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18. Februar 2018

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- Mohren-Apotheke, Mohrenwirt: Rassismus-Debatte schwappt nach Graz über - Land Steiermark soll Feste ohne Plastikmüll feiern - Girardi-Haus: Stadt kauft Objekt nicht - Start-up „Homefarmer“ will bewussten Fleischkonsum fördern - 30er-Tempo-Limit bei Grazer Pflegeheimen gefordert - Grüne Smoothies im Test - Zero Waste: „das Gramm“ eröffnet eine zweite Filiale - Faschingdienstag: Promis beim Grazer Faschingsumzug

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viva Gesundheit • Lifestyle • Reise • Motor redaktion@grazer.at & 0 316 / 23 21 10 26 Ein Krankenhaus darf weder riechen noch ausschauen wie ein Krankenhaus.“ Michael Lehofer, Ärztlicher Direktor am LKH Graz Süd- West, legt Wert auf den Wohlfühlfaktor in Kliniken. KAGES www.grazer.at 18. FEBRUAR 2018 Krankenhausgestaltung: Hier Klare Linien und natürliches Licht bestimmen das Interieur wie die Patiententerrasse: Die Klinik für Zahnmedizin wurde 2016 neu eröffnet. KAGES (2) G’SUND. Architektur hat einen Einfluss auf die Genesung von Patienten. Im Spitalsbau wird deshalb immer mehr auf Raumwahrnehmung geachtet. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Krankenhausfeeling ist eine oft verwendete Beschreibung für Räume, die als unangenehm empfunden werden. Aktuelle Krankenhausplanungen versuchen daher gerade diese Stimmung zu vermeiden. „Ein Blick aus dem Fenster ins Grüne, angenehme Materialien, leichte Orientierung bis hin zu guten akustischen Qualitäten werden versucht, in moderne Gesundheitsbauten zu integrieren“, weiß Markus Bogensberger, Geschäftsführer des Hauses für Architektur. In Kooperation mit der Krankenanstaltengesellschaft KAGes hat dieses jetzt „Vier Gespräche zur Bedeutung von Architektur im Gesundheitswesen“ in Heftform herausgegeben. Mit folgendem Ergebnis: Die bauliche Umgebung hat ebenso direkten wie indirekten Einfluss auf das Wohlbefinden der Patienten – auf den Stresslevel, den Immunstatus und nicht zuletzt auf die „Therapietreue“ und schließlich Genesung (siehe Infokasten rechts). „Ein Krankenhaus ist aus meiner Sicht dann schön, wenn alle sagen, da fühlt man sich nicht wie in einem Krankenhaus“, so G E S U N D H E I T Sprech Stunde redaktion@grazer.at Essstörungsselbsthilfe Graz droht „auszuhungern“ Die Selbsthilfegruppe für Angehörige von Magersucht- und Bulimie-Betroffenen begeht heuer ihr 20-jähriges Jubiläum und ist somit eine der ältesten in der Steiermark. Nach Feiern ist Gruppenleiterin Annette Kupfer allerdings nicht. Grund: der Entfall von Subventionen von Seiten des Landes. „Wir spüren fehlende Gelder etwa bei unserer Telefonberatung: Um diese aufrechterhalten zu können, mussten wir bei unseren Mitgliedern einen Unkostenbeitrag einholen. Auch Experten für Info- Gespräche einzuladen, kostet Geld. Leider wird der Kontakt zu Politikern immer schwieriger, seitdem es den Selbsthilfegruppentag in seiner einstigen Größe samt Zelt am Hauptplatz in der Form nicht mehr gibt“, so Kupfer. Dabei ist die Nachfrage ungebrochen: „Wir sind jede Sitzung voll mit Eltern, Geschwistern von Magersucht- und Bulimiekranken. Für viele sind wir ein extrem wichtiges Element, um mit der Krankheit des Angehörigen umzugehen. Wir hoffen auf Unterstützung seitens der Politik – damit das 20. nicht das letzte Gruppen-Jubiläum ist.“ Zentrum der Wundheilung Wundheilung und Wundbehandlung standen kürzlich bereits zum vierten Mal auf dem Programm einer Winter School der MedUni Graz, zu der Teilnehmer aus der ganzen Welt begrüßt werden konnten. Organisator Lars- Peter Kamolz von der Abteilung für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie freut sich über den nächsten Wund-Gipfel im Sommer diesen Jahres. Studienteilnehmer gesucht Am Smartphone immer und überall erreichbar sein, E-Mails auch von zuhause aus checken können – sind die Möglichkeiten moderner Informations- und Kommunikationstechnologien Fluch oder Segen? Ein Team unter der Leitung von Paul Jiménez am Institut für Psychologie der Karl-Franzens-Universität Graz untersucht, welche Auswirkungen es hat, wenn Menschen ihre Arbeit in die Freizeit mitnehmen. Für ihre Online-Studie suchen die Wissenschafter noch Teilnehmer aller Altersgruppen, vorausgesetzt, sie stehen im Arbeitsleben. Unter folgendem Link kann man teilnehmen: ww3.unipark.de/uc/study/smartphone1/ Annette Kupfer leitet die Selbsthilfegruppe für Angehörige Magersucht- und Bulimieerkrankter. Die Gruppe hat heuer seit 20 Jahren Bestand – durch fehlende Förderungen ist die Unterstützung bedroht. KK, THINKSTOCK

