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19. April 2020

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- Graz wird offiziell kinderfreundliche Stadt - Landessanitätsdirektorin Ilse Groß beruhigt: „Trotz Corona sterben nicht mehr Menschen als sonst auch“ - Vorgeschmack nach Hause geliefert: Konstantin Filippou im Merkur-Campus - Nur drei positiv getestet: Trotz Corona in Graz so viele Polizisten wie noch nie

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4 graz www.grazer.at 19. APRIL 2020 + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + Kurz und bündig: Die wichtigsten Neuigkeiten der letzten Tage ■■ Tennis- und Golfplätze sperren ab Mai auf, Geisterspiele in Fußball-Bundesliga möglich Mit 1. Mai werden die Betretungsverbote für Sportstätten im Outdoor-Bereich gelockert: Tennis- und Golfplätze dürfen unter strengen Auflagen ebenso aufsperren wie Leichtathletik- und Pferdesportstätten. In der Fußball-Bundesliga sollen Geisterspiele mit Fernsehübertragungen ermöglicht werden. Alle Mannschaftsmitglieder und Betreuer müssten maximal 48 Stunden vor den Matches auf das Coronavirus getestet werden. Denkbar wäre auch ein Formel-1-Geisterrennen in Spielberg. Dort könnten allerdings die Einreisebestimmungen zum Problem werden. ■■ Konzerte, Festivals, Stadtfeste: Diesen Sommer sind keine Großveranstaltungen erlaubt Mitte Mai dürfen Museen und Bibliotheken wieder aufsperren. Bis Ende August werden aber keine Veranstaltungen mit vielen eng stehenden Menschen möglich sein. Das betrifft Stadtfeste ebenso wie Konzerte und Musikfestivals. Freiluftkinos mit fixen Sitzplätzen wird erlaubt, ihre Filme zu zeigen. Apropos Kinos: Die großen Ketten haben sich darauf geeinigt, erst Ende August wieder aufzusperren, da sie im Sommer ohnehin nicht so stark frequentiert werden. ■■ Spitäler und Arztpraxen werden unter strengen Auflagen wieder hochgefahren Die positiven Neuinfektionszahlen ermöglichen eine schrittweise Öffnung des Gesundheitssystems. Spitäler bereiten sich auf den Regelbetrieb vor. Verschobene Operationen und Behandlungen sollen baldigstmöglich nachgeholt werden. Restriktive Besuchsrichtlinien und Reserven für Covid-Erkrankte wird es aber noch länger geben. In Ordinationen wird es weiterhin Priorität für telefonische Voranmeldung geben. Ein strenges Patienten- und Wartebereichmanagement muss gewährleisten, dass alle Sicherheitsabstände eingehalten werden können. Bei Verdacht auf Corona muss weiterhin Schutzkleidung verwendet werden. Und Patienten müssen in den Ordinationen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. ■■ 130.000 Personen: Jetzt werden Alters- und Pflegeheime durchgetestet Verstärkt getestet werden bereits Mitarbeiter in Gesundheitsberufen, die Schwerpunkttestungen möchte man nun auch auf Handelsangestellte ausweiten. Ebenso werden die Stichproben-Analysen ausgeweitet. In den nächsten Wochen möchte man laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober außerdem ein besonderes Augenmerk auf die Mitarbeiter und Bewohner der Alten- und Pflegeheime legen, um diese Risikogruppe besonders zu schützen. Alle 130.000 betroffenen Menschen sollen auf das Virus getestet werden. ■■ Hilfspaket für Neugründer: Michael Altrichter wird Start-up-Beauftragter Die Bundesregierung schnürt ein mit 150 Millionen Euro dotiertes, speziell auf Start-ups zugeschnittenes Hilfspaket, bestehend aus einem 100-Millionen-Covid-Start-up-Hilfsfonds und einem 50-Millionen-Venture-Capital-Fund, für Gründer, die mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Finanzierungsrunde hätten abschließen können. Investor Michael Altrichter, bekannt aus „2 Minuten 2 Millionen“ soll als Start-up-Beauftragter die Szene zusätzlich unterstützen. ■■ Stadt Graz überlegt, Katastrophenschutz-Abteilung einzurichten Beim „Presseclubabend“ nahm der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl Stellung zur aktuellen Corona-Situation und sprach etwa über Katastrophenschutz und Chancen der Krise. „Ich möchte das Thema Katastrophen- und Zivilschutz im Rathaus verstärkt ausbauen. Ich glaube, wir könnten da noch viel tun – wir sollten sogar eine eigene Abteilung schaffen, die für alle Fälle gerüstet ist“, so der Bürgermeister. Momentan ist das Thema ja im Referat Sicherheitsmanagement und Bevölkerungsschutz im Magistrat angesiedelt, mit Wolfgang Hübel als Leiter. ■■ Parkscheinkontrollen ab Anfang Mai Seit Mitte März, also seit etwa einem Monat, werden in Graz Parkgebühren ebenso wenig kontrolliert wie Öffi-Fahrscheine. Ersteres soll jetzt ab 4. Mai wieder aufgenommen werden. Ab 2. Mai werden Kontrolleure Öffi-Fahrgäste darauf hinweisen, Tickets zu kaufen. Ab 18. Mai werden Schwarzfahrer wieder bestraft. Jahreskartenbesitzer bekommen als Entschädigung 10-Prozent-Ermäßigung auf die nächste Jahreskarte. ■ ■ Gerichtsmitarbeiter kehren zurück Rund 450 Verfahren sind derzeit am Landesgericht für Strafsachen offen. Ab morgen, Montag, kehren die Mitarbeiter wieder ins Gerichtsgebäude in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße zurück, in fünf der neun Säle wird mit 22 Richtern verhandelt. Es gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Ab 2. Mai müssen Öffi-Fahrer sich wieder ein Ticket kaufen. Ab 18. Mai werden Schwarzfahrer bestraft. LUEF + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + + News-Ticker + + +

