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12. August 2018

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- Tausende Grazer greifen zu Drogen - Grazer Verein kämpft sich die Stadt zurück - Aus Sturm-Areal wird Dressurzentrum - Erstes Grazer Autokino eröffnet

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6 graz www.grazer.at 12. AUGUST 2018 KOMMENTAR Becher-Wurf verursachte tiefe Wunden Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at D ie Platzwunde am Kopf des Linienrichters, der beim Spiel SK Sturm- Larnaka von einem Bierbecher getroffen wurde, wird verheilen. Vermutlich bleibt auch keine Narbe. Der Kollateralschaden, den der Gewalttäter, man kann es nicht anders sagen, mit seinem Becherwurf verursacht hat, ist aber weit schwerwiegender und hat wesentlich tiefere Wunden gerissen. Zwar hat sich die Schockstarre bei den Spielern, Fans und Funktionären gelegt, aber dennoch bleibt der Vorfall für den SK Sturm ein Albtraum. Geldstrafen, Stadionsperren, alles Mögliche steht da im Raum. Bei solchen Einzeltätern aber ist selbst der beste Security-Dienst machtlos. Wenn plötzlich ein Besucher, noch dazu aus dem sogenannten harmlosen „Familiensektor“, einen Becher auf einen Schiri wirft – wie soll man das verhindern? Kein Bier mehr ausschenken? Keine Becher zulassen? Wesentlich ist, dass man nicht alle Fußballfans in einen Topf wirft. Ein Fußballfan ist nicht zwangsläufig ein Radaubruder. Soweit es möglich ist, wird man sich an dem Becherwerfer schadlos halten. Die Dummheit dieses Einzeltäters bezahlt der SK Sturm teuer, und das ist bitter. Durch verschiedene Aktionen – wie das „Anstoßen“ diese Woche am Hauptplatz – will die Gruppe „Urbs’R’Us“ den mehr und mehr kommerzialisierten öffentlichen Raum für die Grazer Bewohner zurückerobern. SCHERIAU (3) „Der öffentliche Raum gehört uns!“ Grazer Verein kämpft sich die Stadt zurück SCHRÄG. Mit verschiedenen zum Teil skurrilen Aktionen macht der Verein „Urbs’R’Us“ in Graz gerade auf die Kommerzialisierung des öffentlichen Raums aufmerksam. Ziel ist es, diesen für die Bewohner zurückzugewinnen. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Diesen Mittwoch traf sich eine Gruppe Grazer in Anzug oder Cocktailkleid, um beim Brunnen vorm Rathaus anzustoßen. Anlass war aber keine der vielen Hochzeiten, die an diesem Tag (8. August 2018) im Rathaus stattfanden. Die Aktion sollte Aufmerksamkeit erregen und zum Nachdenken anregen – nämlich darüber, ob so etwas im öffentlichen Raum überhaupt geduldet wird, ob das Alkoholverbot auf Plätzen nur für Randgruppen gilt oder auch für gehobenere Gesellschaften und ob die Gruppe aus der Postkarten- Ansicht verbannt gehört. Mit solchen harmlosen, aber effektvollen Interventionen versucht der Verein „Urbs’R’Us“ im Rahmen des Architektursommers gerade auf die „Entmenschlichung des öffentlichen Raums“ aufmerksam zu machen. „Öffentliche Flächen wie Straßen und Plätze werden, sofern nicht vom motorisierten Verkehr besetzt, zunehmend von kommerziellen Interessen vereinnahmt“, findet Birgit Schiretz, die den Verein zusammen mit Ida Pirstinger und Dominik Johannes Weißenegger gegründet hat. „Urbane Freiräume stehen immer weniger ihrem ursächlichen Zweck als menschlicher Interaktions- und Bewegungsraum zur Verfügung. Zahlreiche Stadtverwaltungen gehen dazu über, Tätigkeiten, die nicht der reinen Fortbewegung dienen, vermehrt zu reglementieren und dafür Genehmigungen mit entsprechenden Auflagen oder gegen Gebühr einzufordern.“ In der Stadt dominiert also der fahrende Verkehr und die Kommerzialisierung bzw. Eventisierung von Straßen und Plätzen. Konsumfreie Zonen für die Bewohner gibt es kaum noch. Zurückeroberung Der Name des Vereins ist Programm: „Der öffentliche Raum gehört uns“ lautet das Motto des Vereins „Urbs’R’Us“. Und auch heute findet eine Aktion statt, mit der der urbane Freiraum besetzt und damit zurückerobert werden soll: Von 10 bis 13 Uhr trifft man sich auf der Grünfläche vor der Körösistraße 1–5 zum Picknicken. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER UND MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ: Silvia Pfeifer (0664/80 666 6918) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Mag. Daniel Windisch (0664/80 666 66 95), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Philipp Braunegger (0664/80 666 6600), Mag. Birgit Schweiger (Lektorat), Redaktion Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Reinhard Hochegger (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6491), Robert Heschl (0664/80 66 66 897), Michael Midzan (0664/80 666 6891), Selina Gartner (0664/80 666 68 48), Mag. Eva Semmler (0664/80 666 6895), Theresina Jürgens, MA (0664/80 666 6892) | OFFICE MANAGEMENT: Pia Ebert (0664/80 6666 490) | PRODUKTION: Burkhard Leitner, Verena I. Seidl, MA | HERSTELLUNG: Druckerei Carinthia, St. Veit/Glan | VERTEILUNG: redmail Logistik und Zustellservice GmbH (05/1795-0) | VERBREITETE AUFLAGE: 174.516 (Der Grazer, wö, ÖAK 2.HJ 2017). | OFFENLEGUNG: Die Informationen gemäß § 25 MedienG können unter www.grazer.at/gz/offenlegung-impressum abgerufen werden.

