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11. Februar 2018

- Graz will Drogendealer von Parks und Plätzen vertreiben und Geldstrafen kassieren - Digitale Zukunft: Graz testet mobile Feinstaub-Sensoren und selbstlernende Straßenlampen - Kampf gegen Altersdiskriminierung - Schulschwänzer sollen jetzt Strafe zahlen - Neue Carsharing-Standorte - Neue Geschäfte in Graz - 6. „Grazer“ Wirtschafts-Stammtisch

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16 graz www.grazer.at 11. FEBRUAR 2018 Abhelfen Abschaffen ADHS-Kinder können entnervte Eltern zur Weißglut bringen. Doris Leskoschek (kl. Foto) bietet Betroffenen Rat und Hilfe an. LESKOSCHEK (2) ADHS: Für Betroffene gibt’s Grazer Anlaufstelle HILFE. ADHS-Störungen können Eltern fertigmachen. Grazer Selbsthilfegruppe bietet Abhilfe. Gesundheitsexperten wollen die Zigarettenautomaten weghaben. Günther Knittelfelder (kl. F.): Automaten sind Grundeinkommen der Trafikanten. STEFAN FLÖPER, KK Trafikanten: Lasst uns die Tschick-Automaten ANGST. Die Trafikanten fürchten, dass man ihnen die Zigarettenautomaten wegnimmt. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Man nimmt an, dass die weltweite Häufigkeit von ADHS unter Kindern und Jugendlichen etwa 5,3 Prozent beträgt. Das ist sehr viel, und damit gilt die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) als häufigste psychiatrische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Kinder nicht schlimm! Doris Leskoschek, ADHS- Selbsthilfegruppe Graz: „Kinder mit ADHS sind nicht schlimm oder ungezogen, wie die meisten Nichtinformierten denken und ganz offen sagen, wenn zum Beispiel eine Mutter in der Straßenbahn nicht verhindern kann, dass ihr Kind auf- und abläuft, herumspringt, nicht still stehen oder sitzen kann, lauter spricht als andere, herumzappelt und damit auch lästig wird.“ ADHS gilt als neurobiologische Störung, und die Ursachen können genetisch bedingt sein, aber es gibt auch umweltbedingte Gründe, die ADHS ent- stehen lassen können, so die ADHS-Expertin. Leskoschek weiter: „Eltern und andere Angehörige können ebenso wie die meisten Lehrer nicht mit dieser Form einer emotionalen Verhaltensstörung umgehen. Daher habe ich jetzt die ADHS-Selbsthilfegruppe Graz gegründet. Mein Angebot richtet sich vorrangig an Angehörige von Vor- und Pflichtschulkindern mit ADHS in Graz und Graz-Umgebung.“ Warum Selbsthilfe? Leskoschek: „Einer meiner Enkel ist Volksschüler und hat die Diagnose ADHS. Seit einem Vortrag über ADHS im Jahr 2015 sehe ich den dringenden Bedarf einer Grazer Selbsthilfegruppe, in der sich Betroffene austauschen können.“ Die Teilnahme an den ADHS- Treffen im Seminarraum von „Jugend am Werk“, Lauzilgasse 25, ist unverbindlich und kostenlos. Das nächste Treffen findet am 13. Februar von 18 bis 20 Uhr statt. Die Treffen werden einmal monatlich an Dienstagen abgehalten. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Die derzeit laufende Diskussion, ob man in der Gastronomie weiterhin rauchen darf oder nicht, hat die alte Forderung vieler Gesundheitsexperten und Gesundheitspolitiker, die Zigarettenautomaten generell zu verbieten, neu aufs Tapet gebracht und damit die Trafikanten verunsichert. Den Gesundheitsexperten geht es darum, den Verkauf von Zigaretten im öffentlichen Raum einzudämmen. „Das wäre für uns eine Katastrophe“, sagt der Grazer Trafikant Bruno Götz. „Wir machen den Großteil unseres Umsatzes mit den Zigarettenautomaten, vor allem am Wochenende. Für uns Trafikanten sichern die Automaten unsere Existenz. Gibt es keine Automaten mehr, holen sich überdies die Leute die Zigaretten am Wochenende bei den Tankstellen.“ Ins gleiche Horn bläst Günther Knittelfelder, Gremialgeschäftsführer in der steirischen Wirtschaftskammer, zuständig für Tabaktrafikanten: „Die Zigarettenautomaten sind ein wesentliches Standbein für unsere Trafikanten. Die Trafikanten haben ja bis zu 10.000 Euro in so einen Automaten investiert. Sollten die Zigarettenautomaten ganz oder teilweise verboten werden, müssten etliche Trafiken in der Steiermark und damit auch in Graz schließen. Bisher haben auf Grund der Diskussion übers Rauchen 25 Prozent der Trafikanten zugesperrt. Die Branche ist enorm unter Druck, die Zigarettenautomaten sind sozusagen das Grundeinkommen der Trafikanten.“ Jugendschutz-Modul In den jetzigen Zigarettenautomaten ist ein Modul eingebaut, das Jugendliche unter 16 Jahren vom Zigarettenkauf ausschließt. Knittelfelder: „Derzeit wird an einem neuen Modell gearbeitet, mit dem der Automat dann, wenn Rauchen ab 18 Jahren gestattet ist, Jugendlichen unter 18 keine Zigaretten verkauft. Aber das ist wieder eine Investition von mehr als 1000 Euro.“

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