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18. Dezember 2020

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- Mietobergrenzen, Leerstandsabgaben und Co: So will die Politik für leistbaren Wohnraum sorgen - Sommer war besser als befürchtet: Grazer Hoteliers in Kampfeslaune - Bank zum Handy-Laden kommt am Hauptplatz - Baustellen-Gerümpel im Naherholungsgebiet - Veganer Tag im Land gefordert - Kreuzwirt am Rosenberg hat neu eröffnet

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26 eco graz www.grazer.at 18. OKTOBER 2020 Fabian Kleindienst 26 fabian.kleindienst@grazer.at Wir werden in dieser schwierigen Situation nicht auf dem Rücken der Menschen sparen.“ Landeshauptmann-Stv. und Finanzlandesrat Anton Lang zum Budget für das Jahr 2021 FREISINGER „Wir können uns keinen INTERVIEW. WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk und Kammerdirektor Karl-Heinz Dernoscheg über die Stimmung bei Betrieben, Ausbildung und den Ausbau vor Ort. Von F. Kleindienst & T. Schweighofer redaktion@grazer.at Wir befinden uns in der schwersten Wirtschaftskrise seit langem – beim letzten Wirtschaftsbarometer Anfang Sommer war die Stimmung bei den Grazer Unternehmen dementsprechend schlecht. Vorweg daher die Frage: Wie geht es den Betrieben, was hören Sie? Herk: „Eines ist klar: Konjunktur ist auch eine Kopfsache. Wenn ich an eine positive Zukunft glaube, dann resultieren daraus mehr Konsum und Investitionen. Grundsätzlich hat sich die Stimmung verbessert, wobei das natürlich nicht für alle Branchen gilt. Manche haben ein Hoch erlebt, andere – wie die Veranstaltungsbranche – befinden sich immer noch im Lockdown. Im Gesamten ist die Stimmung für die kommenden Monate aber nicht schlecht.“ Dernoscheg: „Die Entwicklung hängt, gerade in der Steiermark, auch von der Weltwirtschaft ab. Reisebeschränkungen oder ein Lockdown wirken sich da natürlich stark negativ aus.“ Aktuell werden ja wieder Verschärfungen diskutiert. Wie würden Sie einen Lockdown sehen, um künftigen Reisebeschränkungen zu entgehen? Herk: „Zur gesundheitlichen Thematik steht es mir nicht zu, die Lage zu beurteilen, immerhin bin ich mittlerweile ja einer der wenigen im Land, die keine Virologen sind (lacht). Aber einen Lockdown müssen wir vermeiden, das wäre nicht nur finanziell, sondern auch psychologisch ein Keulenschlag. Wir appellieren hier wirklich an die Eigenverantwortung, schließlich müssen wir lernen, mit dem Virus zu leben. Was wir brauchen, ist eine gemeinsame europäische Lösung – die aktuellen Reisebeschränkungen sind ein Versagen der Europäischen Union.“ Diese Woche haben wir die Budgetreden von Land und Bund gehört. Tenor: Es wird investiert und nicht der Sparstift angesetzt. Wie wichtig ist das aus Ihrer Sicht? Herk: „Alle Maßnahmen, die Innovationen fördern, sind wichtig und werden den Markt auch im Herbst beleben. Einer der wesentlichsten Punkte war die Kurzarbeit – die hat den Betrieben Sicherheit gegeben. Am Ende muss aber auch klar sein, dass irgendwer die Schulden dann aber auch zurückzahlen wird müssen.“ Dernoscheg: „Du musst jetzt natürlich investieren, denn jede Maßnahme, die den Konsum stärkt, ist gut. Die beste Förderung ist Umsatz. Entscheidend sind dabei nicht zuletzt die öffentlichen Investitionen. Wenn die Gemeinden sich da zurückhalten, wäre das fatal. Denn genau jetzt ist es wichtig – da muss man John Maynard Keynes hernehmen –, sinnvolle Investitionen zu tätigen. Jede Schule, die ich jetzt baue, jedes Glasfaserkabel, das jetzt verlegt wird, bleibt – und ist damit auch kein rausgeworfenes Geld, sondern bringt Infrastruktur. Da geht es um Investitionen in die Zukunft.“ Womit wir beim Thema Bildung wären. Die Qualifizierung soll ja ein Mittel aus der Krise sein. Herk: „Einen Bildungslockdown können wir uns nicht leisten. Schon aufgrund der demografischen Entwicklung sind wir gefordert, alles zu unternehmen, um keinen auf seiner Bildungsreise zu verlieren.“ Dernoscheg: „Wenn wir die Chance der Kurzarbeit auch in der Weiterbildung in Richtung Digitalisierung nutzen, dann ist in dieser Zeit sogar etwas sehr Positives geschehen.“ Sie wollen da ja auch vor Ort noch deutlich ausbauen. Das hat bei Anrainern aber auch für kritische Stimmen gesorgt. Herk: „Ja, wir haben jetzt einen gültigen Bebauungsplan für das Center of Excellence und wir rechnen damit, dass wir nächstes Jahr damit beginnen. Damit wollen wir unserem Anspruch gerecht werden, ein optimales Ausbildungsangebot auch in Hinblick auf die Digitalisierung zu schaffen.“ Dernoscheg: „Ökologisch wird das für diese Gegend noch eine weitere Verbesserung. Es wird moderner und grün. Außerdem: Der Verkehr hier am Gelände wird abgesperrt und ist nur für Kundenverkehr gedacht. Dazu kommen zwei neue Autobuslinien.“ Herk: „Die Wirtschaft ist nicht das Problem, sondern die Lösung. Es ist Wirtschaftskammer Steiermark-Präsident Josef Herk sieht Qualifizierung als Schlüsselmittel aus der Krise. FOTO FISCHER

