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15. Februar 2021

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- Zum Schulstart: Grazer Lehrer wurden während Corona kreativ - Fast vier Mal so viel Hass im Netz durch Corona - Neue Studie aus Graz: Nach Corona-Erkrankung wohl 91-prozentiger Schutz vor Re-Infektion - Corona-sichere Räume: Experten informieren - Grazer Software: Mehr Privatsphäre bei WhatsApp und Co - Vierzigste Show von Graz Conntected

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2 graz www.grazer.at 15. FEBRUAR 2021 Videos und App: Lehrer wurden während Corona kreativ SCHULBETRIEB. Heute starten Schulen unter strengen Corona-Regelungen wieder mit dem Präsenzunterricht. Lehrer wurden während Corona kreativ und machten Videos und eine App, die weiterhin nützlich sind. Von Valentina Gartner valentina.gartner@grazer.at Mit einem auf den drei Säulen Masken, Tests und Schichtbetrieb fußenden Sicherheitskonzept startete man nach einem harten Lockdown und den Semesterferien heute wieder mit Präsenzunterricht ins zweite Semester. (Alle Regelungen dazu im Info-Kasten rechts) Während Lehrer und Schüler Monate im Distance Learning verharren mussten, wurden einige Pädagogen kreativ. Mit neuem Zugang diverser Erklärvideos oder sogar einer eigens kreierten App unterstützen sie Schüler spielerisch. „Ich habe bereits die Zeit des ersten Lockdowns genutzt und für meine Schüler Musik-Youtube- Videos, unter dem Namen ‚finkteaches‘ Musikgeschichte einmal anders für Groß und Klein entworfen“, erzählt Julia Fink, Musiklehrerin eines Gymnasiums in Kalsdorf. Sie will zudem zeigen, dass auch regionale Bildung im Netz immer wichtiger wird. Sie nimmt in ihren Videos beispielsweise Johann Strauß in den Blick, mit dem Titel „Der erste Schlagerstar der Musikgeschichte“, vergleicht, was Billie Eilish und Metallica mit dem Walzer zu tun haben oder erklärt, welcher barocke Ohrwurm es in die heutige Popmusik geschafft hat (siehe Video). Musik soll laut der Lehrerin Spaß machen und gleichzeitig informieren. Mittels ihrer Videos gelingt es ihr, nicht nur Schüler zu begeistern, sondern auch Kollegen arbeiten im Unterricht bereits damit. Diejenigen, die gerne experimentieren möchten, sind beim Youtube-Kanal des Straßganger Volksschullehrers Kevin Winter richtig aufgehoben. „Die Videos sollen die Schüler auf humorvolle Weise zum Experimentieren anregen“, so Winter zu seinem Kanal „Forschen mit Prof. Dr. Dr. Dr. Kevin Winter“. Aus der Not heraus entwickelten Lehrer zudem die Lernapp „edhu“, welche Lehrer, deren Schüler sowie Eltern verbindet. Die App erleichtert die Verwaltung und Organisation des Unterrichts, die Aufgabenabwicklung vom Auftrag bis zum Feedback, die Kommunikation mit Eltern, die Dokumentation sowie den Austausch unter Kollegen. Einige Grazer Schulen arbeiteten während der letzten Zeit mit der österreichischen App aus Gratwein-Straßengel. Wie man sieht wurde es den Pädagogen zuhause nicht langweilig, die Videos nützen nämlich auch jetzt im Präsenzunterricht etwas. Corona-Regelungen ■ Heute mussten Schüler bereits ihre Einverständniserklärungen der Eltern für die Corona-Schnelltests mitbringen. Wer das nicht möchte, muss zu Hause bleiben und dort lernen. ■ Jeden Montag und Mittwoch werden Schüler per Anterionasal- Test („Nasenbohrtest“) auf eine mögliche Corona-Infektion getestet. ■ Volksschulen starten mit fünf Präsenztagen in den Normalbetrieb. Im Schulbereich muss ein einfacher Mund-Nasen-Schutz getragen werden, dieser kann in der Klasse abgenommen werden. ■ Mittelstufe, Oberstufe und Berufsschulen kehren im Schichtbetrieb zurück. Gruppe A kommen Montag und Dienstag, Gruppe B Mittwoch und Donnerstag. Freitag findet Distance Learning statt. FFP2-Masken müssen ebenso im Klassenzimmer getragen werden. Maskenpausen im Freien und wenn gelüftet wird, sind erlaubt.

