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19. April 2020

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- Graz wird offiziell kinderfreundliche Stadt - Landessanitätsdirektorin Ilse Groß beruhigt: „Trotz Corona sterben nicht mehr Menschen als sonst auch“ - Vorgeschmack nach Hause geliefert: Konstantin Filippou im Merkur-Campus - Nur drei positiv getestet: Trotz Corona in Graz so viele Polizisten wie noch nie

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14 graz www.grazer.at 19. APRIL 2020 S E R V I C E Leser Briefe redaktion@grazer.at Migranten im Nachteil Zum E-Paper-Bericht über die Umfrage unter Migranten, was die Informationen über Corona betrifft: Ganz so einfach ist es mit der Information für Migranten nicht. Es gibt doch einige, die nicht mehr von einer Einrichtung betreut werden, in Wohngemeinschaften leben oder sogar kleine Wohnungen gefunden haben. Kein Radio, kein TV, keine Zeitung. Da fehlt es dann an Information, die bisher über diverse Kirchengemeinschaften gelaufen ist. Taufkurse, Sprachkurse, sonntägliches Treffen im Gottesdienst und anschließender Kirchenkaffee. Das fällt jetzt alles weg. Meine beiden Schützlinge wussten nicht, dass die Geschäfte am Karsamstag früher sperren und auch am Ostermontag alles zu ist, keine Möglichkeit, etwa zu essen zu kaufen, für Vorratshaltung fehlt es ja am Geld, sie leben also von einem Tag zum anderen und gehen öfter einmal hungrig zu Bett. Wie weit sie über Corona wirklich informiert sind, weiß ich nicht. 50 Prozent sind jedenfalls zu wenig. Und die Älteren, die sich mit der neuen Technologie weniger auskennen, bleiben auch hier auf der Strecke. Susanna Stallmaier, Graz * * * Bäckervielfalt in Gefahr Die Nachricht vom Zusperren der Traditionsbäckerei Strohmayer und der Bäckerei Wölfl ist für Graz ein weiterer Todesstoß an Regionalität und Geschmacksvielfalt, was bleibt, ist Einheitsbrei durch die Aufbackteiglinge mit enzymverändertem Mehl à la Supermärkte. Genmanipuliertes Brot und Gebäck, das nicht am fertigen Produkt ausgewiesen werden muss, wird uns untergejubelt, weit haben wir es gebracht, und das beim wichtigsten Grundnahrungsmittel Brot. Wer soll uns mit dem Grundnahrungsmittel Brot versorgen, wenn in Europa der Warenverkehr für Tage unterbrochen ist durch Umwelteinflüsse oder wie jetzt durch Pandemie. Aus aller Herren Länder werden die Teiglinge herangekarrt, was auch für die Umwelt äußerst bedenklich ist und außer dem Preisvorteil für Supermärkte keinerlei Vorteile bringt. Mit der Handvoll Bäcker in Graz bleibt die Vielfalt auf der Strecke, unvergessen werden mir die besten Semmeln und die gut gefüllten Mohn- und Nusskronen bleiben und vieles mehr, traurig für die Nachkommen, denen so eine Gaumenfreude versagt bleiben wird. Peter Haubenwaller, Graz * * * Spitalsbetten behalten Täglich hört man von den Corona-Toten in Österreich. Spitzenreiter ist die Steiermak mit derzeit 85 Toten bei nur knapp 1600 Corona-Kranken. Weder Tirol (3400/80) noch Wien (2100/73) haben mehr. Mit der lapidaren Erklärung, die Steiermark habe viele ältere Menschen oder Tote in Heimen, ist es nicht getan. Schaut man in die Vergangenheit des Gesundheitswesens bei uns, dann wird jedem klar, dass dies nicht so erklärbar ist. In den letzten Jahren war bei den Krankenhäusern Sparen angesagt – Landeskrankenhäuser wie Bad Aussee, Rottenmann und Schladming sollen geschlossen werden. Andere, wie Hörgas, wurden praktisch schon geschlossen! Das neue ultimative Leitspital in Trautenfels soll alles ersetzen. Weiters wurde in den letzten Jahren das gut funktionierende System der Landärzte gleich abgeschafft und das Wundermittel Telefon 1450 geschaffen. Dort nehmen Rot-Kreuz-Helfer die Anrufe entgegen und diagnostizieren die Krankheiten bzw. ob ein Arzt notwendig ist. Ein Durcheinander war die Folge. Ungeregelte Totenbeschau, kein Arzt vor Ort oder falsche Hinweise usw. Natürlich macht Sparen einen Sinn, aber dabei sollte man nicht funktionierende Strukturen zerschlagen. Gut, dass wir noch genügend Betten haben, die nicht wegrationalisiert wurden. Wer jetzt noch Bettenreduktionen haben will, möge sich melden. Peter Wochesländer, Graz Neuer VIP-Club GLÜCK. Der VIP-Club der Merkur-Arena wird zum Sporttagungszentrum ausgebaut, ein Glück für den SK Sturm, denn die Kosten dafür trägt die Stadt Graz. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at So ein Glück muss man haben. Der SK Sturm wollte mit eigenem Geld den VIP-Club in der Merkur-Arena in neuen Glanz versetzen, jetzt macht das die Stadt und zahlt das auch noch, Sturm erspart sich rund 3,5 Millionen Euro. Die Stadt baut den VIP-Club zu einem Sporttagungszentrum aus. Den Architektenwettbewerb hat das Wiener Team SODA architekten ZT gmbH gewonnen. Es geht darum, den bestehenden VIP-Club zu einem Zentrum umzugestalten, das als Mehrzweckbereich für 1000 Personen dienen kann, ohne dabei die bestehenden Stadion strukturen und Funktionen zu beeinträchtigen und ohne den in Nach-Corona-Zeiten hoffentlich wieder einsetzenden Fußballbetrieb zu stören. Dem Zeitplan der Wiener Architekten zufolge soll

19. APRIL 2020 www.grazer.at graz 15 für Sturm gratis SODA ARCHITEKTEN GMBH/VISUALISIERUNG PATRICIA BAGIENSKI der Betrieb des Tagungszentrums bereits 2022 starten. Wie es vonseiten der Stadt heißt, wurde der 1997 ursprünglich für 400 Personen ausgelegte VIP-Club zwar auf 700 Personen erweitert, aber der VIP-Club ist generell in die Jahre gekommen und entspricht daher nicht mehr den Erfordernissen moderner Sportstadien. In dem aufgewerteten VIP-Bereich sollen Schulungen, Seminare ebenso möglich sein wie Firmenund Sponsorenevents. Die Kapazität liegt flexibel je nach Bestuhlung bei 50 bis 1000 Personen. Die Eröffnung ist für den Start der Fußballsaison 2022/23 vorgesehen. Die Baukosten werden von der Stadtbaudirektion mit rund fünf Millionen Euro angegeben. Bürgermeister Siegfried Nagl freut sich auf „ein Vorzeigeprojekt, mit dem wir die Attraktivität des Kongressstandortes Graz weiter erhöhen“. Sportstadtrat Kurt Hohensinner: „Das Stadion wird auf internationalen Standard gebracht, damit auch Länderspiele wieder möglich werden. Gleichzeitig schaffen wir neue und flexible Räumlichkeiten für zusätzliche Nutzungen, etwa auch als Schachleistungszentrum, für Sporttagungen oder Bälle und sogar für Hochzeiten.“

2021