18. FEBRUAR 2018 www.grazer.at gesundheit 27 ➜ IN THINKSTOCK (2) Raus in die frische Luft Aktivität an der frischen Luft stärkt das Immunsystem und macht gute Laune – also ab nach draußen. Unter der Decke verkriechen Wer gar keine der ohnehin schon seltenen Sonnenstrahlen abbekommt, erhöht das Risiko einer Winterdepression. OUT ➜ heilt jetzt auch der Architekt Michael Lehofer, Ärztlicher Direktor am LKH Graz Süd-West. Das ist für ihn vor allem dann der Fall, „wenn genug Tageslicht vorhanden ist. Wenn man sieht, dass neu ausgemalt ist. Wünschenswert wäre auch mehr Verbundenheit mit der Natur, also dass Garten und Räume ineinanderfließen.“ In „seinem“ Spital schätzt er vor allem die schöne Rezeption, eine großzügige offene Erschließungszone und wünscht sich auch sonst größere Räume. „Der Mensch zuerst“ „Wir versuchen, die Möglichkeiten der Patienten, etwas anzusehen oder etwas zu beobachten, zu fördern, damit sie rauskommen aus dem Krankenhausalltag“, berichtet Thomas Schelischansky, Pflegeleiter der Intensivstationen der Universitätskliniken. Auch der Intensivbereich wurde im Rahmen des Neubaus der Chirurgie, der im September letzten Jahres eröffnet wurde, neu gestaltet. „Es ist größer geworden, es ist heller geworden, und es ist zwar ein offener Bereich, aber er wurde durch einen Mittelstützpunkt noch einmal geteilt. So bekommt der rechte vom linken Teil schon weniger mit, dazu kommen noch zwei Einzelkojen“, erklärt er. „Die Pflege war bei der Planung von Anfang an eingebunden. Noch bevor uns ein Plan gezeigt wurde, wurde schon mit uns besprochen, was ist praktikabel, was ist wichtig. Das Problem ist immer die Funktionalität, die Praktikabilität gegenüber dem Wohlbefinden. ,Der Mensch als Erstes!‘ Das muss selbstverständlich werden!“ Gesundheit & Architektur Folgende Faktoren wirken sich positiv auf die Genesung aus: ■■Helle, offene Räume ■■Blick ins Freie (Bäume, Park, ...) ■■Leichte Orientierung (räumlich als auch zeitlich – Uhr) ■■Gute Akustik (wenig Störgeräusche, Privatsphäre) ■■Natürliches oder indirektes Licht ■■Teppiche und Pflanzen dürfen aufgrund der Hygienevorschriften meist nicht verwendet werden. Helle Räume und Blick nach draußen: Das neu eröffnete Zentrum für Suchtmedizin am LKH Süd-West sorgt für größtmögliches Wohlbefinden der Patienten. Mobber wollen Machtgefühl GRAUSAM. Gruppendynamik, Selbststärkung oder Rollentausch sind Motivationen für Mobbing! Anlässlich des „Behaupte-dich-gegen-Mobbing-Tags“ am Donnerstag geht es einmal nicht ums Opfer. Von Valentina Gartner valentina.gartner@grazer.at Mobben, hänseln, ärgern. Wörter, die einen meist nicht kalt lassen. Aber warum tun Menschen das überhaupt anderen an? Psychotherapeut Robert Riedl klärt auf: „Es gibt verschiedene Gründe, warum manche zu einem Mobber werden.“ ☞ Soziale Dynamiken: „Die meisten wollen zu einer Gruppe dazugehören. Die Menschen schließen sich zusammen, das verbindet“, erzählt Riedl. Meistens wird in Gruppen auf eine einzelne Person losgegangen, die sich nicht wehren kann. „Es wird vor allem im Arbeitsbereich und an Schulen gemobbt – dort, wo es soziale Gemeinschaften gibt“, so der Experte. In der Gemeinschaft fühlt man sich stark und das pusht das Selbstwertgefühl der Mobber. ☞ Rollentausch: Es kommt auch oft vor, dass das Oper auf einmal zum Täter wird. Sozusagen ein Rollentausch. „Sie wollen aus der Opferrolle hinauskommen und werden somit selber zum Täter“, erzählt Riedl. Mobber werden auch selbst zu den Tätern, wenn sie ihre eigenen Erfahrungen aufarbeiten wollen, doch das führt auch oft zu einer noch aktiveren Täterrolle, als sie es selbst erleben mussten. „Auch traumatische Erfahrungen können daran Schuld sein“, sagt der Experte. ☞ Ich-Stärkung: Täter wollen sich meist auch einfach besser fühlen. „Sein eigenes Ich wird gestärkt, wenn man andere Mobber haben verschiedene Gründe, wieso sie jemanden hänseln. THINKSTOCK schwächt“, sagt der Psychotherapeut. Sie pushen ihr Ego, wollen ein Gefühl der Macht erleben, das sie gegenüber einem Schwächeren haben. Wenn zwei wichtige Faktoren zusammenspielen, nämlich die psychosoziale Dynamik (von Gefühlen und Gedanken angetrieben) und die sozialen Kräfte (das Erleben in einer Gemeinschaft), kann es zu Mobbing kommen. „Wenn die Empathie nicht passt, fühlen sich die Täter weniger mit dem Opfer verbunden und die Hemmschwelle, jemanden zu mobben, fällt leider“, verrät Robert Riedl.

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