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18. April 2021

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- 366 Ideen fürs BürgerInnenbudget - Corona-Umfrage: Grazer leben lieber in der Stadt - Messervorplatz wird neu gestaltet - Diese Denkmäler müssen geschützt werden - Der erste Sportmontag - App-Gewinnspiel geht in Runde 2

6 graz www.grazer.at

6 graz www.grazer.at 18. APRIL 2021 K O M M E N T A R von Vojo Radkovic ✏ vojo.radkovic@grazer.at Bei den Sorgen sollte die Stadt genau hinhören D ie Ergebnisse der Umfrage, die jetzt die Holding Graz in Auftrag gegeben hat und mit der man ergründen wollte, wie es den Grazerinnen und Grazern in der Pandemie 2020/2021 ergangen ist, haben positive und negative Seiten. Dass die Mehrheit lieber im urbanen Umfeld lebt und nicht daran denkt, hinaus auf Land zu ziehen, freut den Bürgermeister. Ebenso, dass die Grazer zufrieden mit der Erreichbarkeit von Grünraum sind. Graz ist grün, wenn man es sucht, und da braucht man nicht weit zu gehen, und Graz ist Beton, wenn man die Augen vor dem Grün verschließt. Das hat alles relativ wenig mit Corona zu tun, wohl aber die Frage, was den Grazern in der Krise am meisten fehlt. Dass an erster Stelle Kontakte und Live-Treffen stehen, ist nicht überraschend. Was ein wenig irritiert, ist, dass gar nicht so viele, wie ich dachte, Kulturveranstaltungen vermissen. Dass vor allem dem älteren Teil der Grazer Sport fehlt, wundert nicht, die 50+ sind sportlich fitter als manch 30-Jähriger. Wo sich aber Handlungsbedarf für die Stadt ableiten lässt, das ist die Frage nach den größten Sorgen der Grazer. Immerhin fürchten 14 Prozent Vereinsamung, und 25 Prozent sorgen sich wegen psychischer Belastungen. Die Liste der Sorgen ist lang, da sollte man genau hinhören, da braucht’s mehr Angebote. BürgerInnenbudget 2021: Grazer stimmen ab COOL. Die Einreichphase für das BürgerInnenbudget ist abgeschlossen. Nun können Bewohner ihre Stimmen abgeben, hier einige Ideen zusammengefasst. Von Valentina Gartner valentina.gartner@grazer.at Graz soll zur lebenswertesten Stadt Europas werden, und deswegen holte man die Ideen der Grazer Bürger vor den Vorhang. Mit dem Projekt BürgerInnenbudget werden 300.000 Euro für die besten Vorschläge reserviert, die anschließend auch umgesetzt werden sollen. Insgesamt fünf Wochen lang konnten die Grazer ihre Ideen einbringen, die Einreichphase ist nun beendet. Von den städtischen Fachabteilungen wurden in einem Grobcheck alle Vorstellungen auf ihre grundsätzliche Machbarkeit hin überprüft. In einer ersten Voting-Phase können die Bürger unter www.mitgestalten.graz.at über alle Einreichungen vom 23. April bis zum 2. Mai abstimmen. Anschließend kommt es zu einer weiteren Bewertungsphase. Insgesamt 366 Ideen aus allen Bezirken haben es in die nächste Runde geschafft, wir haben die außergewöhnlichsten und kreativsten Ideen aus jedem Bezirk zusammengefasst: ➣ Innere Stadt: Sonnen ohne Hüllen – eine Sonnenfläche am Grazer Schlossberg soll für alle FKK-Freunde errichtet werden, um das hüllenlose Sonnenbad mitten in Graz zu ermöglichen. ➣ St. Leonhard: Begrünung der LKH-Betonwand in der Hilmteichstraße. Es wäre nicht nur optisch, sondern auch klimatisch von nachhaltiger Bedeutung. ➣ Geidorf: Ein großes Riesenrad soll in der Nähe der Mur gebaut werden. ➣ Lend: Am Mehlplatz oder Färberplatz einen permanenten kulturell vielfältigen Markt einrichten. (Analog zum Camden Market, Greenwich Market oder zum Markt in Notting Hill in London, nur kleiner). ➣ Gries: Die „Grazer Plauderbank“ soll 70 Meter lang sein und die längste Parkbank Österreichs. Über der Bank schweben Sprechblasen, die mit ihren Inhalten zur Kommunikation anregen. ➣ Jakomini: Im Augarten einen kleinen Minigolfplatz errichten. Minigolf spielen alle Altersklassen gerne. ➣ Liebenau: Synthetik-Eis ist zu jeder Jahreszeit und bei jeder Temperatur einsetzbar und garantiert somit das Eislaufen ganzjährig. ➣ St. Peter: Es gibt seit Jahren kein öffentliches Schwimmbad. Der Bedarf wäre da, die Bäder in der Nähe sind restlos überfüllt. ➣ Waltendorf: Ein Hindernis- Parcours