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15. März 2020

- Landeshauptmann und Bürgermeister zum Coronavirus: Keine Panik, wir müssen nur zusammenhalten - Geriatrische Gesundheitszentren: „So wenig Leute am Gelände wie noch nie“ - Gesundheitstelefon 1450: Ressourcen wurden massiv aufgestockt, Geduld braucht‘s dennoch - Um Hochrisikogruppen zu schützen: Neues Projekt „Zusammenhalt Graz“

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6 graz www.grazer.at 15. MÄRZ 2020 K O M M E N T A R von Vojo Radkovic ✏ vojo.radkovic@grazer.at „My Corona“ oder wie Oldies Virus vertreiben I ch weiß nicht, warum, aber wenn ich das von mir als „Unwort des Jahres 2020“ nominierte Corona höre, krampft sich in mir alles zusammen. Was habe ich in all meinen vielen Jahren schon an kleinen und großen Krisen überlebt. Immer war da irgendwo ein Schutzengel, um zu helfen. Und jetzt das. Plötzlich erfasst ein Virus die ganze Welt, schleichend, nicht sichtbar oder spürbar. Ein heimtückischer Feind und er bevorzugt ältere Menschen, womöglichst mit Vorerkrankungen, da wütet das Virus besonders arg. Manche nennen schon über 60-Jährige als Hochrisikofall, andere meinen, 80- bis 90-Jährige sind Todeskandidaten. Nun, das erste österreichische Opfer war noch keine 70. Für mich ist da vieles verstörend. Plötzlich finde ich mich selbst in einer Risikogruppe und muss erkennen, wie fragil und leicht zerstörbar der Mensch ist. Ältere Menschen haben zudem auch meist ein geschädigtes oder fast nicht mehr aktives Immunsystem. Hand aufs Herz, wer von uns ist frei von Vorerkrankungen? Ich hoffe, es gelingt mit den getroffenen Maßnahmen, Zustände wie in Italien zu mildern. Es gab einen Hit der Band The Knack: „My Sharona“, ich habe jetzt ständig diese Melodie und „My Corona“ im Kopf. Hallo Oldies, kämpfen wir gegen Corona an, halten wir uns an die Schutzmaßnahmen und hoffen wir darauf, dass zurzeit sehr viele Schutz engerl unterwegs sind. Geriatrische Gesundheitszentren: „So wenig Leute am Gelände wie noch nie“ NICHT BESUCHEN. In den fünf Grazer Gesundheitszentren gibt es nahezu keine Besucher mehr. Das bewahrt die älteren Menschen vor dem Coronavirus. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Auch die älteren Menschen in Graz sind in großer Sorge. Wenn man manche Berichte im Fernsehen oder Netz konsumiert, denkt man als über 70-Jähriger, eine Ansteckung mit dem Coronavirus wäre das sichere Todesurteil. Ist es nicht und soll es auch nicht sein. Da die ältere Generation aber, falls Vorerkrankungen vorliegen, zur Hochrisikogruppe gehört, wird von vielen Seiten versucht, die älteren Menschen vor einer Ansteckung zu schützen. Gerd Hartinger, Geschäftsführer der Geriatrischen Gesundheitszentren (GGZ): „Unsere älteren Bewohner und Patienten sind zwar nicht in Panik, aber natürlich in Sorge. Ältere Menschen haben meist Vorerkrankungen, vor allem jene, die in unseren fünf Standorten schon Pflegefälle sind. Wir haben daher ein Besuchsverbot verhängt, ausgenommen davon sind Hospizfälle. Das soll verhindern, dass durch die vielen Kontakte das Virus auch bei uns Einzug halten kann. Unsere Mitarbeiter gehen da sehr engagiert und sorgfältig mit den Leuten um, die Stimmung ist gefasst, aber nicht hoffnungslos. Wir sind gerade dabei, die technischen Voraussetzungen zu schaffen, dass unsere Bewohner und Patienten mit ihren Angehörigen sozusagen in einer Videokonferenz sich sehen und miteinander reden können. Wir haben das Besuchsverbot schon Ende letzter Woche verfügt, und wenn ich so aus meinem Fenster schaue, dann muss ich sagen, so wenig Menschen auf unserem Gelände habe ich schon seit 30 Jahren nicht mehr gesehen. Wir werden das Besucherverbot natürlich am Eingang kontrollieren.“ Der Grazer Seniorenbundobmann und Bundesrat Ernest Schwindsackl rät, kühlen Kopf zu In den Gesundheitszentren der Stadt Graz hat Gerd Hartinger (kl. Foto) ein rigoroses Besuchsverbot verhängt. FURGLER, KK bewahren und alle immer wieder genannten Hygienemaßnahmen besonders zu befolgen. Auch Schwindsackl ist dafür, dass man soziale Kontakte so gut wie nur möglich meidet. Der Seniorenbund hat bis auf weiteres alle Veranstaltungen abgesagt. Schwindsackl: „Es ist die Aufgabe der Senioren, als besonders gefährdete Gruppe mit gutem Beispiel voranzugehen. In Ausnahmesituationen wie dieser müssen wir gemeinsam füreinander Verantwortung tragen.“ Schwindsackl rät den Senioren, keine Besucher in Seniorenheimen oder Krankenhäusern zu empfangen und auch keine Besuche dorthin vorzunehmen. Einkäufe sollte man entweder durch Nachbarschaftshilfe erledigen lassen oder Zustellung vor die Haustüre veranlassen. Und, das kann man gar nicht gebetsmühlenartig oft genug vortragen: Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen. Schwindsackl: „Ich weiß, dass die Besorgnis bei älteren Menschen groß ist, vielleicht lässt sich diese tiefgehende Krise aber bei Einhalt aller Schutzmaßnahmen besser überstehen.“ derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Jasmin Strobl (664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Svjetlana Wisiak, CvD (0664/80 666 6491), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/2540976), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. Eva Semmler (0664/80 666 6895), Thomas Maier (0664/80 666 6690), Egbert Triebl (0664/80 66 66 892) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 666 6490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner | HERSTELLUNG: Medienfabrik Graz | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice GmbH (05/1795-0) | AUFLAGE: 45.000 | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

