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12. Juli 2020

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2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 12. JULI 2020 K O M M E N T A R von Verena Leitold ✏ verena.leitold@grazer.at Ein bisschen positiv denken, bitte! E igentlich sollte der Sommer uns gerade mit ganz besonderen Glücksgefühlen erfüllen. Nach wochenlangem coronabedingtem Zuhause-Sitzen dürfen wir endlich wieder raus und das Leben genießen. Wir können wieder in einem Gastgarten in der Sonne sitzen, bei einem Kaffee oder Spritzer mit Freunden tratschen oder die Schönheiten der Stadt in den Parks und Naherholungsgebieten genießen. Nach einer Zeit des absoluten Verzichts sollte man meinen, dass wir nur so vor Positivität und Lebensfreude sprühen. Stattdessen merkt man immer häufiger, wie Griesgräme jedweden Alters immer lauter werden. Ein gutes Beispiel ist da die am Freitag gestartete Gastro-Lounge „Summer in the City“ am Karmeliterplatz. Die älteren Anrainer beschweren sich über den befürchteten Lärm, mit dem ja mitten in der Innenstadt überhaupt nicht zu rechnen war, die jüngeren kritisieren die Kommerzialisierung des öffentlichen Raums und würden scheinbar lieber ohne Getränke auf dem heißen menschenleeren Betonboden sitzen. Und die anderen sehen es als politisches Tauziehen und schlagen sich auf die Seite der bevorzugten Couleur, anstatt sich darüber zu freuen, dass in einem Sommer, in dem man nicht wirklich auf Urlaub fahren kann, etwas direkt in der Stadt geboten wird. Vielleicht können wir bei einem sommerlichen Drink ja über einen kühlen Kopf nachdenken und uns bemühen, Dinge in der aktuell noch immer schwierigen Zeit positiv zu sehen, statt reflexartig laut aufzuschreien. SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT... ... Künstler Tom Lohner Künstler Tom Lohner ist gleich in der Früh mit vollem Elan bereit für den Tag. Kaffee braucht’s dafür nicht, aber etwas Süßes darf es immer sein. LUEF Der Grazer verbreitet schon in aller Früh eine positive Einstellung. Uns erzählt er von seinem Familienleben, Urlaubsplänen und Musiktipps. Sie sind für Ihre aufgeweckte Art bekannt. Ist das auch schon in der Früh so? Ja! Manche „haten“ mich dafür, aber ich bin ein absoluter Morgenmensch. Ich liebe den Tag! Auch Montage finde ich super! Da fängt die Woche an, alles ist noch möglich. Mit dieser Einstellung steh ich gerne auf. Braucht’s dafür zumindest Kaffee? Ich trinke gar keinen Kaffee, nur Kakao. In unserer Familie bin ich der Breakfast-Maker. Unter der Woche gibt es nur eine kleine Jause, aber am Wochenende ist es zur Tradition geworden, dass ich mit meiner Tochter Charlie (3) Pancakes mache. Ich hab übrigens die beste Familie überhaupt! Eine super Frau, eine super Tochter – es ist wie im Bilderbuch! Ich bin im siebten Himmel! Wie haben Sie die Corona-Zeit verbracht? Eigentlich gleich wie sonst auch. Wir hatten einen geregelten Ablauf, haben uns bei der Kinderbetreuung abgewechselt und halt von zuhause gearbeitet. Meine Frau ist Architektin und hat den großen Küchentisch bekommen, ich musste mit meinen Sachen ins Schlafzimmer. Aber da war das Licht zum Malen eh besser! Eine geplante Ausstellung in New York ist flachgefallen ... Ja, leider, aber ich hatte trotzdem noch mehr zu tun als sonst. Ganz viele Firmen haben die Zeit genutzt und wollten während Corona Aufträge erledigt sehen. Wir haben zum Beispiel alle Hooters-Lokale zu Heinz umgestaltet, außerdem hab ich für einen der größten Autokonzerne gearbeitet und in Wien ein Wandgemälde gestaltet (siehe auch Seite 15). Zusammen mit Hollywood-Star Rose McGowan. Wie kam’s dazu? Ich war früher ja Artdirector bei einer Agentur in London. Dort hab ich mit ihrem Manager zu tun gehabt – und ich fand sie immer cool! Gibt’s heuer auch Urlaub? Alpe oder Adria? Wir hätten geplant, uns ein Appartement unter Rovinj zu nehmen. Das wäre zumindest Plan A. Plan B ist, zu Freunden nach Saalbach-Hinterglemm zu fahren, und Plan C, zu den Schwiegereltern nach Oberösterreich. Bleiben wir bei Entscheidungsfragen: Hund oder Katze? Hund. Süß oder salzig? Süß – mit vier Rufzeichen! Bücher oder Musik? Musik – und das auch mit vielen Rufzeichen. Es muss was Großes sein und laut, vor allem beim Malen. Ohne Musik wäre Malen ja langweilig. Ich brauch Sachen, die voll pushen: Metal oder Electronic Metal, aber auch Bigband-Jazz. Ich liebe Slipknot oder Bring Me The Horizon ... Wie sollen wir uns Ende des Jahres an 2020 erinnern? Ich würde mir wünschen, dass wir sagen können, es hat uns entschleunigt und Familien enger zusammengebracht. Auch wenn es viele negative Aspekte gibt, gehen damit viele kleine positive einher. So einen positiven sollte jeder für sich persönlich finden. VERENA LEITOLD Thomas Lohner wurde am 4. August 1982 in Bruck an der Mur geboren. Er absolvierte die Grazer Ortweinschule für Grafikdesign und setzte die künstlerische Ausbildung dann in Kalifornien fort. Danach arbeitete er als Artdesigner etwa für Lady Gaga oder Maroon5, bevor er sich seiner eigenen Kunst widmete. 2017 gründete er die Bakerhouse Gallery in Graz.

2021