. Allein rund 8.500 Covid-Übertretungen, über 1.200 Unterstützungen im Bereich Contact- Tracing oder mehr als 44.300 Überprüfungen von Quarantänevorschriften bis zum Jahresende verdeutlichen die enorme Unterstützungsleistung für die Gesundheitsbehörden des Landes. Viele andere Delikte (ausgenommen Cybercrime) gingen zurück, auch im Verkehr kam es zu weniger Unfällen und damit Einsätzen.

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