für Groß und Klein, wo alle gemeinsam ihre Mobilität trainieren können (Vorbild ist der Motorikpark in Gamlitz). ➣ Ries: Eine Kugelbahn im Leechwald würde diese grüne Oase aufwerten und in den 7 25 16 19 37 32 23 7 55 32 33 Wald passen. ➣ Mariatrost: Auf der Ferdinandhöhe (Oberer Plattenweg) wäre ein wunderbarer Platz für Bänke und einen Spielplatz. ➣ Andritz: Gezielte Pflanzung verschiedenartiger Obstbäume und Sträucher, die von allen gratis abgeerntet und genützt werden dürfen. ➣ Gösting: Gestaltung der Wände der Unterführung Römerweg- Obere Weid durch Jugendliche, angeleitet und unterstützt durch einen Street-Art-Künstler. ➣ Eggenberg: Erlebniswanderweg mit Mehrwert auf dem Plabutsch. ➣ Wetzelsdorf: Ein Park- und Halteverbot für Nicht-Anrainer sowie eine größere Tiefgarage für die neu gebauten Siedlungen. ➣ Straßgang: Verlängerung der Buslinie 66 zum Bad Straßgang. ➣ Puntigam: Ein Abschnitt für Hunde, um sich im Sommer abkühlen zu können. 14 22 17 8 11 8 In den Grazer Stadtbezirken wurden unterschiedlich viele Ideen eingereicht, wie die Grafik zeigt derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG/REDAKTION: Gerhard Goldbrich | ASSIS TENZ: Jasmin Strobl (0664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (Leitung E-Paper & Online, 0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Julian Bernögger (0664/80 666 6690), Nina Wiesmüller (0664/80 666 6918), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/2540976), Redaktion -Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENAN- NAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. 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18. APRIL 2021 www.grazer.at graz 7 Der Betroffene Herbert Rath und Anwalt Frank Gruber brachten den Fall gegen die Zahnärztin ins Rollen. Mittlerweile meldeten sich weitere Betroffene. LUEF Zahnarzt-Horror in GU: Zehn weitere Betroffene ARG. Immer mehr Personen schließen sich den Vorwürfen gegen die Zahnärztin aus GU an. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Die vom „Grazer“ aufgedeckte Geschichte einer Zahnärztin aus Graz-Umgebung, die ohne medizinischen Grund an Patienten Bohrungen und andere Behandlungen durchgeführt haben soll, sorgte österreichweit für Aufregung. Vorläufig gilt ein Berufsverbot, laut Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen. Denn: Nach unserem Artikel meldeten sich zahlreiche weitere möglicherweise Betroffene. „Wir vertreten noch fünf weitere Personen als Privatbeteiligte im Prozess gegen die Beschuldigte“, erzählt Anwalt Frank Gruber, der mit den Betroffenen Herbert Rath, Kurt und Vanessa Haid den Stein ins Rollen brachte. Fünf andere hätten sich gemeldet, die ihre Erfahrungen zumindest als Zeugen vorbringen wollen. Das heißt im Klartext: Schon 13 Personen bringen Vorwürfe gegen die Zahnärztin vor, nach wie vor gilt die Unschuldsvermutung. Gutachten nötig Während die Vorwürfe von Rath und Haid schon durch ein Gutach- ten gestützt werden (die Vertretung der Zahnärztin zweifelt die Qualität an, wir berichteten), braucht es solche bei den neuen Fällen noch. „Da neue Opfer sich gemeldet haben, müssen wir noch weitere Gutachten abwarten“, betont auch Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz. „Es ist wie bei den schon bekannten Fällen. Alle kamen zur Kontrolle und sahen sich dann mit einer Diagnose konfrontiert, die sie sich nicht erklären konnten“, erzählt Gruber. „Eine Dame erzählte, dass bei der Behandlung gesagt wurde, alle ihre Zähne seien voller Karies. Bei einer anderen Zahnärztin hörte sie dann wiederum, sie hätte sehr schöne Zähne“, so Gruber. Er bot den Betroffenen an, ein gratis Forderungsschreiben an die Gegenseite zu richten. So auch für Maria K. Sie und ihr Mann ließen insgesamt 12.000 Euro bei der Beschuldigten. „Plötzlich hieß es, der gesamte Oberkiefer müsse gerichtet werden,“ erzählt sie. Noch heute hat sie bei einem Zahn Beschwerden: „Ich kann keine Banane essen, so empfindlich bin ich.“ Ihr Mann habe aber keine Beschwerden, ein Gutachten soll Klarheit bringen.

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