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16. Februar 2020

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- Zahlreiche Geschäfte stehen leer, Experte warnt: Die Innenstadt ist in zwei Jahren ausgestorben - Am Stadtrand steigt die Angst vor Verbrechen - Generalsanierung: Stukitzbad und Augartenbad werden modernisiert - Stadt, Land & Region starten neue Mobilitätsplattform - Wasserspielanlage für den Augarten geplant - Nach Verspätung: Bald eröffnet das neue Café Jakomini - Oberlandler Ball 2020

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 16. FEBRUAR 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Unangenehm, unendlich und unkommod I ch fühle mich heute sehr kommod“, witzelte Bürgermeister Siegfried Nagl im Rahmen der Eröffnung des neuen Zaha-Hadid- Hauses, dem ehemaligen Kommodhaus. Die Erleichterung des Bürgermeisters ist absolut nachvollziehbar, zählt die jetzt endlich abgeschlossene Causa Kommodhaus doch zu den unangenehmsten unendlichen Geschichten, die die Stadt in den letzten Jahren bewegten. Schon in den 1980er-Jahren ließ der damalige Hausverwalter das denkmalgeschützte Gebäude mutwillig verfallen. 2003 wurde es schließlich abgerissen, weil aufgrund des schlechten Zustandes des Gebäudes Gefahr im Verzug war. Ein lukrativer Neubau war allerdings aufgrund massiver Proteste inklusive Hausbesetzung und rechtlicher Streitereien nicht möglich. So klaffte die bekannte Lücke jahrelang wie eine Wunde mitten im Stadtzentrum. Jetzt konnte die 17 Jahre alte Peinlichkeit endlich weggewischt und das neue Boardinghouse eröffnet werden. Für die einen ist es eine moderne architektonische Erweiterung des Stadtbildes, für die anderen eine moderne Verschandelung des historischen Stadtkerns – aber egal wie man dazu steht, für uns alle sollte es ein unkommodes Mahnmal für ungebremste Immobilienspekulation sein. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Franz Tonner Nicht sehr ausgiebig, aber wie heißt es so schön: „One apple a day keeps the doctor away.“ Bauernbund- Direktor Franz Tonner isst in der Früh immer einen Apfel zu einem Glas Wasser. LUEF Der Bauernbund-Direktor und Ballorganisator verrät sein bestes Katerfrühstück und was er auf eine einsame Insel mitnehmen würde. Wie lange darf man mit einer kleinen Tochter schlafen? Bis acht Uhr geht sich am Sonntag aus. Um zehn Uhr am Abend geht Marie schlafen. Sie ist jetzt ein bisschen mehr als zwei Jahre alt. Und wie läuft der perfekte Sonntag dann ab? Am Vormittag spielen wir zu Hause, dann gehen wir zwei Stunden spazieren – da schläft sie dann meistens ein. Wenn wir nach Hause kommen, gibt’s Mittagessen. Alles sehr gemütlich. Die Familie steht im Vordergrund. Frühstück gibt’s keines? Ich trinke immer nur ein Glas Wasser. Unter der Woche gibt’s dann einen Apfel im Auto auf dem Weg ins Büro. Dafür wird dann g’scheit zu Mittag gegessen. Aber alles sehr gesund mit viel Obst. Das klingt nicht gerade nach Katerfrühstück. „Feiern bis der Hahn kräht“ ist aber das Motto des 71. Bauernbundballs ... Da muss es dann vielleicht doch ein bisschen deftiger sein. Das beste Katerfrühstück ist Oaschmalzi! Klingt irgendwie nicht so verlockend ... Das ist Kernöleierspeise (lacht). Und wie kann man schauen, dass man die gar nicht erst braucht? Na ja, man sollte eine dezente Trinkgeschwindigkeit beibehalten und nicht gleich zehn schnell hintereinander trinken. Und natürlich fleißig tanzen. Alles, was man rausschwitzt, kann man dann wieder reintrinken! Welche Highlights gibt’s heuer am Ball? Auf alle Fälle Claudia Jung! Mit ihrer Musik bin ich aufgewachsen. In Summe haben wir 28 verschiedene Interpreten. Da ist für jeden etwas dabei. Was hören Sie privat am liebsten? Auch Schlager und Volkstümliches. Früher viel Brunner und Brunner. Die waren meine Nachbarn, aber sie machen ja keine Musik mehr. Ansonsten die Oberkrainer, Nockis, Gabalier ... Und wie schaut’s mit Büchern aus? Ich lese lieber Fachbroschüren. Zu Gesundheit, Ernährung, Umwelt, Tierwohl ... Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen? Nichts! Ich bin ja dann dort zum Einsamsein und Abschalten. Da brauch ich nichts zu lesen oder zu hören. Ich würde einfach die Natur genießen. Würden Sie lieber in die Zukunft oder in die Vergangenheit reisen? Die Zukunft! Die Vergangenheit hab ich ja schon erlebt. Und da hab ich auch nichts ausgelassen! Was steht ganz oben auf Ihrer Bucket List? Voriges Jahr hätt’ ich gesagt: die Besteigung des Dachsteins. Aber da war ich inzwischen. Der Großglockner wäre noch offen. Was ist das Wichtigste, das Sie Ihren Töchtern gerne beibringen würden? Demut. Das ist, glaub ich, eine der wichtigsten Tugenden. Dass man nicht alles als selbstverständlich hinnimmt, sondern weiß, dass es ein höheres Ganzes gibt. VERENA LEITOLD Franz Tonner wurde am 28. August 1964 in Graz geboren. Nach einem Beamtenpraktikum arbeitete er bei Landwirtschaftsminister Wilhelm Molterer. Seit 1999 ist er Direktor des steirischen Bauernbundes und damit auch Veranstalter des größten Balls Europas, dem Bauernbundball nächsten Freitag (21. Februar).

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