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18. Dezember 2020

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- Mietobergrenzen, Leerstandsabgaben und Co: So will die Politik für leistbaren Wohnraum sorgen - Sommer war besser als befürchtet: Grazer Hoteliers in Kampfeslaune - Bank zum Handy-Laden kommt am Hauptplatz - Baustellen-Gerümpel im Naherholungsgebiet - Veganer Tag im Land gefordert - Kreuzwirt am Rosenberg hat neu eröffnet

6 graz www.grazer.at

6 graz www.grazer.at 18. OKTOBER 2020 K O M M E N T A R von Verena Leitold ✏ verena.leitold@grazer.at Sparst du noch oder wohnst du schon? D as Thema Wohnen ist in Graz ein allzeit brisantes. Und auch ein allzeit aktuelles. Eine Studie der Wirtschaftskammer hat kürzlich nämlich ergeben, dass schon jetzt für die Jahre nach 2021 ganze 10.000 Wohnungen geplant sind (wir berichteten). Und das, obwohl sie eigentlich gar nicht gebraucht werden. Das Angebot der Wohneinheiten übersteigt nämlich die prognostizierte Haushaltsentwicklung. Während die Bauprojekte vielerorts wie Schwammerl aus dem Boden schießen, wird das Wohnen für die Grazer aber immer teurer. Die Rechnung, dass ein großes Angebot auch zu einem günstigen Preis führen muss, geht nicht ganz auf. Die Miete pro Quadratmeter liegt laut Immopreisspiegel mittlerweile bei über elf Euro, in sogenannten Mikrowohnungen sind es sogar mehr als 13 Euro pro Quadratmeter. Dass da dringend etwas getan werden muss, sehen eigentlich alle Parteien ein (siehe Seiten 4 und 5), die Ideen, wie leistbares Wohnen zu garantieren ist, sind aber unterschiedlich. Eigentlich egal wie: Es gilt ein starkes Zeichen für die sogenannten kleinen Leute zu setzen, die bei Wahlen ja immer so umworben werden, und zu zeigen, dass man sich mehr um sie kümmert als um große Bauträger und Investoren. Sommer war besser als befürchtet Grazer Hoteliers in Kampfeslaune Hotels wie das Hotel Mariahilf rüsten sich für den Herbst, haben aber Hoffnung für das nächste Jahr. IMMERHIN. Trotz drastischer Einbrüche kam der Grazer Tourismus im Städtevergleich bisher mit einem blauen Auge davon. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Vor allem der städtische Tourismus hat unter der Corona-Pandemie zu leiden. Die vielen abgesagten Veranstaltungen, die Reisebeschränkungen und die damit einhergehenden reduzierten Geschäftsreisenden machten sich auch in Graz klar bemerkbar. Dennoch zeigt sich die städtische Tourismus-Wirtschaft kämpferisch, wie Graz-Tourismus- Chef Dieter Hardt-Stremayr betont: „Mein Eindruck ist, dass die Stimmung bei den Hoteliers und Gastronomen eine kämpferische ist. Viele sehen es so: Auch wenn die nächsten Monate schwer werden, wir werden das schaffen und im nächsten Jahr stärker zurückkommen.“ Im Sommer sei Graz immerhin noch glimpflich davonge- kommen: „Mitte Juni haben wir die Stimmung erhoben. Da war die Erwartung eine Auslastung zwischen 15 und 25 Prozent, geworden ist es dann eine Auslastung von 25 bis 50 Prozent – die Erwartungen wurden also deutlich übertroffen.“ Im Vergleich mit den anderen Städten kam Graz also durchaus mit einem blauen Auge davon (siehe Infobox rechts). Mit ein Grund war auch die gezielte Werbung in Österreich – insgesamt investierten die Stadt Graz und der Graz-Tourismus etwa 167.000 Euro in die heurige Citylight-Kampagne. So kam die Stadt verhältnismäßig besser über den Sommer als andere Städte – für die Hotellerie waren die Einschnitte dennoch drastisch, wie Dominik Flasser, Direktor des Hotels Mariahilf, bestätigt: „Im Feber hatten wir noch top Prognosen für das Jahr.“ Durch die Kurzarbeit konnte man großteils kostendeckend bleiben, im August schaffte das Hotel sogar eine Auslastung von über 80 Prozent. Dabei hat man auch auf Gutscheine gesetzt, um liquid zu bleiben. „Jetzt merken wir mit den steigenden Zahlen bereits wieder einen Einbruch, hoffen aber natürlich auf das Weihnachtsgeschäft.“ HOTEL MARIAHILF Ein Herz für Graz Gutscheine sollen laut Hardt-Stremayr auch ein wichtiges Mittel für den Herbst sein. Schon kurz vor Ostern präsentierte man die Plattform „Ein Herz für Graz“, bei der schon 88 Unternehmen Gutscheine anbieten, die Kunden einfach zuhause ausdrucken können. Über den Sommer geriet die Plattform etwas in Vergessenheit, nun soll sie wieder durchstarten: „Zuletzt haben wir aber wieder einen Anstieg der Nachfrage bemerkt“, erzählt Projektleiterin Regina Kropff. Städte im Vergleich Nächtigungsentwicklung Juli Graz: Innsbruck: Salzburg: Linz: Wien: August Graz: Innsbruck: Salzburg: Linz: Wien: –36,2 Prozent –53,6 Prozent –49,4 Prozent –50,4 Prozent –73,3 Prozent –25,2 Prozent –38,7 Prozent –43,8 Prozent –52,8 Prozent –71,5 Prozent derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Jasmin Strobl (0664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/254 09 76), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. 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