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17. Februar 2019

- Mauern, Urnen und Münzen sollen sichtbar werden: Stadt Graz will alte Schätze heben - Heimwegtelefon ist Erfolgsstory - Unruhe auf den Grazer Bauernmärkten - Neue Rekorde für die Bibliotheken - Grazer gehen Fahrrad-Diebstähle vor - Parkplatz als „Chamäleon“ - Sportplatz für SMS Bruckner - 9. „Grazer“ Wirtschafts-Stammtisch - Neues Lifestyle-Magazin „der Insider“ präsentiert

graz 4

graz 4 redaktion@grazer.at & 0316 / 23 21 10 Altstadtanwalt fordert: Rutscht’s ma owi!“ Bürgermeister Siegfried Nagl freute sich, diesen Satz bei der Eröffnung der Schlossberg-Rutsche – wenn auch nur im Scherz – endlich einmal sagen zu können. STADT GRAZ/FISCHER www.grazer.at 17. FEBRUAR 2019 Stadt Graz soll ihre Michael Schickhofer mit Simon Glauninger u. Lena Stuhlpfarrer (v. l.) STOLZ Schülerdemo für den Klimaschutz ■■ Hunderte Schüler gingen am Freitag für den Klimaschutz auf die Straße: Die Jugendlichen um Lena Stuhlpfarrer, Simon Glauninger, Marlene Seidel und Jakob Prettenthaler forderten mehr und effektivere Maßnahmen gegen den Klimawandel und einen besseren öffentlichen Verkehr. Vize-Landeshauptmann Michael Schickhofer lud sie am Vortag zur Diskussion auf Augenhöhe in die Burg. Manfred Rupprecht Landesrat Anton Lang setzt sich für energieeffiziente Heizungen ein. KK 5000 Euro für die neue Heizung ■■ Um die steirischen Klimaziele zu erreichen, forciert das Land Steiermark den Austausch von Ölheizungen auf hocheffiziente, erneuerbare Heizsysteme und unterstützt damit auch die steirischen Haushalte beim Senken ihrer Heizkosten. „Es gibt bis zu 5000 Euro für die Heizungserneuerung“, so der für Umwelt und Erneuerbare Energien zuständige Landesrat Anton Lang. Infos dazu unter www.ich-tus.at Nicht nur unter dem Grazer Hauptplatz schlummern die Reste mittelalterlicher Bauwerke – und kaum einer weiß das, kritisiert Altstadtanwalt Manfred Rupprecht. Er will, dass Graz seine Schätze sichtbar macht. GRAZ TOURSIMUS/HARRY SCHIFFER, FISCHER derGrazer Was oder wer ist Ihr größter Schatz? „Meine Mama, weil sie einfach immer für mich da ist, egal was ist. Sie ist ein wahrer Schatz!“ Sonja Rabitsch, 30, Fotografin „Meine liebe 3A-Klasse am akademischen Gymnasium in Graz. Meine eigene Klasse ist super.“ Georg Kittelfelder, 27, Lehrer „Definitiv mein eigenes Auto. Ich habe einen roten Fiat 500 mit einem schwarzen Cabrio-Dach.“ Marlene Tropper, 20, Studentin Blitzumfrage „Meine Lebenspartnerin! Wir unterstützen und wertschätzen uns gegenseitig.“ Herbert Hötzeneder, 46, Kaufmann ? ALLE FOTOS: DER GRAZER „Nichts Materielles, sondern ganz einfach meine geliebte Familie und meine Freunde. “ Lea Theisl, 21, Bürokauffrau

