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14. März 2021

- Bürgerbeteiligung: Augarten wird zum Familienpark - Montblanc kommt nach Graz - Ein Jahr Corona in Graz - Informations-Offensive von Stadt und Holding

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10 graz www.grazer.at 14. MÄRZ 2021 Hamsterkäufe, Ängste & Lockdowns: 1 Jahr Corona in Graz Florian Satzinger, Concierge Canard und Bernhard Rinner SCHÖNBAUER Entenhausen am Schlossberg ■ Von den aufregenden und herrlichen Konzerten, die es schon in der Schlossberg-Kasemattenbühne gegeben hat, kann man heute nur träumen. Corona hat auch die Kasematten im Würgegriff, und deshalb geht nichts mehr. Oder doch? Kreativ sein ist die Devise, und so funktionierten Spielstätten-Geschäftsführer Bernd Rinner und das Spielstätten-Team die Kasematten kurzerhand in ein Museum um. Aus den Kasematten wurde Entenhausen. Der international gefragte Cartoonist Florian Satzinger nennt seine Ausstellung in DUCKLAND. Das ist eine fantastische Comicwelt voller Enten, Sagen und Ritter. Mit dabei sind das lebensgroße Ausstellungsmaskottchen „Concierge Canard“ („Portier“), Selfie Points und Kunst zum Mitnehmen. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Freitag von 13 bis 19 Uhr und Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr geöffnet. VOJO ARG. Am Dienstag, 16. März, vor einem Jahr startete der erste Lockdown. In Graz gab es Aufs und Abs, wir haben das Jahr Revue passieren lassen. Von Valentina Gartner valentina.gartner@grazer.at Wer hätte vor einem Jahr gedacht, dass die Corona- Pandemie unsere Stadt so lange und vor allem so fest im Griff haben wird? Vermutlich keiner. Und dennoch ist es am Dienstag, 16. März, genau ein Jahr her, dass wir uns mit dem ersten Lockdown zuhause abriegelten. Am Freitag dem 13. – an sich schon ein Tag voller Pech – wurde von der Bundesregierung der strenge Lockdown verkündet. Wir haben eine Timeline, mit allen Aufs und Abs des letzten Jahres, zusammengestellt. ➣ März 2020: Täglich kamen 30 bis 40 Neuinfizierte in Graz hinzu. Erster strenger Lockdown mit Ausgangsbeschränkungen. Gastronomie, Handel, viele Betriebe, Ämter und sogar die Spielplätze werden geschlossen. Aus lauter Angst kam es zu Hamsterkäufen in den heimischen Supermärkten, Klopapier war oftmals gänzlich aus, Menschen haben sich mit Dosen, Nudeln und anderen haltbaren Lebensmitteln eingedeckt. ➣ Mai 2020: Die Zahlen sanken allmählich auf nur noch acht neuinfizierte Personen in Graz im ganzen Monat Mai. Die Sperren wurden ab 15. Mai schrittweise wieder aufgehoben. ➣ Juni/Juli: Die Infektionen waren im Juni sehr niedrig. Anfang Juli wurden jedoch 40 Mitarbeiter einer Baufirma positiv getestet – der erste Cluster erreichte somit die Stadt. ➣ August 2020: Es wurden weitere Corona-Cluster entdeckt, dazu kamen Reiserückkehrer, die nicht nur Urlaubserinnerungen mitbrachten: zehn bis 15 Neuinfizierte pro Tag. ➣ September 2020: Am 4. September wurde die Corona-Ampel eingeführt und für Graz Warnstufe „Gelb“ ausgesprochen. An manchen Tagen gab es 30 Neuinfizierte. Schulen und Kindergärten starteten wieder, allerdings unter erhöhten Schutzmaßnahmen. ➣ Oktober 2020: Zwischen Mitte und Ende Oktober vervierfachten sich die Infektionszahlen in Graz; die Corona-Ampel zeigt seither „Rot“. Die Stadt stockte ihr Contact-Tracing-Team weiter auf. ➣ November 2020: In ganz Österreich stiegen die Infektionen. In Graz wurden bis zu 300 Personen pro Tag positiv getestet. Ab 15. No- vember dann ein zweiter harter Lockdown für ganz Österreich. ➣ Dezember 2020: Start der Massentestungen am 5. und 6. Dezember, zuerst nur für Pädagogen. Am 12. und 13. Dezember ließen sich 57.133 Personen in Graz testen, 493 davon (0,86 %) waren positiv. Ende Dezember ein Lichtblick: erste Impfungen in einem Grazer Altersheim. ➣ Jänner 2021: Die Infektionszahlen sanken nach dem Jahreswechsel zwar, waren aber dennoch höher als vor dem ersten Lockdown. Das Testangebot wurde ausgebaut und die Impfanmeldung startete. Die Nachfrage nach Impfungen war hoch, doch der Impfstoff knapp. ➣ Februar 2021: Nach dem Rückgang der Infektionszahlen wurde der Lockdown wieder gelockert. Geschäfte durften öffnen. Doch die Zahlen stiegen wieder an. Am 9. Februar wurde erstmals die ansteckendere „britische Virusmutation“ in Graz nachgewiesen. ➣ März 2021: Täglich mehr als 50 Neuinfizierte und eine 7-Tages-Inzidenz von 152,9 (Stand 12. März). Über Gastro-Öffnungen wird weiter spekuliert, die Aussichten sind eher weniger rosig.

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