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14. März 2021

- Bürgerbeteiligung: Augarten wird zum Familienpark - Montblanc kommt nach Graz - Ein Jahr Corona in Graz - Informations-Offensive von Stadt und Holding

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12 graz www.grazer.at 14. MÄRZ 2021 Ausbau in GU Laßnitzhöhe Gernot Papst Angela Meister Gerade in Zeiten der Krise haben Eltern großen Bedarf an Ferienbetreuung. Die wird heuer in mehreren GU-Gemeinden ausgebaut. GETTY, FOTOGENTILE Mehr Kinderbetreuung im 2. Corona-Sommer WICHTIG. Gemeinden wie Premstätten oder Gratwein-Straßengel bauen Betreuungsangebote aus. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Die Zahl der Impfungen schreitet voran, ob ein halbwegs normaler Sommer heuer möglich sein wird, steht aber noch in den Sternen. Nachdem im vergangenen Jahr deutlich wurde, dass viele Eltern im Zusammenhang mit der Krise verstärkt Bedarf an leistbarer Kinderbetreuung haben, bauen Gemeinden in Graz-Umgebung für den Sommer ihr Angebot aus. So zum Beispiel in Premstätten, wie Vizebürgermeister Matthias Pokorn berichtet: „Home-Schooling, Homeoffice und Lockdowns haben die Eltern in den letzten Monaten stark belastet. Deshalb arbeiten wir mit Hochdruck an einer Entlastung und werden das Sommerbetreuungsprogramm für unsere Kleinsten aus der Kinderkrippe und dem Kindergarten verlängern.“ Konkret geht es um eine Ausdehnung des Betreuungsangebots von fünf auf sieben Wochen. Ein gefördertes Betreuungsangebot für die gesamten Sommerferien stellt heuer Gratwein-Straßengel zusammen: Nachdem man bisher versucht hat, vorhandene Angebote zu koordinieren, will man nun selbst ein noch günstigeres Angebot schaffen, erzählt Gernot Papst, Obmann des Ausschusses für Jugend, Sport und Bildung: „Wenn Eltern hundert Euro für die Wochenbetreuung zahlen müssen, ist das für viele schwer.“ Deshalb fördert die Gemeinde eine Ganz tagesbetreuung um nur 55 Euro pro Woche (exklusive Mittagessen) und hat dafür ein Budget von über 15.000 Euro vorgesehen. Verortet wird das Betreuungsangebot im Ortsteil Judendorf, im Schulzen trum. Aber nicht nur die Betreuung im Sommer steht im Mittelpunkt: Zusätzlich zur bereits angebotenen kostenlosen Lernund Nachhilfe durch das ClickIn installiert die Gemeinde auf Initiative von Papst ab 23. März eine telefonische Lernberatungsstelle. Die diplomierte Nachhilfetrainerin Angelika Sindlhofer wird die Betreuung übernehmen. Diskutiert über den Ausbau der Sommerbetreuung für Kindergartenkinder wird auch in Hausmannstätten. NEOS-Gemeinderat Hermann Fuchs will hier eine Initiative starten und gemeinsam mit der Gemeinde Möglichkeiten ausloten. Um dieses Gebiet in Autal in Laßnitzhöhe ging es zuletzt in Debatten im örtlichen Gemeinderat. Die Umwidmung zum Gewerbegebiet ist erfolgt. GOOGLE STELLITENBILD, KK Streit um Grundstücks- Umwidmung in Autal DISKUSSIONEN. Die Umwidmung einer großen Grünfläche zum Gewerbegebiet erhitzt Gemüter. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Seit letztem Sommer war es Thema, nun wurde es im Gemeinderat in Laßnitzhöhe mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit von ÖVP und Grünen beschlossen: Ein großes Grundstück im Ortsteil Autal wurde zum Gewerbegebiet umgewidmet. Für Bürgermeister Bernhard Liebmann ein Schritt, um Arbeitsplätze in die Marktgemeinde zu holen, für die örtliche SPÖ ein Schritt zur falschen Zeit. „Wir sind keine Gewerbe-Gemeinde, sondern ein heilklimatischer Kurort“, betont SPÖ-Fraktionsvorsitzende Angela Meister. „Unsere Nachbargemeinden verhängen Baustopps und gleichzeitig soll bei uns eine Fläche von drei Fußballplätzen verbaut werden.“ Sie stimmte mit ihrer Fraktion vergangene Woche gegen die Umwidmung. Zuletzt teilte Meister auch Briefe von besorgten Bürgern zu diesem Thema auf der SPÖ-Homepage. „Es gab keine Informationen an die Bevölkerung außer an die direkten Anrainer“, so Meister. Sie kritisiert auch mangelnde Transparenz, da das Grundstück dem Bürgermeister gehöre. Liebmann kann die Auf- regung nicht ganz nachvollziehen: „Das Gebiet wurde im örtlichen Entwicklungsplan schon vor zehn Jahren als Gewerbegebiet ausgewiesen. Es gibt ein sehr renommiertes Unternehmen, das sich für diesen Standort interessiert und viele Arbeitskräfte nach Laßnitzhöhe bringen könnte.“ Er nahm an der Abstimmung selbst aus Befangenheitsgründen nicht teil. Ins Boot geholt werden konnten die Grünen. Gemeinderat Helmut Siedl: „Wir waren zuerst skeptisch, haben uns aber nach genauer Durchsicht und angesichts dessen, dass es offenbar einen namhaften Interessenten gibt, für die Zustimmung entschieden.“ Er freut sich über die hineinverhandelte grüne Handschrift im Projekt, so wurde die Bebauungsdichte gesenkt und es gibt ein Begrünungskonzept. Meister hätte, wenn, jedoch lieber ein soziales Wohnprojekt gesehen. „Wenn es ein konkretes und gutes Projekt gäbe, dann wären wir auch dabei. Aber man hat uns nichts vorlegen können.“ Liebmann: „Kein Unternehmen plant etwas, bevor das Grundstück nicht von der Gemeinde für Gewerbe ausgewiesen ist.“ Die Entscheidung ist nun jedenfalls gefällt.

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