17. FEBRUAR 2019 www.grazer.at graz 5 ➜ TOP STUWO (2) Rekorde für das steirische AMS 2018 gab’s den stärksten Rückgang der Arbeitslosigkeit seit 18 Jahren und stolze 524.000 Beschäftigte. Zwei Zwischenfälle in der Karlau Zuerst verstarb ein Häftling trotz Videoüberwachung in einer Sonderzelle, dann setzte ein anderer seine Zelle in Brand. FLOP ➜ verborgenen Schätze zeigen WERTVOLL. Der Altstadtanwalt will, dass Graz seine archäologischen Schätze besser präsentiert. Der Kulturstadtrat will das prüfen. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Lob und Tadel verteilt Altstadtanwalt Manfred Rupprecht in seinem neuen Tätigkeitsbericht fürs Jahr 2018 (siehe Fakten-Box rechts). Positiv hebt er hervor, dass die Mittel für den Erhalt historischer Gebäude kräftig aufgestockt wurden. Kritik übt er daran, dass immer mehr Hauseigentümer – teils aus Spekulationsgründen – den Abbruch schutzwürdiger Bauwerke beantragen und dies damit begründen, dass ein Erhalt aufgrund „wirtschaftlicher Unzumutbarkeit“ unmöglich sei. Rupprecht fordert hier eine Gesetzesverschärfung – Schäden durch bewusst oder fahrlässig herbeigeführten Verfall sollen nicht mehr als (Mit-)Grund für einen Abbruch gelten dürfen. (Un-)Sichtbare Schätze Der Altstadtanwalt lässt noch mit einer weiteren Forderung aufhorchen: Graz soll seine „verborgenen Schätze“ besser sichtbar machen. Rupprecht meint damit archäologische Funde, die vielen Bürgern unbekannt sind, „da sie nur in unattraktiven, oft sogar versteckten Schaukästen präsentiert werden“. Als Beispiel nennt Rupprecht den Hauptplatz – hier wurden vor Jahren bei Grabungen mittelalterliche Mauern entdeckt, danach aber wieder zugeschüttet und unter den heutigen Platten „begraben“. An die Funde werde derzeit nur in der Davidgasse „in bescheidenster Weise“ erinnert, kritisiert Rupprecht. Ähnliches gilt laut Altstadtanwalt für den Pfauengarten bzw. den Karmeliterplatz, wo bereits Funde aus der Eisenzeit (8./7. Jahrhundert v. Chr.) gemacht wurden und wo auch ein Friedhof aus der Urnenfelderzeit (11. Jahrhundert v. Chr.) vermutet wird. Noch älter sind die Spuren, die im Bereich des Schlossbergs und des Stadtparks gefunden wurden und die auf eine Besiedlung bereits in der Steinzeit (3000 v. Chr.) hindeuten. Rupprecht schlägt daher vor, „diese Zeugnisse einer frühen Stadtgeschichte durch ein neues und zeitgemäßes, EDV-unterstütztes Präsentationskonzept für die Öffentlichkeit sichtbarer zu machen“ und ins Angebot der Grazer Museen zu integrieren. „Computeranimationen über das Stadtbild vor beispielsweise 800 Jahren wären hoch interessant“, so Rupprecht. Stadt begrüßt Idee Im Büro von Kultur- und Finanzstadtrat Günter Riegler zeigt man sich offen für die Anregungen des Altstadtanwalts. „Wir danken für diesen Vorschlag und werden eine Umsetzung mit den beteiligten Stellen bzw. in den Museen prüfen“, heißt es. Es sei stets ein Anliegen, „die vielschichtige Geschichte der Stadt Graz“ adäquat zu präsentieren. Mit dem Schlossbergmuseum, das 2020 öffnen soll, tue die Stadt hier „einen weiteren Schritt“. Altstadtanwalt ■■Über den Schutz der Altstadt wacht die Altstadtsachverständigenkommission (ASVK). Leisten Bauherren oder Behörden den Vorgaben der ASVK nicht Folge, tritt der weisungsfreie Altstadtanwalt auf den Plan. Anders als die ASVK darf der Altstadtanwalt juristisch gegen Bauprojekte und Behördenbescheide vorgehen. ■■784 Bauvorhaben landeten im Vorjahr bei der ASVK, in jeweils grob der Hälfte der Fälle ging es um Voranfragen oder Begutachtungen für die Baubehörde. Die Voranfragen wurden zu 61 Prozent positiv beantwortet, die Begutachtungen sogar zu 87 Prozent. In 30 Verfahren wurde der Altstadtanwalt eingeschaltet. ■■In der zehnjährigen Amtszeit des Altstadtanwalts wurden von der ASVK und dem Altstadtanwalt mehr als 7400 Geschäftsstücke bearbeitet, mittlerweile fallen im Jahr durchschnittlich 86 Prozent der Gutachten für die Behörden positiv aus.

2021