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12. Juni 2022

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2 die seite zwei www.grazer.at 12. JUNI 2022 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Man kann immer alles so oder so sehen I n einer demokratischen Republik wie jener von Österreich wählt das Volk seine Vertreter, die Entscheidungen für das Gemeinwohl fällen sollen. So weit, so bekannt. In besonderen Fällen werden Volksbefragungen durchgeführt. Diese Ergebnisse sind zwar nicht rechtlich bindend, aber sollte ein Politiker vorhaben, noch einmal gewählt zu werden, ist er gut beraten, das Ergebnis zu berücksichtigen. Unsere jetzige Bürgermeisterin war ganz im Sinne ihrer Volksnähe lange ein Fan solcher Befragungen. Ob zur Plabutschgondel, der Bewerbung für die Olympischen Spiele, dem Murkraftwerk oder dem Ankauf der Reininghausgründe: Immer forderte sie von der Koalition ein, nicht einfach zu entscheiden, sondern die Bürger zu befragen. Beim anstehenden ÖV-Ausbau hingegen hat sich ihre Meinung plötzlich um 180 Grad gedreht. Im Sondergemeinderat dazu stellte sie kurz und bündig klar: „Wenn wir die Menschen fragen, ob wir eine Baustelle machen sollen oder nicht, wird niemand Ja sagen.“ Jetzt müsse man sich an die Fachleute halten. Basta. Ein überraschender Sinneswandel, denn nicht zuletzt ihre Nähe zu den Grazern auf Augenhöhe hat Kahr in den letzten Jahren so beliebt gemacht. Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Julya Rabinowich Die Schriftstellerin spricht anlässlich ihrer morgigen Lesung im Literaturhaus über Frühstück, Russland und die Freizeitgestaltung mit Hund. Als Künstlerin, als Autorin: Wie sieht ein Sonntag bei Ihnen üblicherweise aus? Der unterscheidet sich eigentlich gar nicht so stark von den anderen Tagen, weil ich Autorin bin – und das heißt, ich muss eh jeden Tag schreiben (lacht). Und wenn ich eine Schreibblockade habe, dann schreibe ich jeden Tag nicht. Fürs Frühstück ist also Zeit? Frühstücken ist mir eigentlich sehr wichtig, weil es ein schöner Start in den Tag ist. Am Sonntag hab ich dabei natürlich eher Besuch als unter der Woche – da kann man sich ruhig unterhalten. Was kommt denn im Idealfall auf den Tisch? Ich versuche momentan, mich relativ gesund zu ernähren, schaffe das aber nicht immer. Also ein Mohn-Brioche vom Öfferl, eine tolle Bäckerei, kommt schon recht oft sonntags bei mir vorbei. Danach bin ich leider süchtig (lacht). Ansonsten: Gemüse, Käse – und im Moment stehe ich sehr auf Wachteleier, die lassen sich auch gebraten wunderschön anrichten. Ach ja, und Kaffee – der ist extrem wichtig. Womit verbringen Sie eigentlich Ihre Zeit, wenn Sie gerade nicht schreiben? (lacht) Wann schreibe ich denn nicht? Nein, also ich habe einen Hund, der ist schon recht alt und kann keine großen Ausflüge mehr machen, weil er schnell müde wird – zudem hat er nur noch drei Beine. Das heißt, entweder er sitzt im Wagerl und wird geschoben, das mag er aber nicht mehr so, oder er muss per Öffis oder im Auto wohin gebracht werden. Dann sitzen wir meistens irgendwo im Freien und er schaut sich um. Wir haben uns schon recht gut umgestellt – sitzen auf Weinbergen, am Neusiedlersee oder im Prater (lacht). Zur Literatur. Was lesen Sie selbst gern? Viele meiner Kolleginnen und Kollegen – aber nur, wenn ich selbst gerade keinen Roman fertigstelle, sonst vermischt es sich. Bei Klassikern ist das kaum ein Problem. Was ich empfehlen kann: Was für Julya Rabinowich zum Frühstück jedenfalls dazugehört: Kaffee. KK Ljudmila Ulizkaja, die liebe ich sehr – eine tolle, tapfere Frau. Am Montag lesen Sie im Literaturhaus aus Ihren Büchern „Dazwischen: Ich“ und „Dazwischen: Wir“. Darin geht es um ein Flüchtlingsmädchen – und das Thema Flucht bewegt ja gerade in den letzten Monaten wieder. Wie kam es dazu? Ich habe relativ lange für geflüchtete Menschen bei Krankenbehandlungen und Psychotherapien übersetzt. Da habe ich viel Inspiration angesammelt. Während das erste Buch von Kriegstraumata und dem Ankommen im neuen Land handelt, beschäftigt sich der zweite Band mit den Herausforderungen der gesamten Gesellschaft. Da geht es auch stark um Spaltung oder Rassismus. Insofern ist es wahrscheinlich politischer. Sie wurden in Russland geboren. Was machen die aktuellen Geschehnisse mit Ihnen? Meine volle Solidarität gilt den Menschen aus der Ukraine. Ich habe noch einige Bekannte in Russland – da hat es sich teilweise sehr gespalten. Natürlich ist das belastend, aber nicht vergleichbar damit, was die Vertriebenen erleben. Zum Abschluss noch etwas (hoffentlich) Positives. Was verbinden Sie mit Graz? Na ja, ich bin in Graz schon wahnsinnig oft am Lesen gewesen. Es ist eine sehr freundliche Stadt, hat für mich fast etwas Italienisches. Immer, wenn ich eine Einladung nach Graz bekomme, freue ich mich. FABIAN KLEINDIENST Julya Rabinowich, 1970 in Leningrad in der damaligen Sowjetunion geboren, kam 1977 nach Wien. Dort studierte sie Dolmetsch und Malerei und Philosophie. Als Autorin erhielt sie beispielsweise den Rauriser Literaturpreis und für „Dazwischen: Ich“ 2017 den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Rabinowich arbeitet auch als Kolumnistin und lebt in Wien.

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