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10. März 2019

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- Neue Attraktion: Spektakuläre Lichtspiele im Schlossbergstollen - Keine Sitzung seit 2016: Grazer Naturschutzbeirat soll wieder arbeiten - Hochwasserschutz 2019 - Bürger sollen Ideen zur Luftverbesserung liefern - Wetzelsdorf: Kapelle wird jetzt zum Nachbarschaftszentrum - Die Josef-Huber-Gasse versinkt im Feinstaub - Faschingdienstag: Promis beim Faschingsumzug in Graz

2 die seite zwei

2 die seite zwei www.grazer.at 10. MÄRZ 2019 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Ein Kostüm ist ein Kostüm ist ein Kostüm D ie Auswahl unseres Faschingskostüms zeigt unsere Sehnsüchte, die wir im Alltag nicht ausleben können, nach denen wir uns aber insgeheim verzehren. Karrieristen verkleiden sich zum Beispiel als Frauen, und lustige Clowns, die auf der Faschingsparty mit ihrer Spritzblume am Knopfloch alle nerven, sind im wahren Leben nicht selten ein trauriger Knopf. Dies behauptet zumindest der deutsche Psychologe Rolf Schmiel. Da bietet es sich an, die Auftritte unserer Grazer Politiker und Prominenten vom Faschingdienstag Revue passieren zu lassen. Was hat es zu bedeuten, wenn die komplette FP-Führungsriege als Hippie-Kommune auftritt? Oder wenn Sportamtsleiter Thomas Rajakovics als Heavy-Metal-Freak, denen man ja einen nicht gerade sportlichen Lebensstil nachsagt, durchs Rathaus rockt? Und welche Sehnsüchte treiben Landeshauptmann- Stellvertreter Michael Schickhofer um, der sich als Faschingsprinz zeigte? Fragen über Fragen ... Aber auch für all jene, die sich – wie der Autor dieser Zeilen – nicht verkleidet haben, hat Schmiel eine Diagnose parat: Diese legen sich nämlich gerne quer und sind vor allem für keinen Spaß zu haben. Nun gut. Abseits von diesen Erkenntnissen bleibt aber auch die Tatsache, dass ein Kostüm einfach oft nur ein Kostüm ist ... Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... ... Peter Schernhuber und Sebastian Höglinger Die Diagonale- Intendanten Peter Schernhuber (l.) und Sebastian Höglinger wohnen zwar nicht in Graz, haben die Grazer Innenstadt aber liebgewonnen. Bei einem Spaziergang darf ein Kaffee nicht fehlen. DIAGONALE/REISER Die beiden Intendanten der Diagonale sprechen über die Filme ihrer Jugend, ihr „Küken“-Image und darüber, was sie wütend macht. Filmreifes Frühstück? Sebastian Höglinger: Bei mir ist Kaffee ganz wichtig! Ansonsten muss es kein übermäßiges Buffet sein, sondern wenige qualitative Produkte. Gerne ein weiches Ei. Das Frühstück ist die Zeit zum Entspannen. Peter Schernhuber: Es ist die wichtigste Mahlzeit am Tag. Ganz zentral ist dabei gutes Brot! Und dann den ganzen Sonntag Filme schauen oder doch raus in die Natur? SH: Kino kommt erst am Abend, davor gerne ein Ausflug – wandern oder schwimmen. Ich schätze auch die Grazer Innenstadt sehr. Sie ist klar definiert und versprüht eine mediterrane Lebenslust. PS: Bei mir ist eher Samstag der Markt- und Unternehmenstag. Der Sonntag ist eher ruhig. Was nicht unbedingt lange schlafen bedeutet – das hängt aber auch mit meiner kleinen Tochter zusammen. Spazieren gehen wir oft, und wenn wir in Graz sind, dann nutzen wir die Gelegenheit und fahren in die Südsteiermark. Gibt es einen Film, der Sie in der Kindheit oder Jugend ganz besonders geprägt hat? SH: Das ist im Kontext der Diagonale zwar ungewöhnlich, aber bei mir war es „Wayne’s World“. Vielleicht ist das auch ein bisschen kokett, weil alle auf solche Fragen immer große Meisterwerke aufzählen. Aber man darf den Film nicht nur als Komödie abtun, er hat viele Facetten, die ich sehr interessant finde – etwa die Popkultur und Musik. PS: Richtige Lieblingsfilme gibt es bei mir eigentlich nicht. „Die Schöne und das Biest“ war mein erster Kinofilm in Wels, wo ich aufgewachsen bin. Typische Jungsfantasien fand ich damals immer gut: abenteuerlich von „Jurassic Park“ bis „Golden Eye“! Kürzlich wurde Ihr Vertrag für die Diagonale verlängert. Aber es ist nicht allzu lange her, da waren Sie die „Küken“ unter den Intendanten. War das Fluch oder Segen? SH: Man muss aufpassen, dass man da nicht zu eitel agiert. Dieses Label kann man sich auch zu Nutzen machen: Wir waren noch kein rotes Tuch, waren noch nicht in eine Ecke gedrängt. PS: Ich glaube, dass uns niemand aufgrund unseres Alters nicht ernstgenommen hat. Und man muss sagen, dass wir mit damals 26 und 30 Jahren ja auch keine Babys mehr waren! (lacht) Weg vom Film! Welche Musik hören Sie? SH: Wo wir zwei uns treffen, ist die Hardcore-/Postpunk-Band Fugazi. Das war glaube ich auch das erste Gespräch, das uns zusammengeführt hat. Aber ich höre auch Pop, Jazz und experimentelle Formen. PS: Ich bin eher softer geworden. Die drei Platten, die ich gerade am liebsten habe, sind von Soap&Skin, Julia Holter und Neneh Cherry. Was macht Sie richtig wütend? PS: Verlogenheit – mit Kalkül. Also bewusst gesetzte Täuschungen. Aber das ist eher Zorn als Wut. SH: Beim Autofahren kann ich erschreckenderweise ziemlich wütend werden – und wenn mein Fußballclub verliert. VERENA LEITOLD Peter Schernhuber wurde am 1987 in Wels geboren, Sebastian Höglinger 1983 in Linz. Beide studierten Theater-, Film- und Medienwissenschaften und arbeiteten als Leiter des Internationalen Jugend Medien Festivals YOU- KI in Wels. 2016 übernahmen sie die Intendanz der Diagonale, dem Festival des österreichischen Films in Graz. Dieses findet von 19. bis 24. März das nächste Mal statt.

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