12. AUGUST 2018 www.grazer.at graz 7 Ritt statt Kick! Aus Sturm-Areal wird Dressurzentrum Am Gelände, wo jetzt noch die Amateure und Damenteams des SK Sturm trainieren, sollen bald Stars der internationalen Dressur-Szene (kl. Bild Österreichs Victoria Max-Theurer) samt edlen Rössern ihre Runden drehen. LUEF, GEPA EDLER SPORT. In Gössendorf soll aus dem Trainingszentrum des SK Sturm ein Dressurzentrum werden. Bürgermeister: „Großartige Aufwertung für Gemeinde!“ Von Philipp Braunegger philipp.braunegger@grazer.at Hochtrabende Pläne verfolgt man derzeit in der Gemeinde Gössendorf – im wahrsten Sinne! Die Gemeinde vor der südlichen Stadtgrenze beheimatet ja im Ortsteil Audörfl ein Trainingszentrum des SK Sturm (nicht zu verwechseln mit dem „Hauptquartier“ in Messendorf) – und aus diesem soll im kommenden Jahr ein Dressurzentrum werden! „Geplant ist eine Dressursportanlage, die das Potenzial hat, die Gemeinde massiv aufzuwerten“, berichtet Gössendorf-Bürgermeister Gerald Wonner. „Nicht nur aus touristischer Sicht, sondern auch aufgrund der Möglichkeit, hier hochklassige, edle Turniere abzuhalten und namhafte Dressurreiter zu uns zu holen. Die Sportart hat einen sehr honorigen Charakter.“ Stimmt, denn manche der Tiere bewegen sich in einem Marktwert von rund 30.000 Euro. Aber es gibt auch Tiere – um den Bogen zum Fußball zu spannen – mit einem „Transferwert“ von einer Million Euro. Aktuell sind die Planungen bzw. Verhandlungen am Laufen. Wonner: „Es geht bei den Gesprächen ja nicht nur um die Nutzung an sich, sondern auch ums Thema Verkehr. Den Anrainern um das Trainingszentrum macht der viele Verkehr zu Trainingszeiten oft zu schaffen, die Situation würde erleichtert, wenn es im Jahr nur ein paar Turniere gäbe und dadurch der Verkehr zurückginge.“ Positive Verhandlungen Und wie weit ist man schon in den Verhandlungen? „Wir sprechen mit Grundbesitzern sowie natürlich dem SK Sturm und Vertretern des Landes bezüglich Verkehrssituation und Baugenehmigung. In unserem Fall mit Verkehrslandesrat Anton Lang und LH-Stv. Michael Schickhofer. Die Gespräche mit der politischen Seite verlaufen sehr positiv, Hürden können natürlich noch aufkommen.“ Für die positive Umsetzung spricht, dass der Gemeinderat Gössendorfs den Umwidmungsplänen zugestimmt hat. Bei Sturm hält man sich noch eher bedeckt: „Wir sind in Gesprächen. Die Rahmenbedingungen zu dieser Thematik sind noch nicht geklärt. Zu Details werden wir weiter Stellung nehmen, sobald die Verträge unterzeichnet sind“, sagt Thomas Tebbich, Geschäftsführer Wirtschaft bei den Schwarzweißen. Geklärt wird dann auch, was mit den in Gössendorf trainierenden Sturm-Damen und den Amateuren passiert. Der Zeitplan steht. Wonner: „Im Idealfall wissen wir im September, wann mit den Umbauten begonnen werden kann.“ Spätestens im Frühjahr 2019 soll das neue Dressurzentrum stehen. Optimistisch: Ortschef Wonner SISSI FURGLER 7922 Mal musste der ARBÖ-Pannendienst ausrücken. ARBÖ Südautobahn ist Pannenhotspot ■■ Der Auto-Club ARBÖ hat erstmals einen Pannenreport für die Steiermark verfasst: Von Jänner bis Juli dieses Jahres mussten die Pannenhelfer exakt 7922 Mal ausrücken. Pannenursache Nummer eins: Probleme mit der Batterie. Die meisten Pannen passieren auf der A2-Südautobahn, knapp dahinter die A9-Pyhrnautobahn. Auf Platz drei: das Grazer Stadtgebiet. Stingl (l.) und Walter Kowatsch- Schwarz bei Scheckübergabe. KK Integrations-Kick für guten Zweck ■■ Ein viel beachtetes Integrations-Fußballturnier fand am Areal des Steirischen Fußballverbandes statt. Migranten- Teams wie FK Podrinje, Galatasaray, FV Varta, Immo Zwach und der Club Steiermark nahmen teil, der im Finale auch Galatasaray mit 4:2 bezwang. Der Reinerlös des Integrations- Kicks von 800 Euro wurde Alt- Bürgermeister Alfred Stingl für sein Sozialprojekt übergeben.

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