15. MÄRZ 2020 www.grazer.at graz 7 Aufgrund der Vorratskäufe vieler Österreicher waren in den letzten Tagen einige Regale leer. Spar gibt Entwarnung: Es gibt genug Vorräte.GETTY, WERNER KRUG Supermärkte bleiben geöffnet: „Keine Panik!“ CORONAVIRUS. Leere Supermarkt-Regale machen vielen Angst. Versorgung funktioniert aber. Keine Panik. Die Versorgung wird auch langfristig funktionieren“, klärt Spar-Steiermark-Geschäftsführer Christoph Holzer auf. Die Zentral lager sind ausreichend mit Lebensmitteln gefüllt und derartige Hamsterkäufe, wie sie in den letzten Tagen aufgrund der Corona-Panik in den überfüllten Supermärkten bereits vorgekommen sind, sind nicht nötig. „Es Christoph Holzer gibt keine Krise. Ich bitte unsere Kunden deshalb um Disziplin“, betont Holzer. Die Spar-Filialen sind auf die verstärkte Nachfrage gut vorbereitet und arbeiten rund um die Uhr daran, dass in den Supermärkten alles vorhanden ist. Die Bitte an die Kunden lautet weiterhin, ruhig und besonnen einkaufen zu gehen. Die Versorgung wird auch künftig sichergestellt sein. Dank an Mitarbeiter Die Lebensmittelgeschäfte haben weiterhin zu den normalen Zeiten geöffnet. „Ich danke den Kunden und vor allem den Mitarbeitern für ihren heldenhaften Einsatz“, möchte der Geschäftsführer abschließend betonen. „Die Mitarbeiter leisten Großes – vor allem jetzt müssen alle zusammenhalten.“ TS, VALI

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