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15. Februar 2021

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- Zum Schulstart: Grazer Lehrer wurden während Corona kreativ - Fast vier Mal so viel Hass im Netz durch Corona - Neue Studie aus Graz: Nach Corona-Erkrankung wohl 91-prozentiger Schutz vor Re-Infektion - Corona-sichere Räume: Experten informieren - Grazer Software: Mehr Privatsphäre bei WhatsApp und Co - Vierzigste Show von Graz Conntected

4 graz www.grazer.at

4 graz www.grazer.at 15. FEBRUAR 2021 Neue Studie aus Graz Nach Corona-Erkrankung wohl 91%iger Schutz vor Re-Infektion POSITIV. Eine Covid- Erkrankung bietet wie die MedUni jetzt herausfand wohl hohen Schutz vor einer zweiten Infektion. ■ Es sind erfreuliche Ergebnisse, die Wissenschaftler der Medizinischen Universität Graz im European Journal of Clinical Investigation publiziert haben: Eine durchgemachte Corona- Erkrankung bietet wohl guten Schutz vor einer zweiten Infektion. Im Rahmen der Studie wurden Personen, die sich in der ersten Welle mit dem Corona-Virus infiziert hatten, mit der übrigen österreichischen Bevölkerung verglichen. Nach einem Abstand von ungefähr sieben Monaten zur Erstinfektion zeigte sich, dass Personen mit einer bereits durchgemachten Infektion ein um 91% niedrigeres Risiko für einen Re- Infekt aufwiesen. „Diese Daten zeigen eine sich aufbauende Immunität gegen SARS-CoV-2 in der österreichischen Bevölkerung, wobei wir aktuell noch nicht wissen, inwieweit diese Immunität auch auf diverse SARS-CoV-2 Virusmutationen umzulegen ist und wie lange und in welcher Stärke dieser Re-Infektionsschutz über größere Zeiträume anhält“, betont der Wissenschaftler Franz Allerberger von der AGES. JB Menschen, die bereits an Corona erkrankt waren, sind teils vor einer zweiten Infektion geschützt. Die Mutationen könnten jedoch gefährlich sein. GETTY Auch Steirer, die nicht im Heim wohnen, werden geimpft. GETTY Impfung für 80+ startet im März ■ Ab 2. März ist es in der Steiermark endlich soweit: Auch ältere Personen, die nicht in einem Pflegeheim wohnen, werden gegen das Corona- Virus geimpft. In der Zielgruppfe 80 Plus haben sich bereits 60.000 Steirer registriert. Die Impfungen werden teils von den niedergelassenen Ärzten, teils in extra eingerichteten Impfstraßen durchgeführt. Mehr über die Impfung erfährt man unter: www.impfen.steiermark.at. 2.500 Euro für die Weiterbildung BILDUNG. Der „Grazer Fonds für Aufstieg und Entwicklung“ unterstützt einkommensschwache Grazerinnen und Grazer mit einer Weiterbildungsförderung von bis zu 2.500 Euro pro Person. Nicht immer reicht das Einkommen berufstätiger Menschen aus, um ihren Alltag finanziell bewältigen zu können. Der „Grazer Fonds für Aufstieg und Entwicklung“ soll dem entgegenwirken: Noch bis zum 26. Februar 2021 können berufstätige Grazerinnen und Grazer mit niedrigem Haushaltseinkommen eine finanzielle Förderung für ihre berufsbezogene Weiterbildung beantragen. Die Initiative des Referats für Arbeit und Beschäftigung des Sozialamts der Stadt Graz fördert Kurse, Ausund Weiterbildungen oder Umschulungen mit bis zu 2.500 Euro und unterstützt dabei die beruflichen Qualifikationen zu steigern. Einen Antrag stellen können be- rufstätige GrazerInnen zwischen 18 und 64 Jahren, die seit mindestens einem Jahr ihren Hauptwohnsitz in Graz haben und über ein niedriges Haushaltseinkommen verfügen. Gefördert werden berufsbezogene Weiterbildungen, wie zum Beispiel die Verbesserung von Deutsch- oder Computerkenntnissen, der Abschluss einer zertifizierten Weiterbildung oder eine fachliche Spezialisierung. Gut zu wissen: Weiterbildungen, die nach dem 1. September 2019 begonnen haben, können rückwirkend gefördert werden. Alle Informationen zum Ablauf der Antragstellung, den Kriterien für eine Förderung und welche Weiterbildungen gefördert werden finden Sie auf graz.at/grafo. Chance auf Veränderung: Die Weiterbildungsförderung der Stadt Graz unterstütz berufstätige GrazerInnen mit 2.500€ dabei ans berufliche Ziel zu gelangen. ISTOCK NACHRICHTEN AUS DEM RATHAUS ENTGELTLICHE KOOPERATION

