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17. Jänner 2021

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- Straßen-, Gleis- und Leitungsarbeiten: Das sind die Baustellen des Jahres 2021 in Graz - Engpass durch Pensionierungen: Ärztemangel in Lend - Kommt Aus für Open-Airs am Grazer Messegelände? - Polizei erklärt ihr Vorgehen: Nach Demos weiter Kritik an Einsatzkräften - Drei Riesenbäume gefällt: Reste bleiben Wegweiser - Groß-Sanierung im Übelbacher Zentrum - No Time To Waste: Grazer gehen auf Müllsuche - Herr Ernst aus dem Landhauskeller: Der letzte Kultkellner der Stadt

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12 graz www.grazer.at 17. JÄNNER 2021 S E R V I C E Leser Briefe redaktion@grazer.at Bewilligung regulieren! Zum Kommentar „Sie habn uns a Haus herbaut“: Sehr geehrter Herr Radkovic! Sie haben in Ihrem Kommentar das Problem, das auch im Beitrag „Bürger kämpfen für mehr Demokratie“ in dieser Ausgabe gut dargestellt wird, treffend erkannt. Allerdings wird dabei übersehen, dass die Stadt Graz im Rahmen ihrer rechtlichen Möglichkeiten diesem Wildwuchs schon jetzt energischer entgegentreten könnte – es sollte und könnte bei den Baubewilligungen viel mehr regulierend darauf geachtet werden, dass nicht quasi jedesmal statt einem Haus gleich eine ganze „Wohnanlage“, „Residenz“ o. Ä. mit den damit verbundenen weitreichenden Versiegelungen „hingeklatscht“ wird. Erwin Schwentner, Mitinitiator „Rettet den Grüngürtel“, Graz * * * Krasse Fehlleistung Zum selben Kommentar vom Sonntag: Unter „Zubetonieren“ versteht der Bürger nicht die von der Stadt vehement bestrittene Erweiterung von Bauland, sondern die immer rücksichtsloser werdende Boden-Versiegelung bei Neubauten. Schuld daran ist die lasche Gesetzgebung des Landes. Vor genau einem Jahr hat die stmk. Landesregierung das Baugesetz novelliert; der Versuch der Versiegelungsbeschränkung ist aber völlig danebengegangen. Die Gemeinden dürften nun die Versiegelung begrenzen können, aber nur im Verhältnis zur u n b e b a u t e n Fläche. Auf Deutsch: von dem, was der Bauherr vom Grundstück gnädig unbebaut übrig lässt, darf er (nur) x % auch noch versiegeln, also z. B. Einfahrten, Parkplätze und Wege asphaltieren. Diese Formulierung ist völlig sinnlos! Der Grazer Gemeinderat hat schon im Frühjahr eine Petition an das Land geschickt, diese krasse Fehlleistung zu bereinigen! Was ist bisher geschehen? Nichts! Liebe Landesregierung, das grenzt an Pflicht-Verweigerung! Peter Laukhardt, Graz, * * * Versiegelung in Graz Und wieder einmal wird dem Grazer Bürger vorgegaukelt, dass man dem Klimawandel und der Bodenversiegelung entgegenwirkt. Und wie? Indem man bei dem neu angelegten Bertha-von- Suttner-Platz beim Liebenauer Stadion, der hauptsächlich nun aus Beton und verdichtetem Schotter besteht, einen Teil des Betons grün eingefärbt hat. Ob grüner Rasen oder grüner Beton, ist doch einerlei, oder? Diese neuerliche Versiegelung und Verdichtung trägt weiter zum Insektensterben und Verschwinden von heimischen Vogelarten in der Stadt bei. Und bis die dort gepflanzten Bäume genug Schatten spenden, wird der Schotter und auch der (grüne) Beton sich schön brav im Sommer aufheizen und der Abkühlung in der Nacht entgegenwirken. Kleiner Tipp an die Grazer Stadtregierung: Suchen Sie nicht nach kostspieligen innovativen Lösungen, wie man Graz grüner macht. Versiegeln Sie einfach keine Grünflächen mehr und lassen