7 TAGE SONNTAG

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10. Mai 2020

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- Grazer Gastronomen sind bereit: Das wird das Jahr der Schanigärten - Neues Wärmebild zeigt, wo in Graz „Feuer am Dach“ ist - 200 Jahre altes Biedermeier-Haus: Abriss einer Schlosserei - Hunderte Rehe in Gefahr: Jäger warnen vor wildernden Hunden - Lockerung der Corona-Maßnahmen auf Hundewiesen

2 graz www.grazer.at

2 graz www.grazer.at 10. MAI 2020 E D I T O R I A L von Tobit Schweighofer ✏ tobit.schweighofer@grazer.at Muttertag für Mütter und Väter V or lauter Ausnahmesituation hätte man es heuer auch leicht übersehen können, aber: Heute ist Muttertag! Jahr für Jahr lassen wir unsere Mütter hochleben und feiern sie als „Helden des Alltags“. Doch heuer ist eben alles anders, selbst bei dieser wohlbekannten Auszeichnung haben die Mütter Konkurrenz von Kassiererinnen, Krankenpflegern und Sozialarbeitern bekommen. Das soll die Leistung der Mütter aber natürlich nicht schmälern, ganz im Gegenteil: Dieser Tag gehört nach wie vor ihnen, vielleicht mehr als je zuvor. Auch wenn man in diesem Jahr die Väter mit ins Spiel bringen sollte. Denn beide Elternteile verdienen in Zeiten wie diesen gleichermaßen besondere Wertschätzung. Homeoffice-bedingt sind derzeit in vielen Familien beide zuhause und kümmern sich im Idealfall rund um die Uhr um Kinder, Haushalt und einander. Aufgrund der Schulschließungen müssen sie auch noch die Lehrer geben. Keine einfache Aufgabe, die Anerkennung sollte ihnen genauso sicher sein wie den anderen erwähnten Alltagshelden, die derzeit im Rampenlicht stehen. In diesem Sinne sei hiermit allen Müttern und diesmal ausnahmsweise auch den Vätern ein froher Muttertag gewünscht! Tobit Schweighofer, Chefredakteur SONNTAGSFRÜHSTÜCK MIT ... Weiches Ei, Marmelade am Gebäck und Kaffee: Die „Aufstellung“ von Fußballverbandschef Wolfgang Bartosch ist klar strukturiert. LUEF ...Wolfgang Bartosch Der Präsident des Steirischen Fußballverbands und Arbeiterkammerdirektor spricht über die Fußball-Sperre, Wald-Baden und Schreiben zur Reflexion. Was hat, im Fußball-Jargon, am Frühstückstisch ein „Fixleiberl“? Werktags: weiches Ei, Marmeladeweckerl und Kaffee. Am Wochenende zelebriere ich das Frühstück mit meiner Frau. Da gibt’s neben Obst ein klassiches ‚Wiener Frühstück‘ mit Schinken, Käse etc. An Sonntagen wie heute haben Sie ja aktuell mehr Freizeit, als Ihnen lieb ist ... Leider ja. Wegen der Corona-Pandemie darf auf steirischen Fußballplätzen ja weiterhin nicht gespielt werden. Sonst bin ich jedes Wochenende im ganzen Bundesland unterwegs, absolviere Termine bei Spielen, Vereinsfesten usw. Jetzt steht alles still, und es geht mir sehr ab. Trotzdem: Einen Vorteil gibt es. Der wäre? Ich kann fußballleere Zeit zur persönlichen Entschleunigung nutzen. Immerhin gibt es Dinge, die mir sehr guttun und die oft terminbedingt zu kurz kommen: Ich unternehme etwa meditative Spaziergänge, Wald-Baden nennt man das heute. Dabei kann ich viel Selbstreflexion betreiben, nachdenken, Gedanken wirken lassen. Sie sind ein tiefgründiger Mensch. Schon. Ich lese auch sehr viel einschlägige Literatur diesbezüglich, ‚Glücksbücher‘ und dergleichen. Aber auch Musik vermittelt mir viel Tiefgründiges. Ich bin großer Fan von Leonard Cohen und dessen Liedern, die immer voller Botschaft waren. Die Ruhe werden Sie nötig haben – der Fußball beschäftigt Sie ja weiter, oder? Und wie! Täglich melden sich Funktionäre steirischer Amateur-Vereine mit ihren Fragen, wie es weitergeht, wann wieder gespielt werden kann und auch: Wer ihnen wirtschaftlich hilft. Von Verbandsseite haben wir u. a. einen Infrastrukturtopf ins Leben gerufen, auch Soforthilfe wurde geleistet. In Summe entsprechen alle unterstützenden Maßnahmen 450.000 Euro. Neben der finanziellen Sorge herrscht auch große Sorge bei Eltern und Funktionären wegen der Nachwuchsspieler. Befürchtet wird, dass die Vereine viele fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche verlieren, weil nichts weitergeht. Es gilt zu hoffen, dass bald wieder gespielt und trainiert werden darf. Sind Sie als Verbandschef neutral oder gibt es einen Lieblingsklub? Eine Nähe gibt’s zum GAK, wo ich einst spielte. Aber auch mit Sturm arbeite ich oft sehr gut zusammen. International taugen mir die Arbeitervereine wie Liverpool oder Sankt Pauli. Passend für den Arbeiterkammer-Direktor ... Ha (lacht), richtig. Dort sind mein Team und ich ja aktuell auch sehr eingespannt, u. a. was die Organisation der vielen Kurzarbeitsanträge, Unterstützungen etc. angeht. Stichwort Arbeiterkammer: Was wären Sie denn gern, wenn Sie es sich aussuchen könnten? Irgendwie wollte ich immer Schriftsteller werden. Aber eigentlich nur für mich, ich verschriftliche Lebenseindrücke gern. Geld würd ich damit aber keines machen wollen, den Wunsch nach einer Literaten-Karriere verfolge ich nicht. Gibt es trotzdem einen Wunsch, den Sie noch verwirklichen wollen? Meinen Enkel will ich aufwachsen sehen. Und Ausgeglichenheit finden. Nach dem Motto: Suche nicht den Luxus im Überfluss, sondern finde ihn im Notwendigen. PHILIPP BRAUNEGGER Wolfgang Bartosch (geb. am 27. 12. 1957) ist beruflich Direktor der Steirischen Arbeiterkammer, in der er seit 1981 beschäftigt ist. Seit 2011 übt er das Amt des Präsidenten des Steirischen Fußballverbands aus. Bartosch lebt in Graz, hat einen Sohn und einen Enkel.

2021