15. FEBRUAR 2021 www.grazer.at graz 5 Stefan Radl Christian Rechberger Viele Unternehmer und Forscher arbeiten an neuen Raumluft-Technologien gegen Covid-19. Ein Expertenforum in Graz wurde eingerichtet. ADOBE STOCK, KK Corona-sichere Räume: Experten informieren SAUBER. Ein Expertenforum mit Grazer Beteiligung will über Raumlufttechnologien informieren. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Die Corona-Krise zwingt uns allen momentan strenge Maßnahmen auf. Physische Distanz, Maske und vieles mehr gehören mittlerweile zum Alltag. Gleichzeitig braucht es auch andere Ideen, um für ein hygienisches und sicheres Umfeld zu sorgen – gerade am Arbeitsplatz, denn für viele ist ein Wechsel ins Home-Office nicht möglich. Der in Graz und Villach ansässige Silicon Alps Cluster hat heute das „Expertenforum Reinraumtechnologie gegen Covid-19“ präsentiert, das künftig genaue Informationen für die Öffentlichkeit und auch als Beratungsgremium für Politik und Wirtschaft fungieren soll. Konkret geht es dabei um die Entwicklung und den Einsatz von Raumlufttechnologien, um den Alltag in der Pandemie zu erleichtern. So können Filtertechnologen zusätzlich die Maßnahmen unterstützen und ein höheres Maß an Normalität ermöglichen. Experten helfen „Die Diskussionen drehten sich zunächst um Masken und nun geht es nur mehr um die Impfungen. Uns fehlt die Auseinandersetzung mit den zusätzlichen Möglichkeiten, die wir mit unseren Technologien haben und auch im Kampf gegen Covid-19 sinnvoll einsetzen können und dies bereits tun“, so Josef Ortner, Geschäftsführer von Ortner Cleanroom Unlimited. Dabei braucht es aber auch die Partnerschaft mit der Wissenschaft. Der Experte Michael Ebner von der Mann+Hummel Jack Filter GmbH legte beispielsweise eine Studie mit einem Umluftgerät in einem Klassenzimmer vor: „Binnen 15 Minuten konnten wir achtzig Prozent der Aerosole aus dem Raum entfernen, nach vierzig Minuten neunzig Prozent“. Die Experten, darunter Stefan Radl von der TU Graz und Alexander Fian von Joanneum Research zeigten sich jedoch auch alle einig, dass ein sinnvoller Mix aus mehreren Maßnahmen die größte Wirkung habe. Nun will man als neutrale Anlaufstelle für Politik und Wirtschaft dienen und den Dialog fördern. Anfragen können unter www.silicon-alps. at/projects/expert_forum_covid/ eingebracht werden. So könnte die ContactGuard-Integration aussehen: Die „Sensitiver Kontakt“- Funktion verweigert Messengerdiensten den Zugriff auf die Daten. LUNGHAMMER, IAIK/TU GRAZ Mehr Privatsphäre bei WhatsApp und Co. SICHER. Privatsphäre-Schutz bei Messenger- Diensten ist problematisch. TU entwickelt Software. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Seit Anfang des Jahres sieht sich der beliebte Messenger- Dienst WhatsApp einmal mehr mit schwerer Kritik konfrontiert. Als Reaktion auf die neuen Nutzungsbedingungen, die künftig die Datenweitergabe an den Mutterkonzern Facebook ermöglichen sollen, suchten sich viele Nutzer Alternativen wie beispielsweise Signal oder Telegram. Doch praktisch alle diese Messenger-Dienste fordern die Nutzer nach der Installation dazu auf, der App Zugriff auf das eigene Telefon-Adressbuch zu gewähren, um sie automatisch mit anderen Nutzern zu verbinden. Forscher der TU Graz wollen hier künftig für verbesserte Privatsphäre sorgen. Denn in diesem Prozess gleichen Dienstanbieter Telefon-Adressbücher mit der eigenen Datenbank ab, die Adressbücher werden dabei auf die Server der Anbieter hochgeladen. Laut TU ein massiver Eingriff in die Privatsphäre – da die Messenger-Dienste so auch an Daten von Personen kommen, die den Service womöglich gar nicht nutzen. Neue Software „Es gibt derzeit noch keine zufriedenstellende Lösungen für ein Kontaktermittlungsverfahren mobiler Messenger-Dienste“, so Cybersecurity-Experte Christian Rechberger von der TU. Er hat mit anderen Forschern nun eine neue Methode der Kontaktermittlung entwickelt, die Privatsphäre-Gefahren einschränken soll: „ContactGuard“. Grundlage sind neue Verschlüsselungsprotokolle, die viel effizienter und sicherer als aktuelle Ansätze sein sollen: Gemeinsame Kontakte werden dabei mittels Schnittmengenberechnung ermittelt. Die verschlüsselte Datenbank des Anbieters wird ressourcenschonend an Nutzer gesendet, am Telefon gespeichert – und verschlüsselt. Umgekehrt erhalten die Messengerdienste auch keine Informationen der Adressbucheinträge der Nutzer. Rechberger hofft nun, dass die Politik mit dem Wissen über die technischen Möglichkeiten die globalen Datenschutzgesetze im Sinne einer stärkeren Privatsphäre nachbessert: „Das könnte die zum Han- Messenger-Dienste deln bewegen.“

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