Sie vorhandene Grünflächen unberührt. Das hilft dem Klima und spart (unser) Geld! Barbara Süsser-Rechberger, Graz * * * Freibrief für „Graffiti“ Zu den Berichten über den Edegger-Steg: Die „sogenannten“ Graffiti-Künstler tobten sich beim neu renovierten Edegger-Steg wie zu erwarten war aus. Hier aber von Kunst zu sprechen, geht in die falsche Richtung, eher kann man das mit läufigen Hunden vergleichen, die bei jeder Hausecke ihre Markierung hinterlassen. Das ist aber dem heutigen Zeitgeist geschuldet, was aber mehr aufregt, ist, dass man diese Schmierereien nicht wieder entfernen kann, wie man liest, um nicht noch mehr Schaden anzurichten. Da wird ein Steg über die Mur saniert, viel länger als geplant, und dann nimmt man Materialien, die vielleicht gar nicht gereinigt werden können, ist das ein Freibrief für weitere Überregional Trotz Corona fand der 122. Steirerball vor der Wiener Hofburg mit unserer Miss Austria Larissa Robitschko statt. 12/13 Wir wollen mitreden! Demokratie. Der BürgerInnenbeirat und der Verein „Mehr Zeit für Graz!“ wenden sich an die Grazer, um neue Wege der Mitbestimmung durch die Bürger zu finden. Andere Initiativen fordern mehr Rechte für Anrainer, und in Seiersberg wurde ein Beschwerdemanagement eingerichtet. SEITEN 4/5 künstlerische Gestaltung an diesem Steg? Es müsste den Planern und Gestaltern doch hinlänglich bekannt sein, dass man mit derlei Beschädigung zu rechnen hat, wie schon im Frühjahr nach der Eröffnung der Augartenbucht zu sehen war. Peter Haubenwaller, Graz Regional 10. JÄNNER 2021, AUSGABE 2 Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer unterstreicht die große Bedeutung von regionalen Medien. 9 Grazer Aktivbürger stellen sich neu auf WSS_Grazer_45x38_02_2020.indd 1 11.02.20 15:34 GETTY, STREIBL, KK Unsere Ausgabe vom 10. Jänner sorgte für viele Leserreaktionen. * * * Aktivbürger chancenlos Zum Aufmacher vom Sonntag, 10. Jänner 2021: Der Bürgerbeirat und der Verein „Mehr Zeit für Graz“ MZfG besteht schon sehr lange (2001). Früher haben sich viele Aktivbürger und Initiativen beteiligt. Als sich langsam herausstellte, dass dieser Verein von der Stadt Graz finanziert und beeinflusst wurde, haben sich viele zurückgezogen. In den Beirat wurden auch Vertreter der Stadt entsandt, daher kann man MZfG nicht als Bürgerforum ansehen! Weiters waren es immer dieselben Personen, die ihre persönlichen Vorstellungen durchsetzen wollten. Bei Diskussionen im Rathaus wurden Beiträge teilweise vom Moderator abgewürgt. In kleinen Kreisen wurde bestimmt, wie man vorgehen will bzw. welche Ergebnisse erzielt wurden. Die Erfolge gegenüber der Stadt sind überschaubar. Bei der Wahl des Beirates gab es nur geringe Beteiligung. Nun will man mit dem Aufruf mehr Leute animieren, hier mitzutun. Solange die Stadt hier Einfluss nehmen kann, ist es für die Politik ein Feigenblatt, um Bürgerbeteiligung und Demokratie gegenüber den Grazern vorzutäuschen. Kein Wunder, wenn viele Grazer dieses Spiel durchschaut haben! Wenn man gehört werden wollte, hätte man es schon bisher durchsetzen können. Bürgerinitiativen sind sehr gut und wertvoll, um den Stadtpolitikern zu zeigen, dass die Grazer nicht alles, was „von oben verordnet“ wird, schweigend akzeptieren! Leider ist man vielfach machtlos, wie das „Zubetonieren“ der Stadt und die kuriose Verkehrspolitik zeigt. Peter Wochesländer, Graz * * * Danke für Bericht Zu unserem Aufmacher vom Sonntag „Wir wollen mitreden“: Ganz besonderen Dank für Ihren großartigen Artikel „Bürger kämpfen für mehr Demokratie“, noch dazu mit dem Aufruf „Wir wollen mitreden“ auf der Titelseite. Wir freuen uns heute bereits über einige Anmeldungen zu den Online-Gesprächen und hoffen auf einen interessanten und weiterführenden Gedankenaustausch. Karin Steffen, Graz