18. OKTOBER 2020 www.grazer.at graz eco 27 ➜ TEURER GETTY (2) Fleisch +3,4 % Klimaschützer wird’s freuen, Fleischtiger weniger: Für Gegrilltes und Co. muss man tiefer in die Tasche greifen. Treibstoffe –14 % Das dürfte Umweltschützer wiederum kaum begeistern: Treibstoffe wurden insgesamt deutlich billiger. BILLIGER ➜ Bildungslockdown leisten“ auch in unserem Interesse, mit Ressourcen vernünftig und ökologisch nachhaltig umzugehen.“ Um noch kurz beim Ausbildungsthema zu bleiben: Gibt es schon einen neuen Termin für die EuroSkills? Herk: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, einen Alternativtermin zu bekommen. Das ist gerade natürlich auch nicht ganz einfach, weil selbst im kommenden Jahr noch viele Veranstaltungen schwierig sein werden – und der Urgedanke ist ja gerade, die steirische Jugend herzubekommen und zu begeistern. Aber wir lassen nicht locker.“ Zum Schluss noch einmal zurück zur Corona-Krise. Die Wirtschaftskammer hat den Härtefallfonds abgewickelt. Wie hat die Umsetzung funktioniert? Herk: „Unsere Mitarbeiter haben da wirklich viel geleistet und in der größten Lockdown-Phase mit größter Leidenschaft für die Unternehmen gearbeitet. Wir konnten da schnell Ruhe reinbringen und zeigen, dass es rasch und kompetent bearbeitet wird.“ Dernoscheg: „Beim Härtefallfonds 1 gab es eine Erledigungsquote von 99,8 Prozent, in der Steiermark haben wir über 17 Millionen ausbezahlt – und 20.492 Anträge bearbeitet. Auch beim Härtefallfonds 2 sind wir nach aktuellem Stand bei einer Erledigungsquote von 98 Prozent, haben über 65.000 Anträge bearbeitet und fast 62 Millionen Euro ausbezahlt. Das funktioniert wirklich gut.“ Kammerdirektor Karl-Heinz Dernoscheg ist stolz auf die Abwicklung des Härtefallfonds durch die Mitarbeiter der Wirtschaftskammer. FOTO FISCHER W I R T S C H A F T EcoNews fabian.kleindienst@grazer.at AMS-Offensive ■■ Das AMS Steiermark will in den nächsten Monaten tausende arbeitslose Steirer mit Fachausbildungen unterstützen. Zurzeit nehmen 7012 Personen an Schulungen teil, 37.670 Personen sind beim AMS Steiermark als arbeitslos gemeldet. Der Schwerpunkt liegt auf Schulungen in Zukunftsberufen in den Bereichen Metall und Elektro, IT, Umwelt und Pflege. Grüner Eco-Herbst ■■ Die Grüne Wirtschaft startete diese Woche in ihr Herbstprogramm. Der nächste Termin ist der 30. Oktober, online zum Thema „Wie viel Digitalisierung braucht mein Business?“. Weiter geht’s am 12. November mit „Gut im Geschäft sein in Zeiten von Corona“ und am 25. November mit „Nachhaltig und erfolgreich wirtschaften – Geht das?“. Uhren-Ausstellung ■■ Als „Master of Materials“ ist Rado dafür bekannt, die traditionelle Uhrenherstellung revolutioniert zu haben, und gilt mit seinen designorientierten Kollektionen mittlerweile zweifelsohne als Vorreiter der Branche. Das beweist unter anderem die neu lancierte True Thinline Les Couleurs Le Corbusier Kollektion, die neun farbenfrohe und auf je 999 Stück limitierte Modelle umfasst. Für Grazer Uhrenfans gibt es gute Nachrichten: Noch bis 28. Oktober kann man sich die Modelle exklusiv in der Steiermark bei Uhren Weikhard ansehen. Bei Uhren Weikhard läuft eine exklusive Uhren-Ausstellung. KK Der neue Grazer Casino-Direktor heißt Christian Szentivanyi. UWE BRANDL Neu im Casino ■■ Am vergangenen Donnerstag, dem 15. Oktober 2020, bekam das Casino Graz mit Christian Szentivanyi einen neuen Direktor. Er folgt damit Andreas Sauseng nach, der nach 36 erfolgreichen Jahren bei Casinos Austria seinen wohlverdienten Ruhestand antrat. Szentivanyi ist ein Casinokenner: Seine Laufbahn bei Casinos Austria begann 1984 als Croupier im Casino Salzburg, im Laufe der Zeit war er auch in den Casinos Seefeld, Kitzbühel, Linz und Graz tätig. „Ich freue mich auf die neue Aufgabe“, so der neue Direktor am Donnerstag. PR-Panther 2020 ■■ Der PR-Panther ist wieder auf Stimmenfang: Ob Agentur, Unternehmen, Institution oder Kommunikator – gesucht sind die besten PR-Projekte der Jahre 2019 und 2020. Dabei ist egal, ob es um eine große Kampagne oder Einzelmaßnahme geht: Bis 19. Oktober 2020 kann jeder seine Favoriten für den Preis auf www.pr-panther.at beliebig oft in den Kategorien Tourismus, Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Kommunikator nominieren.

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