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13. Oktober 2019

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- Lebensmittelverschwendung: Wir werfen 7000 Tonnen in den Müll - Mehr Sicherheit für den Landtag - Kinder an die Macht: Stadt Graz beruft Jugendrat ein - Hart bei Graz: Bürgerbeteiligung zum Bildungscampus - Gewinner des Urlaubsfotos 2019 - Stadtplanung soll weiblicher werden - 11. „Grazer“ Wirtschafts-Stammtisch

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graz 6 graz www.grazer.at 13. OKTOBER 2019 bumm.“ Schriftsteller Clemens Setz verlieh seiner Überraschung über die Verleihung des Literaturnobelpreises an den eng mit Graz verbundenen Peter Handke Ausdruck auf Twitter. LUPI redaktion@grazer.at & 0316 / 23 21 10 SPUMA 4 Lebensmittelverschwendung: Wir werfen 7000 BM Siegfried Nagl, Konsul Rudi Roth, Rektor Martin Polaschek (v. l.) KK Konferenz zum Jubiläumsjahr ■■ Am 27. Juni 1989 fiel der Eiserne Vorhang zwischen Österreich und Ungarn. Diesem bedeutenden Ereignis wurde diese Woche eine international besetzte Konferenz gewidmet, die das Ludwig Boltzmann In stitut für Kriegsfolgenforschung gemeinsam mit der Stadt Graz und der Universität Graz veranstaltete. Die Keynote hielt Mark Kramer von der Harvard University über „das Ende des Kommunismus“. Georg Pfeifer, Hatto Käfer und LR Barbara Eibinger-Miedl Informieren über Europa ■■ Ab sofort ist das neue Europa-Informationsbüro der Landesregierung in Graz geöffnet. Es wurde im Stadtzentrum in der Landhausgasse beim Joanneumsviertel eingerichtet. Europa-Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl will dadurch „Europa in der Steiermark sichtbarer machen“, erklärte sie bei der Eröffnung, wo stilgerecht eine blaue Europa- Torte mit gelben Sternen angeschnitten wurde. JS Erste Betriebe in Graz und Umgebung bieten schon Überraschungspakete über die „Too Good To Go“-App an. derGrazer Achten Sie auf weniger Lebensmittelmüll? „Das kommt drauf an. Daheim achte ich sehr darauf, wenn ich unterwegs bin, oft etwas weniger.“ Darius Petrovic, 17, Schüler „Ja, sicher. Mir ist wichtig, von vornherein wenig zu kaufen und das dann rechtzeitig zu verbrauchen.“ Sabine Friedrich, 35, Angestellte „Ja. Ich versuche, möglichst viel zu verwerten. Aus Schalen kann man z.B. oft Suppen machen.“ Conny Mayer, 30, Angestellte Blitzumfrage „Freilich. Ich kaufe so wenig wie möglich ein und lasse dem entsprechend auch kaum etwas übrig.“ Herbert Phleps, 61, Pensionist ? KK ALLE FOTOS: DER GRAZER „Sicher. Ich kaufe immer nur für 2–3 Tage ein und verbrauche das dann. So bin ich auch aufgewachsen.“ Günther Bleyer, 67, Pensionist

13. OKTOBER 2019 www.grazer.at graz 57 ➜ TOP LAUKHARDT, GETTY Erweiterung des Altstadtschutzes Die Grazer Altstadtschutzzonen wachsen um insgesamt 40 Hektar in St. Peter und am Ruckerlberg. Schon wieder Masernfall Eine Touristin brachte die hochansteckende Krankheit wieder zurück in den Großraum Graz. FLOP ➜ Tonnen in den Müll Kurz gefragt … WAHNSINN. Immer noch werden auch in Graz viel zu viele Lebensmittel weggeworfen. Eine neue App will dagegen angehen. Von Fabian Kleindienst redaktion@grazer.at Die Zahlen sind dramatisch: In einer von der EU-Kommission in Auftrag gegebenen Studie schätzen Experten, dass in der gesamten Union jedes Jahr etwa 88 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall produziert werden. Österreich ist dabei keineswegs die viel zitierte „Insel der Seligen“. Laut dem Österreichischen Ökologie-Institut rund um Vorstand Christian Pladerer fallen auch hierzulande pro Jahr 570.000 Tonnen an vermeidbarem Lebensmittelmüll an, 35 Prozent davon in privaten Haushalten und 12 Prozent im Einzelhandel. Und Graz? Von 48 Millionen Kilogramm Restmüll im Jahr sind nach Berechnungen des Landes Steiermark immerhin 12,1 Prozent vermeidbare Lebensmittelabfälle. Das sind etwa 26 Kilo jährlich pro Person und über 7000 Tonnen insgesamt. Darin sind jene Abfälle, die im Biomüll landen, noch gar nicht enthalten. „Insgesamt spielen viele Aspekte eine Rolle. So erzeugt man mit Großpackungen zwar weniger Verpackungsmüll, riskiert aber, dass mehr weggeworfen werden muss“, betont Ulrike Gelbmann von der Universität Graz. „Daher braucht die Lösung der Probleme kreative Ideen und Zugänge.“ Neue App Einen solchen kreativen Zugang bietet die App „Too Good To Go“ an. Die Idee: Über die App können Gastronomen, Bäckereien und Einzelhändler täglich übrig gebliebene Lebensmittel als „Überraschungspakete“ zu deutlich vergünstigten Konditionen verkaufen. So soll verhindert werden, dass diese Lebensmittel am Ende des Tages weggeworfen werden. Mit bisher über 16 Millionen Installationen und etwa 55.000 Tonnen eingespartem CO 2 ist der Erfolg offensichtlich. Seit die App am 28. August in Österreich aktiv geworden ist, wurden auch hier schon über 7000 Mahlzeiten gerettet. „Unser Ziel ist es, so viele Lebensmittel wie möglich vor der Verschwendung zu retten. Bis Ende des Jahres möchten wir daher in Graz immer stärker aktiv werden und auch in der Steiermark ein klares Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen“, so Georg Strasser von Too Good To Go Österreich. Auch wenn der große Startschuss erst demnächst fallen soll, sind bereits ein paar Partnerbetriebe vorhanden. Das Konzept geht auf, das Angebot wird angenommen, wie Raffaela Reindl vom verpackungsfreien Markt „Das Dekagramm“ erzählt: „Dienstag und Donnerstag gibt es bei uns eine Überraschungsbox, meist aus Obst, Gemüse und Gebäck zusammengestellt. Die ist immer schnell ausverkauft.“ Auch in einigen Nordsee-Filialen in Graz und Graz-Umgebung kann man mithilfe der App übrig gebliebene Lebensmittel retten. ... C. Pladerer 1 Wie könnte Lebensmittelmüll reduziert werden? Pladerer: Nur eine neue Wertschätzung unserer Lebensmittel und ein bewussterer Einkaufsprozess können die Wende bringen. 2 Was kann der Einzelne beitragen? Pladerer: Die eigenen Sinne stärker einsetzen. Viele Lebensmittel sind Tage bis Wochen nach Erreichen des Haltbarkeitsdatums essbar. 3 PULSWERK Welche Entwicklungen sind absehbar ? Pladerer: Die Zahl der Lebensmittelspenden und Kooperationen steigt, gleichzeitig landen aber immer mehr originalverpackte Nahrungsmittel im Restmüll.

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