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18. Februar 2018

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- Mohren-Apotheke, Mohrenwirt: Rassismus-Debatte schwappt nach Graz über - Land Steiermark soll Feste ohne Plastikmüll feiern - Girardi-Haus: Stadt kauft Objekt nicht - Start-up „Homefarmer“ will bewussten Fleischkonsum fördern - 30er-Tempo-Limit bei Grazer Pflegeheimen gefordert - Grüne Smoothies im Test - Zero Waste: „das Gramm“ eröffnet eine zweite Filiale - Faschingdienstag: Promis beim Grazer Faschingsumzug

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8 graz www.grazer.at 18. FEBRUAR 2018 Faires Fleisch: Manfred Grössler kämpft unermüdlich dafür, dass das Girardihaus gerettet und in ein Erlebnismuseum verwandelt wird. HARTMUT SABATHY, KK Girardi-Haus: Stadt kauft Objekt nicht TRAURIG. Das unter Denkmalschutz stehende Girardi-Haus wird von der Stadt nicht gekauft. ESSEN. Das Grazer Start-up „Homefarmer“ will bewussten Fleischkonsum fördern und so ein Zeichen gegen Massentierhaltung setzen. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Ein Tier mieten, bis es geschlachtet wird? Was vielleicht seltsam klingt, hat einen durchaus ernst gemeinten Hintergrund: Das Grazer Start-up „Homefarmer“ will mit diesem Konzept nämlich ein Zeichen gegen Massentierhaltung und für bewussten Fleischkonsum setzen. Konkret funktioniert „Homefarmer“ so: Kunden können sich bei einem Bauern, der „Homefarmer“- Vertragspartner ist, zum Beispiel ein Schwein aussuchen und es mieten, also für Fütterung und Unterkunft bezahlen und ihm dadurch ein artgerechtes Leben ermöglichen. Dafür übernimmt der Bauer die tatsächliche Versorgung und Verpflegung des Schweins, kümmert sich also um Futter, Stallreinigung und auch ärztliche Versorgung. Via Webcam kann der Kunde sein Schwein stets beobachten, auch persönliche Besuche am Bauernhof sind freilich möglich. Ist das Tier schlachtreif, informiert der Bauer automatisch den Kunden – dieser kann entscheiden, ob und wann das Schwein geschlachtet bzw. wie das Fleisch weiterverwendet wird. Keine Massenware Hinter „Homefarmer“ stehen Markus Hütter und Daniel Fuchs, beide hauptberuflich für große Technikunternehmen im Raum Graz tätig und nebenbei Studenten an der FH Campus 02. „Die Zeit ist reif“, ist Hütter vom „Homefarmer“- Konzept überzeugt. „Für die meisten ist Fleisch nur mehr wie ein Paar Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Man dreht sich im Kreis. Immer wieder, zuletzt von der KPÖ Graz, wird geklagt, dass das Geburtshaus des berühmten Grazer Schauspielers Alexander Girardi in der Leonhardstraße verfällt. In der Tat ist der Zustand des Hauses, in dem einst die Grazer Kabarettistin Lore Krainer den gut gehenden Girardi-Keller betrieben hat, in bedauerlichem Zustand. GR Andreas Fabisch: „Die Fensterscheiben zerborsten, Wind und Regenwasser treten ein, es ist fünf nach zwölf!“ Fakt ist: Das Haus hat der international tätige Pumpenbauer Otto Roiss aus Voitsberg gekauft. Dem Vernehmen nach würde Roiss das Haus auch der Stadt Graz verkaufen, als Kaufsumme stehen, so brodelt die Gerüchteküche, drei Millionen Euro im Raum. Christian Köberl, Büro des Bürgermeisters: „Das Haus steht vom Bundesdenkmalamt aus unter Denkmalschutz und auch die ASVK stufte das Haus als schützenswert ein. Das beschränkt die Verwertungsmöglichkeiten. Es gibt einen Plan, demzufolge die Frontansicht restauriert werden könnte und im hinteren Bereich, wo jetzt ein Garten ist, eine neue Baumöglichkeit gegeben wäre. Aber da gehen die Ansichten zwischen der Stadt und dem Besitzer weit auseinander. Es geht auch nicht, dass die Stadt jedes denkmalgeschützte Haus kauft, um es vor dem Verfall zu schützen.“ Event vor dem Haus Dessen unverzagt bereitet der Grazer Tausendsassa Manfred Grössler einen Girardi-Event für den Todestag am 20. April vor. Grössler ist ja nach wie vor überzeugt, dass man in dem Haus am besten ein Museum errichten sollte. Bislang wollten weder die Stadt noch der Baumeister in Voitsberg von diesem Erlebnismuseum etwas wissen. Fakt ist auch, dass der Verfall vorangeht. Es bleibt zu hoffen, dass das Girardi-Haus nicht am Todestag einstürzt.

18. FEBRUAR 2018 www.grazer.at graz 9 Ein Schwein zum Mieten Schuhe, das man im Geschäft kauft. Wir wollen aber nicht Massenware, wir wollen, dass wieder bewusst wird, dass hinter dem Fleisch ein Lebewesen ist.“ Derzeit kurbeln Hütter und Fuchs an vielen Fronten, damit ihre Geschäftsidee umgesetzt werden kann, denn auch für andere landwirtschaftliche Produkte (Gemüse etc.) gibt es Pläne. So laufen laut Hütter bereits Gespräche mit Bauernbund und Landwirtschaftskammer. Einen ersten Erfolg hat das Duo schon erzielt: „Homefarmer“ holte bei der letzten „Gründungsgarage“, einer Veranstaltung von Karl-Franzens-Uni und TU Graz für neue Geschäftsideen, den ersten Platz. Remo Taferner vom Institut für Unternehmensführung und Entrepreneurship der Karl- Franzens-Uni und Mitglied des „Gründungsgarage“-Teams, räumt „Homefarmer“ gute Chancen ein: „Es ist sehr realistisch, dass das wirklich umgesetzt wird – weil es sehr gut ist.“ Schweine sollen ein möglichst artgerechtes Leben führen können und nicht als Massenprodukt enden – das ist das Ziel der „Homefarmer“-Gründer Daniel Fuchs (im kleinen Bild links) und Markus Hütter. THINKSTOC0K, RAWPIX

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