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18. Dezember 2020

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- Mietobergrenzen, Leerstandsabgaben und Co: So will die Politik für leistbaren Wohnraum sorgen - Sommer war besser als befürchtet: Grazer Hoteliers in Kampfeslaune - Bank zum Handy-Laden kommt am Hauptplatz - Baustellen-Gerümpel im Naherholungsgebiet - Veganer Tag im Land gefordert - Kreuzwirt am Rosenberg hat neu eröffnet

18 graz www.grazer.at

18 graz www.grazer.at 18. OKTOBER 2020 S E R V I C E Leser Briefe redaktion@grazer.at Vortritt für Risikogruppe Zum Bericht „Ich lasse mich nicht impfen“: Österreichweit ist heuer der Grippe-Impfstoff aufgrund der hohen Nachfrage äußerst knapp. Trotz aller Bemühungen der Kolleginnen und Kollegen der städtischen Impfstelle kann das Grazer Gesundheitsamt nicht das bundesweite Versäumnis einer fehlenden Impfstrategie ersetzen. Darum sollte man Personen mit erhöhtem Risiko – ältere Menschen, Schwangere, Kinder sowie chronisch kranke oder immungeschwächte Personen – den Vortritt lassen. Das werde ich als 33-jähriger Stadtrat für Gesundheit und Pflege natürlich so handhaben, weil man als Politiker nicht Wasser predigen und dann aber Wein trinken soll. Eigentlich sollte das eine selbstverständliche Geste sein. Leider hat „der Grazer“ in der vergangenen Woche daraus eine sehr tendenziöse Geschichte gestrickt. Erst im letzten Absatz war unter einer reißerischen Überschrift für die Leserinnen und Leser die entscheidende Information zu entnehmen, nämlich dass ich in diesem Jahr deswegen auf die Grippe-Impfung verzichten werde, um Personen der Risikogruppen den Vortritt zu lassen. Das möchte ich noch einmal ausdrücklich klarstellen. Robert Krotzer (Stadtrat für Gesundheit und Pflege, Graz) * * * Schock wegen Crashkurs Wir sind schockiert über diesen massiven Rückschritt, der zwangsläufig zu einer Verschlechterung der Situation für Kinder und Mitarbeiter führen wird. Seit Jahren sind unprofessionelle Arbeitsbedingungen für Fachkräfte im Sozialbereich feststellbar. Unter anderem machen ElementarpädagogInnen auf diverse Missstände und schwierige Rahmenbedingungen aufmerksam. Durch wachsende Herausforderungen in der täglichen Arbeit, wie etwa Veränderungen in der Gesellschaft, unterschiedliche Lebensmodelle und nicht zuletzt durch die Pandemie, spitzt sich eine angespannte Situation noch weiter zu. Wir fordern, dass Soziale Arbeit die öffentliche Wertschätzung bekommt, die sie in unserer Gesellschaft verdient, und dass diese sich auch im Entgelt ausdrückt, um adäquat auf wachsende Herausforderungen in der täglichen Arbeit reagieren zu können. Alex Mikusch, Graz * * * Kastner-Dach-Jubiläum Am 20. Oktober jährt sich die „Verarschung“ der Grazer Bevölkerung zum 10. Mal, was die Sanierung des Daches der Firma Kastner & Öhler betrifft. Die Firma hatte zwar das Geld, kürzlich in Innsbruck (in der Coronazeit!) eine Filiale zu eröffnen, aber für die vorgeschriebene Dachfarbe gibt es offenbar keinen Willen zur Lösung. Obwohl die UNESCO uns droht, den Status als Weltkulturerbestadt zu entziehen. Luisa Sammer, Graz * * * Beidseitig steuerbare Züge Zum Bericht: „Neue Bim-Linien auf alten Gleisen“: Mit Interesse verfolge ich die Diskussionen um die Erweiterung des Grazer Straßenbahnnetzes und die Anschaffung neuer Straßenbahnzüge. Angeregt duch Ihren Beitrag in der Ausgabe des „Grazer“ am vergangenen Sonntag möchte ich folgende Frage stellen: Warum überlegt man in Graz nicht, wie in anderen Städten, z. B. in Karlsruhe, Züge anzuschaffen, die beidseitig steuerbar sind und die in beide Richtungen fahren können. Dies würde z. B. bei der Verwendung der vorhandenen Schleppbahngeleise eine flächenverbrauchende Schleife an den Endstellen erübrigen. Außerdem könnten solche Züge, wenn im Streckennetz zwischendurch Weichen eingebaut wären, unterwegs bei Verkehrsstörungen flexibel wenden. Das gab es in Graz in nicht allzu ferner Vergangenheit am Jakominiplatz und vor der Messe, um damals Einschubwagen im Pendelverkehr zwischen Jakominiplatz und Messe während der Messezeit einzusetzen. Züge mit beidseitigen Türen hätten auch sicherungstechnisch den Vorteil, dass im Notfall Personenbergungen von zwei Seiten möglich wären. Dies würde beispielsweise in der Sparbersbachgasse viele Parkplätze erhalten. Friedrich Bouvier, Graz Veganer Tag im GESUND. Die Grünen haben einen Antrag auf einen rein pflanzlichen Tag pro Woche in Landeseinrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern gestellt. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Die seinerzeitige Grüne Gemeinderatsklubobfrau Christina Jahn forderte schon 2011 einen „Veggie Day“, 2019 führte Bürgermeister Siegfried Nagl diesen in der Stadt ein – und 2020 beschäftigt sich jetzt auch der steirische Landtag mit dem Thema. Der Gesundheitssprecher der Grünen, Georg Schwarzl, will aber noch weiter gehen und statt einem vegetarischen gleich einen veganen Tag einführen. Er hat jetzt einen Antrag eingebracht und fordert, in sämtlichen Landeseinrichtungen – also in Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern usw. – „einen Wochentag mit rein pflanzlichen Gerichten zu etablieren“. Außerdem soll es an allen Wochentagen zumindest die Möglichkeit geben, vegan zu essen. „Der jährliche Fleischverbrauch in Österreich liegt mit 96 Kilo pro Person deutlich über dem EU-Durchschnitt von rund 80 Kilo und weit über der von der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung maximal empfohlenen Menge von 22 Kilo pro Person“, so Schwarzl in seiner Begründung. Umweltschonend Neben den gesundheitlichen Aspekten verweist der Abgeordnete auch darauf, dass „eine vorwiegend pflanzliche Ernährung auch das Potenzial hat, signifi-

18. OKTOBER 2020 www.grazer.at graz 19 Land gefordert kante Einsparungen der Treibhausgasemissionen zu bewirken. Pflanzliche Lebensmittel haben im Schnitt eine acht- bis 30-mal bessere Klimabilanz als tierische Produkte, welche den Hauptteil der Treibhausgase im Ernährungssektor verursachen.“ Sein Antrag soll jetzt im Unterausschuss „Klimaschutz“ diskutiert werden – einen Sitzungstermin gibt es dafür noch nicht, doch Schwarzl hofft, dass es möglichst bald so weit ist. Grünen-Landtagsabgeordneter Georg Schwarzl fordert einen veganen Tag pro Woche in Schulen, Kindergärten und Krankenhäusern des Landes. PODESSER.NET, GETTY

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