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12. Mai 2019

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- Staustadt Graz: Und es wird noch schlimmer - Klima-Killer Kohle am Vormarsch - Verwaltungsverfahren: „Homos“ gewinnen gegen das Land Steiermark - Feuerwache Ost in desolatem Zustand - Land sorgt im Internet für Barrierefreiheit - In der Mur droht das Aus für Fische

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 12. MAI 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Schmähstad? Nicht genügend, setzen! D er deutsche Satiriker Jan Böhmermann kam über die Grenze zu uns nach Graz und installierte im Künstlerhaus eine Ausstellung, um unseren berühmten „Schmäh zu testen“. Und man kann es nicht anders sagen: Wir sind bei diesem Test mit Pauken und Trompeten durchgefallen. Nach dem provokanten TV-Interview (das mit dem „In Österreich leben acht Millionen Debile“-Sager) haben wir es nicht geschafft, selbstbewusst und ruhig zu bleiben. Ganz im Gegenteil: Der ORF distanzierte sich peinlicherweise umgehend von Böhmermanns Aussagen, in den ohnehin grundsätzlich empörten Onlineplattformen ist die Empörung so groß wie selten, und zu allem Überdruss hat sich jetzt auch noch ein Wiener Anwalt dermaßen über den Deutschen aufregen müssen, dass er den Satiriker wegen des Verdachts auf Herabwürdigung des Staates Österreich gleich bei der Staatsanwaltschaft angezeigt hat. Alles in allem können wir sagen: Eine coole Reaktion sieht anders aus. Ähnlich uncool übrigens hat vor nicht allzu langer Zeit der umstrittene türkische Präsident und Autokrat Recep Tayyip Erdogan auf Böhmermanns Schmähkritik reagiert. Eine Parallele, die Böhmermanns Meinung über die derzeitige Lage in Österreich leider nicht gerade widerlegt. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... Für Thomas Spitzer gibt’s Koffein-Kaffee nur beim Frühstück. Übrigens: Die EAV kommt nochmals nach Graz und gastiert am 3. August in der Freilauftarena B der Messe. ERWIN SCHERIAU ... EAV-Chef Thomas Spitzer „Professor“ Thomas Spitzer über gesunde Ernährung, durchschlafendes Baby, Klettern auf Berge und viel Spaß auf der Bühne. Junge Lebenspartnerin, kleines Baby, verändert das dein Frühstücksritual, Thomas? Nora schaut natürlich darauf, dass ich mich gesünder als früher ernähre. Dennoch liebe ich klassisches Frühstück. Weiches Ei mögen wir beide, getoastetes Baguette, Prosciutto, gereiften Käse, okay, das ist auch nicht gerade gesund, und Kaffee. In der Früh mit Koffein, danach ohne. Wenn wir sonntags in Kenia frühstücken, gehen wir meist in mein Lieblingslokal, das direkt am Strand liegt, wir spazieren am Beach entlang. Da gibt es einfach alles, wirft Nora ein. Du bist nach wie vor auch in Kenia daheim? Es ist natürlich eine neue Situation, aber wir alle drei sind jetzt sechs Monate in Kenia. Ich habe dort mein Studio und werde nach der Tour im Studio arbeiten. Wir wissen noch nicht genau, wie es laufen wird, aber es wäre doch schön, wenn mein Sohn Thomas dreisprachig aufwachsen könnte. Die EAV spielt 90 Konzerte. Auch ein Knochenjob, ist es Rock ’n’ Roll wie früher? Unsere Tour ist ja nicht bloß ein Abspulen unserer Hits. Es war eine harte Arbeit, bis die Show stand. Klaus Eberhartinger wollte vor allem alle Hits, wir fanden Kompromisse. Ich war erstaunt, dass Klaus bei der Abschiedsnummer selbst in den Sarg stieg und mit fast 70 noch mit Strapsen auf die Bühne geht. Respekt. Die jetzige Band ist homogen, es macht mir riesig Spaß. Ich wollte erst nur 40 Shows spielen und mich dann durch einen Gitarristen ersetzen lassen, aber jetzt halte ich durch. Manchmal sind drei Stunden Showtime aber schon anstrengend. Wie hältst du dich eigentlich fit? Zuletzt brachte mich Nora dazu, in die Berge zu gehen und dort mit Zelt und so zu übernachten. Wir waren in den Dolomiten auch auf 3500 Metern. Ich denke, das hält fit. Und das Baby schläft durch! Es gibt wieder mehr Politik in den Songs und einige der neuen Titel erinnern auch an die alten Zeiten des EAV-Musikkabaretts. Verbessert haben wir die Welt nicht. Kein Song kann die Welt retten. Aber man muss schon aufzeigen. Hätte man früher in den Parlamenten solche Töne angeschlagen wie die AfD oder die FPÖ, wären die jeweiligen Politiker sofort ihrer Ämter enthoben worden. Und zu den stärker werdenden rechten Sprüchen passt heute unser Song über den „Eierkopf Rudi“ genauso wie früher. Und morgen, ja morgen, was wird nach der EAV-Abschiedstournee anstehen? Ich werde so wie immer viel zeichnen und Songs für andere Musiker produzieren. Und ich werde mich auch für die Umwelt einsetzen. Nora hat da gute Ideen. Ich werde eine Plattform ins Leben rufen. Vielleicht arbeite ich auch an einem EAV-Musical, wie es auch Udo Lindenberg machte. „Professor“ Thomas hätte Mama gefreut. Sie war nie zufrieden mit meiner Berufswahl. Selbst als ich schon große Erfolge feierte, meinte sie, Erfolge sind vergänglich, ich hätte lieber Zeichenlehrer werden sollen. Aber der Professor-Titel hätte alles wieder gutgemacht. VOJO RADKOVIC Thomas Spitzer wurde am 6. 4. 1953 in Graz geboren. Spitzer ist Texter, Komponist, Gitarrist, Sänger und Comic-Zeichner. Mit Nino Holm und Anders Stenmo gründete er 1977 die EAV (Erste Allgemeine Verunsicherung). Hits, Konzerte, Ausstellungen, Auszeichnungen pflastern seinen Karriereweg. Spitzer hat eine Tochter namens Anna (40) und mit seiner neuen Lebenspartnerin Nora Tietz (25) einen Sohn, Thomas (1).

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