17. JÄNNER 2021 www.grazer.at graz 13 „No Time To Waste“: Grazer gehen auf Müllsuche Nur beim Spaziergang in unmittelbarer Nähe können schon zwei bis drei Müllsäcke mit Abfall, den andere verursacht haben, gefüllt werden. Grazer sammeln für eine bessere Welt. Auch Zangen werden zur Verfügung gestellt. KK (2) AKTIV. In der Gruppe „No Time To Waste“ motivieren sich Grazer und sammeln ehrenamtlich Abfall von der Straße. Saubermacher unterstützt bereits. Von Valentina Gartner valentina.gartner@grazer.at Müll geht uns alle etwas an. Jährlich verschwenden wir Tonnen an Material, das schlussendlich in verschiedenen Tonnen landet – zumindest sollte es das. Nichtsdestotrotz gibt es einige, die ihren Abfall auf Spazierwegen, in Wäldern, auf Wiesen, Straßen oder Gehsteigen verteilen. Anstatt den eigenen Mist umweltgerecht zu entsorgen, verschmutzen sie unseren schönen Planeten. Um dem entgegenzuwirken, gründete Severin Pock vor genau einem Jahr die Facebook-Gruppe „Müllsammelgemeinschaft ‚No Time To Waste!‘“. Der Initiator ruft dazu auf, sich einen Müllsack zu schnappen und in seiner Umgebung den Mist, den andere verursacht haben, formgerecht zu entsorgen. Oft wird einem das Gefühl vermittelt, „Ich kann ja eh nichts ändern, aber ich würde, wenn es etwas bringen tät!“. Man kann immer etwas bewirken, und genau das versucht Pock mit der Gruppe zu vermitteln. „Die Community wächst und viele Grazer trennen ihren Müll sorgfältig. Das mit dem Spazierengehen funktioniert gerade super, weil immer mehr auf den Geschmack kommen. Nebenbei kann man das mit etwas Nützlichem verbinden und eben Abfall aufheben. Mir kommt schon vor, dass es was bringt. Manche Wege sind schon viel sauberer“, so Kathy Baumgartner, eines der Gruppenmitglieder. Sachspenden Weil die Aktion so gut ankam, entschloss sich auch Saubermacher- Chef Hans Roth, die ehrenamtliche Aktion zu unterstützen. Er stellt Zangen zur Verfügung (siehe kleines Foto oben), welche man zum Aufklauben des Mists verwenden kann. Gerade wird auch besprochen, ob er Warnwesten zur Verfügung stellen wird. „Derzeit stecken alle Mitglieder viel Zeit und Geld hinein. Müllsäcke in einer gewissen Grö­ ßenordnung kosten uns immerhin auch was. Auch Warnwesten sind für die Müllgänge abends sinnvoll. Da ist es toll, dass bereits Zangen gesponsert werden“, freut sich Baumgartner. Firmen, aber auch Privatpersonen werden ebenso herzlich dazu eingeladen, an der Aktion teilzunehmen oder die fleißigen Müllsammler mit Westen, Säcken, weiteren Zangen oder anderen Sachspenden auszustatten. Sie können entweder über die FB-Gruppe mit Severin Pock oder via notimetowaste@gmx.at bzw. muellsammelgemeinschaft@ gmx.at Kontakt aufnehmen. „Man könnte jetzt sagen, es liegt noch genug Müll in der Gegend herum, aber unser Erfolg ist der Müll, der nicht mehr da ist! Jede saubere Wiese, jeder saubere Spazierweg und jedes saubere Waldstück ist auch unser Erfolg“, motiviert Pock zum Ein-Jahr-Jubiläum. Über 660 Menschen sorgen bereits für eine sauberere Welt – werden Sie auch einer davon?!

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