15. FEBRUAR 2021 www.grazer.at graz 3 Fast vier Mal so viel Hass im Netz durch Corona Die aktuelle Corona-Situation hat weitreichendere Folgen als nur gesundheitliche. So wurden im Jahr 2020 fast viermal so viele Hasspostings verzeichnet wie im Jahr 2019. Grund dafür sind - unter anderem - Ängste der Menschen. GETTY Seit Freitag sind die Corona-Zahlen in Graz deutlich angewachsen. GETTY Graz: Zahlen klar gestiegen ■ Aktuell gibt es laut Land Steiermark 431 aktive Corona- Fälle in Graz (49 mehr als am Freitag). Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 96,2 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Freitag: 60,1), in Graz-Umgebung bei 111,5. Der Steiermark- Durchschnitt beträgt momentan 123,2. Mittlerweile liegen vier Bezirke besser beim Infektionsgeschehen als Graz. ERSCHRECKEND. Der Hassreport für 2020 wurde veröffentlicht - und der hat es in sich: Im letzten Jahr wurden fast vier Mal soviele Hasspostings registriert wie im Jahr 2019, ein Großteil bezieht sich auf die Corona-Pandemie. Von Nina Wiesmüller nina.wiesmueller@grazer.at Jahr für Jahr veröffentlicht die Grazer Initiative BanHate ihren Online-Hassreport, in dem es um Hasspostings und Hass im Netz geht. Am 13. Februar wurde nun der Hassreport für das Jahr 2020 veröffentlicht. Die Zahlen sind schockierend und belegen die derzeit dramatisch aufgeheizte Situation in der österreichischen Bevölkerung: Die Anzahl der gemeldeten Hasspostings vervierfachte sich im Jahr 2020 im Vergleich zu 2019 fast. Im vergangenen Jahr gingen genau 3215 Meldungen in der Ban- Hate-App ein, allein im vierten Quartal von 2020 wurden 1694 problematische Inhalte gemeldet. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2019 waren es gerade einmal 1822 Meldungen. Corona als Ursache Besonders dramatisch ist die Tatsache, dass 82 Prozent aller Meldungen im Jahr 2020 auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sind. „Diese erschreckenden Zahlen spiegeln sich nicht nur im Internet wider, auch im realen Leben bereiten uns diese zunehmend Probleme, wie man beispielsweise an der Vielzahl an Corona-Demos sehen kann“, so Daniela Grabovac, Initiatorin von BanHate und Leiterin der Antidiskriminierungsstelle. Es sei eine zunehmende Tendenz zur Radikalisierung, Demokratiefeindlichkeit und zur Gewalt klar bemerkbar, warnt die Exper- tin für Extremismus und Antidiskriminierung. Man dürfe auf keinen Fall die Ängste der Bevölkerung herunterspielen, schließlich sei ein Großteil der gemeldeten Inhalte auf Verunsicherung zurückzuführen. „Extremistische Gruppen nutzen die aktuelle Lage aus, um diese Ängste weiter zu schüren und die Gesellschaft zu spalten. Durch Social Media steigt ihre Reichweite, teilweise haben diese Gruppen einen Zulauf von 100 bis 200 Leuten pro Tag“, so die Expertin weiter. Die Bevölkerung würde sich mit ihren Fragen allein gelassen fühlen und finde die Antworten dann im schlimmsten Fall bei Verschwörungstheoretikern. „Die Ängste der Menschen müssen wahrgenommen werden um den Hass zu reduzieren“, appeliert Grabovac. Mit dem Schal konnte sogar das Gebäude umrundet werden. KK 354 m Schal für soziale Wärme ■ Siegfried Rumpold, Aktivitätenleiter des SeneCura Be- Partment Betreuten Wohnen Graz-Lend, rief Bewohner, Angehörige und Mitarbeiter dazu auf, Schals zu stricken bzw. im Umfeld zu organisieren um das soziale Miteinander in dieser herausfordernden und bereits sehr lange andauernder Zeit zu stärken. Rund 355 Meter kamen dabei zusammen. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER, HERSTELLER & MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTS- FÜHRUNG/REDAKTION: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Jasmin Strobl (0664/80 666 6695) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (Leitung E-Paper & Online, 0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Julian Bernögger (0664/80 666 6690), Nina Wiesmüller (0664/80 666 6918), Redaktion -Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. Eva Semmler (0664/80 666 6895), Deborah Posadas-Saucedo (0664/80 666 6491), Helmut Koltai (0664/80 666 6892) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 666 6490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner | VERBREITETE AUFLAGE PRINT: 175.722 (Der Grazer, wö, ÖAK 1. HJ 2020). | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

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