19. APRIL 2020 www.grazer.at Landessanitätsdirektorin Ilse Groß beruhigt: graz 5 „Trotz Corona sterben nicht mehr als sonst auch“ INTERESSANT. Die Steiermark hat mit 6 Prozent nicht nur die höchste Todesrate in ganz Österreich, sondern auch die wenigsten Genesenen. Die Gründe liegen laut Landessanitätsdirektorin Ilse Groß vor allem in der Altersstruktur der Bevölkerung. Trotz Corona sterben nicht mehr Menschen als sonst auch. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Die anhaltend positiven Entwicklungen, was die Neuinfektionen mit dem Coronavirus betrifft, erlaubten diese Woche die Wiederöffnung der ersten Geschäfte ebenso wie die Ankündigung weiterer Maßnahmen-Lockerungen (siehe auch Seite 4). Trotz des Positivtrends ist aber auffällig: Die Steiermark ist bei allen Zahlen österreichweites „Schlusslicht“. Nirgends ist die Sterblichkeitsrate so hoch wie in unserem Bundesland mit sechs Prozent – der Durchschnitt in Österreich liegt bei 2,6 Prozent (für die genauen Werte pro Bundesland siehe Tabelle rechts). Auch gibt es prozentuell nirgends so wenige Genesene wie bei uns: 44 Prozent waren es mit Stand Freitagvormittag – der Österreichschnitt liegt bei 66 Prozent. Und auch der tägliche Ilse Groß Zuwachs ist mit 1,2 Prozent am Donnerstag nach wie vor höher als im Schnitt (0,8 Prozent). Außerdem müssen mehr Menschen ins Krankenhaus: 9,2 Prozent werden in der Steiermark hospitalisiert, in Gesamtösterreich sind es sieben Prozent. Zeitlich ist die Steiermark nicht hinten nach: Am 28. Februar gab es den ersten bestätigten Fall, drei Tage nach dem ersten österreichischen Fall in Tirol. Steirer sind alt Welche sind also die Gründe? „Die Steiermark ist ein überaltertes Bundesland. Das sieht man auch an der Pflegeheimstruktur: Mit 14.000 Betten sind wir da auf Platz zwei“, erklärt Landessanitätsdirektorin Ilse Groß. Das Durchschnittsalter der Corona-positivgetesteten Steirer liegt bei 82 Jahren – die älteste Patientin war 101 Jahre alt. Die meisten seien nicht an Covid gestorben, son- dern mit Corona. „Es gibt derzeit keine Übersterblichkeit aufgrund von Corona“, so Groß. „Pro Tag versterben zwei bis fünf Personen – das war auch schon vor Corona so.“ Auch die vergleichsweise niedrigen Genesenen-Zahlen erklärt die Landessanitätsdirektorin über das Alter: „Bevor wir jemanden von einem Spital in eine Pflegeeinrichtung zurück geben, sind wir sehr vorsichtig: Zwei Tests müssen negativ sein, bevor der Burgenland Kärnten NÖ OÖ Salzburg Steiermark Tirol Vorarlberg Wien Betroffene als genesen gilt. Diese werden im Abstand von 48 Stunden gemacht.“ Grund zur Sorge gebe es nicht: „Die Tendenz ist wichtig. Und da steigt die Zahl Verstorbene der Genesenen im 6 % Vergleich zu den Neuinfektionen mittlerweile stetig an.“ Genesene Todesrate Gesamtinfektionen 59 Prozent 69 Prozent 62 Prozent 81 Prozent 72 Prozent 44 Prozent 70 Prozent 77 Prozent 64 Prozent 1,4 Prozent 2,5 Prozent 2 Prozent 1,5 Prozent 2 Stunden 6 Prozent 2,4 Prozent 0,9 Prozent 3,6 Prozent Genesene 44 % Aktiv Kranke 50 % 288 396 2.410 2.171 1.207 1.622 3.405 867 2.166 STAND 17. APRIL 9.30 UHR, QUELLE: SOZIALMINISTERIUM

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