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15. März 2020

- Landeshauptmann und Bürgermeister zum Coronavirus: Keine Panik, wir müssen nur zusammenhalten - Geriatrische Gesundheitszentren: „So wenig Leute am Gelände wie noch nie“ - Gesundheitstelefon 1450: Ressourcen wurden massiv aufgestockt, Geduld braucht‘s dennoch - Um Hochrisikogruppen zu schützen: Neues Projekt „Zusammenhalt Graz“

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2 graz www.grazer.at 15. MÄRZ 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Corona-Zeit ist Fake-News-Zeit I n den letzten Tagen geisterten die irrsinnigsten Geschichten über das Virus durch die Sozialen Medien. Nach anfänglichen Fehlinformationen über Infizierte und einer gefälschten Whatsapp-Nachricht der kanadischen Regierung über einen Corona- Selbsttest sollte nun ein angeblicher Tonmitschnitt belegen, dass die Regierung plant, in Graz Ausgangssperren zu verhängen. Ein Gerücht, das sogar in hochrangigen politischen Kreisen geglaubt wurde. Alle diese Geschichten waren Lügen. Fake-News, die nur ein Ziel zu verfolgen scheinen, nämlich Panik zu verbreiten. Das ist neu. Denn bisher hatten gezielt platzierte falsche Nachrichten immer ein konkretes Ziel, wie etwa eine Wahl zu gewinnen oder dem politischen Gegner zu schaden. Miese Tricks, keine Frage, aber immerhin mit einer klaren Idee dahinter. Dazu kann man eine gesteigerte Corona-Hysterie ja wohl kaum zählen, das bringt niemandem etwas. Auf jeden Fall sollte man in den Sozialen Netzwerken ganz einfach niemandem mehr irgendwas glauben, denn selbst der vertrauenswürdigste Freund, der einen Beitrag teilt, sitzt womöglich einer gesteuerten Fehlinformation auf. Halten wir uns also bitte ausschließlich an die offiziellen Informationskanäle des Bundes und sonst an keinen mehr. Tobit Schweighofer, Chefredakteur Interview mit ... Hermann Schützenhöfer Herr Landeshauptmann, wie bewerten Sie die aktuelle Lage in der Steiermark rund um den Coronavirus? Hermann Schützenhöfer: „Wir alle stehen vor einer neuen Situation – mit so einer länderübergreifenden Krise hatte noch niemand von uns zu tun. Die Lage ändert sich stündlich. Unser Expertenstab bewertet die Lage deshalb mehrmals täglich und hält uns am Laufenden.“ Die Bundesregierung hat drastische Maßnahmen vorgestellt. Dafür gab es nicht nur Lob. Was sagen Sie den Kritikern? Schützenhöfer: Es stimmt, dass es drastische Maßnahmen sind, aber es ist ganz klar: Die Gesundheit hat jetzt Vorrang. Ich unterstütze daher die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Maßnahmen. Es sind laut Experten die effektivsten Maßnahmen, um die Ausbreitung dieses Virus einzudämmen – und das ist derzeit das Wichtigste. Ich appelliere deshalb an alle: Soziale Kontakte reduzieren und damit Leben retten. Welche Maßnahmen werden auf Landesebene gesetzt? Schützenhöfer: Damit die Maßnahmen auch bestmöglich greifen, müssen sie bundeseinheitlich getroffen werden. Alles, was wir auf Landesebene tun können, machen wir. Wir haben unter anderem den steirischen Sozialpartnergipfel einberufen, bei dem wir über Maßnahmen Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer glaubt an „seine“ Steirer und ist zuversichtlich, dass die Corona- Situation gemeistert wird. LUEF CORONA. Der Landeshauptmann appelliert an die Steirer, in Zeiten von Corona zusammenzuhalten, und unterstützt die Sicherheitsmaßnahmen. Spenden an Frühförderstelle ■■ 2840 Euro Einnahmen vom vergangenen Weihnachtsmarkt in Stattegg wurden auch heuer wieder gespendet. Bürgermeister Karl Zimmermann und Weihnachtsmarktorganisatorin Juanita Guerra Arellano überreichten Anita Rantschl von der Frühförderstelle Videf den symbolischen Scheck. K. Zimmermann, A. Rantschl, J. Guerra Arellano KK ■ ■ „Ich bedanke mich bei unseren Milizsoldaten, die sich neben beruflichen und familiären Verpflichtungen regelmäßig auf den Einsatz vorbereiten, um im Ernstfall Schutz und Hilfe für die Grazer Bevölkerung sicherzustellen, und wünsche weiterhin viel Soldatenglück“, so Bürgermeisterstellvertreter Mario Eustacchio. beraten haben, wie wir unsere Wirtschaft vor nachhaltigem Schaden schützen können. Außerdem haben wir den Wahltag der Gemeinderatswahlen verschoben. Auch wenn nicht alle damit einverstanden sind. Aber ich muss tun, was für das Land das Beste ist. Was geben Sie den Steirerinnen und Steirern mit auf den Weg? Schützenhöfer: Wir Steirerinnen und Steirer müssen in solchen Stunden zusammenhalten. Jetzt heißt es mehr denn je aufeinander zu schauen. Dass wir das können, haben wir schon oft genug bewiesen. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir gemeinsam auch diese Situation meistern werden. Dank an Milizsoldaten Mario Eustacchio, Markus Mesicek, Siegfried Nagl KK

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