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10. März 2019

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- Neue Attraktion: Spektakuläre Lichtspiele im Schlossbergstollen - Keine Sitzung seit 2016: Grazer Naturschutzbeirat soll wieder arbeiten - Hochwasserschutz 2019 - Bürger sollen Ideen zur Luftverbesserung liefern - Wetzelsdorf: Kapelle wird jetzt zum Nachbarschaftszentrum - Die Josef-Huber-Gasse versinkt im Feinstaub - Faschingdienstag: Promis beim Faschingsumzug in Graz

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12 graz www.grazer.at 10. MÄRZ 2019 Die Josef-Huber-Gasse C. Panzer, S. Szyszkowitz, M. Gerbavsits, M. Strebl und T. Wiedner (v. l.) GREEN ENERGY LAB/STEPHANIE WEINHAPPEL Energieversorger kooperieren ■■ Green Energy Lab ist eine Forschungsinitiative für nachhaltige Energielösungen. Mehr als 100 Partner aus Forschung, Wirtschaft und öffentlicher Hand entwickeln gemeinsam mit den Energieversorgern Energie Burgenland, Energie Steiermark, EVN und Wien Energie innovative Lösungen für den Testmarkt Wien, Niederösterreich, Burgenland und Steiermark mit fünf Millionen Endkunden. Jetzt trafen die Träger der Initiative – Energie-Burgenland-Vorstandschef Michael Gerbavsits, Energie-Steiermark- Innovationsmanagementleiter Thomas Wiedner, EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz, Wien-Energie-Geschäftsführer Michael Strebl und Green-Energy-Lab-Vereinsvorstand Christian Panzer – zur ersten Generalversammlung zusammen. Die Josef-Huber-Gasse wird mit der Unterführung noch mehr Verkehr bekommen. Kleines Bild: Bezirksvorsteher T. Ammerer, Bezirksrätin G. Genzecker, Gemeinderätin T. Ussner und Stadträtin J. Schwentner (v. l.) mit Luft-Messgeräten LUEF, STADT GRAZ Schade um die Bäume KAHLSCHLAG. Die Fällung alter Bäume rund um die „Jakobsleiter“ sorgt jetzt für große Aufregung. Von Vojo Radkovic vojo.radkovic@grazer.at Es ist ein schönes Kleinod, die 1903 errichtete und rund 150 Stufen umfassende „Jakobsleiter“, über die man zum Ausflugsziel Reinerkogelwarte im Bezirk Graz- Andritz, nahe des Bezirks Geidorf, gelangt. Jetzt wurden um diese Leiter herum auf einer Fläche von circa 3000 Quadratmetern alle alten, aber gesunden Bäume gefällt. Manfred Grössler, der seit vielen Jahren mit Kindern einmal pro Woche diesen Jakobssteig begeht, war geschockt. „Ich war zornig und entsetzt. Meiner Meinung nach wurden da mindestens 35 gesunde Bäume mit einem Durchmesser zwischen 30 und 80 Zentimetern plus eine Reihe Rund um die Jakobsleiter zum Reinerkogel wurden auf einer Fläche von rund 3000 Quadratmetern alle Bäume und Büsche gerodet. LAUKHARDT/GRÖSSLER von Büschen gerodet.“ Laut Wolfgang Windisch, Naturschutzbeauftragter der Stadt Graz, geht es bei diesen Fällungen um eine nicht bewilligungspflichtige forstliche Nutzung. Der Kahlschlag erfolgte in Eigenverantwortlichkeit der Besitzer des Grundstückes, da die Bewilligungspflicht erst mit 5000 Quadratmetern Waldbestand beginnt. Angeblich haben die Eigentümer die Bäume nicht aus wirtschaftlichen Gründen gefällt, sondern aus Überlegungen in Sicherheits- und Haftungsfragen gegenüber den Jakobsleiternutzern durchgeführt. Peter Laukhardt, Soko Altstadt, versteht diese Begründung nicht und verlangt genauere Aufklärung.

10. MÄRZ 2019 www.grazer.at graz 13 versinkt im Feinstaub DRECK. Die Luft in der Josef-Huber-Gasse ist schon vor dem Bau der Unterführung schlecht – wie schlecht, zeigen aktuelle Messungen des Umweltamts. Von Daniel Windisch daniel.windisch@grazer.at Im Bezirk Gries brodelt es. Schuld ist die geplante Unterführung in der Josef-Huber-Gasse, die künftig noch mehr Verkehr in die Gasse bringen wird und durch die sich die ohnedies miserable Luftqualität weiter verschlechtern dürfte. Neue Zahlen, die dem „Grazer“ exklusiv vorliegen, zeigen, was die Anrainer der Gasse schon jetzt an Schadstoffen einatmen müssen. Am 1. März rückten Umweltamtsleiter Werner Prutsch und Kollegen aus, um mit mobilen Messgeräten erstmals die Feinstaubwerte in der Josef-Huber- Gasse – übrigens ein dicht verbautes Wohngebiet – festzustellen, auch Grünen-Umweltstadträtin Judith Schwentner war am Ort des Geschehens. Erschreckendes Ergebnis: In nur 20 Minuten wurden Feinstaubspitzenwerte von bis zu 1300 µg/m 3 (Milligramm pro Kubikmeter) gemessen – der gesetzliche Grenzwert liegt bei 50 µg/m³ im Tagesdurchschnitt. „Die Werte, die wir an diesem Tag bekommen haben, wurden unmittelbar vor den Fenstern von Wohnungen gemessen, in denen auch Kinder leben. Sie haben uns bei der Messung zugesehen“, sagt Schwentner. „Die Werte zeigen, dass die Menschen, die entlang verkehrsbelasteter Straßen wie der Josef-Huber-Gasse leben, einer sehr hohen Feinstaubbelastung ausgesetzt sind. Die Spitzenwerte, die in der kurzen Zeit gemessen wurden, lassen sich ganz klar dem Autoverkehr zuordnen und Rückschlüsse zu, dass die Belastung dort mittel- und langfristig enorm ist.“ Schwentner appelliert jetzt an alle politisch Verantwortlichen: „Wir müssen die Straßenbahn bauen, für ein sicheres Radwegenetz sorgen und den geplanten Bau der Straßenunterführung in der Josef- Huber-Gasse sofort stoppen.“ Wie der „Grazer“ berichtete, herrscht in der Gasse auch in Sachen Stickstoffoxide dicke Luft. Messungen ergaben Werte von 231 µg/m 3 bei Stickstoffoxid und 284 µg/m 3 bei Stickstoffdioxid – damit sind die Schadstoffwerte um bis zu 1,7-mal höher als in Don Bosco, das als eines der schwerstbelasteten Gebiete Österreichs gilt. Der Bezirksrat will nun bei einer Stadtteilversammlung die Bewohner über die aktuelle Lage in der Josef-Huber-Gasse informieren. Die Versammlung findet am 10. April um 18.30 Uhr im GGZ-Hörsaal in der Albert- Schweitzer-Gasse 36 statt.

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