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15. September 2019

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30 viva www.grazer.at 15. SEPTEMBER 2019 Demenzkranke brauchen Menschen, die an Demenz leiden, brauchen von Familie, Partner oder Freunden besonders viel Zuneigung. Eine Umarmung reicht oft schon. GETTY ZUNEIGUNG. Menschen mit Demenz brauchen Zuneigung von Angehörigen. Von 19. bis 22. September gibt es Infoveranstaltungen. Von Valentina Gartner valentina. gartner@grazer.at Diagnose: Demenz. Vor allem im zunehmenden Alter leiden viele Menschen an der Krankheit, bei der man nach und nach immer mehr vergisst. Wenn man krankheitsbedingt an Vergesslichkeit leidet, ist das nicht nur eine große Belastung für denjenigen selbst, sondern auch für seine Angehörigen. Gerade dann ist es aber umso wichtiger, dem Erkrankten noch mehr Zuneigung und Liebe zu schenken, damit es ihm besser geht und er spürt, dass jemand für ihn da ist. „Soziale Isolation ist pures Gift“, weiß Claudia Knopper, Obfrau des Vereins Steirische Alzheimerhilfe (SALZ). Leute, die an Demenz leiden, sollen auch unter Leute gehen. Es bringt nichts, sie zu Hause einzusperren. Auch wenn sie Dinge und Leute vergessen, die Gesellschaft tut ihnen gut. Heilfaktor Musik „Wir wissen noch nicht viel über die Krankheit und warum sie auftritt. Wir wissen aber, dass Musik den Menschen definitiv hilft“, so Knopper. Vor allem Schlager und Oper erreichen die Erkrankten, auch wenn sie vorher nie diese Art von Musik gehört haben. „Es löst in ihnen etwas aus. Viele können den Text plötzlich mitsingen, erinnern sich aber nicht

15. SEPTEMBER 2019 www.grazer.at viva 31 Aufmerksamkeit an die Person, die vor ihnen steht“, schmunzelt die Expertin. Musik berührt jedermann. Bei Patienten mit Demenz muss man sich in Geduld üben. Gerade in dieser schwierigen Zeit brauchen sie Liebe, Streicheleinheiten und Zuneigung. Sie freuen sich darüber und spüren es, wenn jemand ihre Hände hält. „Das Fühlen bleibt, auch wenn der Geist sich zurückzieht“, weiß der Grazer Altbürgermeister Alfred Stingl. Sinnvoll ist es auch, an bekannte Orte mit den Demenzerkrankten zu gehen. Erinnerungen können sehr wohl hervorgerufen werden. Lange Tage der Demenz Von 19. bis 22. September finden in Graz lange Tage der Demenz statt. Dabei finden 18 verschiedene Veranstaltungen statt, bei denen man sich über das Thema genauer informieren kann. „Wir wollen das Thema enttabuisieren. Man kann und soll mehr darüber reden“, so Knopper. Ziel der Aktionstage ist Bewusstseinsbildung, Aufklärung zu schaffen und konkrete Hilfsangebote bekannt zu machen. Das detaillierte Programm findet man unter www.vergissdeinnicht.net. Seit die Stadt Graz zu einer demenzfreundlichen Stadt gemacht wurde, wächst auch das Netzwerk. Deswegen feiert der Verein mit neuem Namen sowie neuem Logo die langen Tage der Demenz. „Der alte Name ‚Die demenzfreundliche Stadt Graz‘ schreckte eher ab. Unser neuer Name ‚Vergissdeinnicht – Netzwerk Demenzhilfe‘ klingt viel freundlicher“, freut sich Knopper. Einige Schüler der Projektschule Graz entwickelten das neue Logo mit. An zwei Terminen wurde den Kindern das Thema Demenz nähergebracht und in einem Kreativworkshop malten sie ein Logo. Die Erfahrungen, die sie beim persönlichen Kontakt mitgenommen haben, waren einzigartig. Das Logo soll Hoffnung geben und zeigen, dass eine Blume selbst mit fehlendem Blatt noch immer wertvoll ist.

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