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10. Februar 2021

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- Wetzelsdorf: Künstler füllen Grünflächen mit Nutzpflanzen - Postgarage: Trotz Bleiberecht Kampf ums Überleben - Vizebürgermeister Mario Eustacchio im Interview - Martin Auer, Eisperle, Dean & David: Grazer Investitionen in neue Filialen und Hauptquartiere - Neues Modelabel in Graz - Hart bei Graz: Faschingsumzug im Internet

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6 graz www.grazer.at 10. FEBRUAR 2021 Überhaupt wünsche ich mir generell mehr Pragmatismus und weniger Emotion, wenn es um Corona geht. Weil derzeit wird irrsinnig viel mit Emotion gearbeitet. Man darf die Bedrohung nicht leugnen, aber man darf eben auch keine Angst verbreiten. Wenn jemand Angst hat, muss man versuchen ihm diese zu nehmen, aber ohne Freiheitseinschränkung des Menschen. Wenn Sie den Grazern nur ein einziges Wahlversprechen geben könnten, welches wäre das? Eustacchio: Den sukzessiven Ausbau unserer Gemeindewohnungen, um das Angebot für die Menschen aufrecht zu erhalten. Das haben wir in dieser Periode geschafft und das werden wir weiter schaffen. Wir haben 500 Wohnungen gebraucht und 600 bauen wir. Es gilt, das überhaupt für die nächsten Jahre und Jahrzehnte aufrecht zu erhalten. Wir schaffen es, allen Menschen, die wirklich eine Wohnung benötigen, auch eine Wohnung zu geben. Das wir das können, haben wir in den letzten Jahren bewiesen. Wie viele Gemeindewohnungen werden wir denn in den nächsten Jahren brauchen? Eustacchio: Das ist schwierig zu sagen, weil du nie weißt wie die Entwicklung vonstatten geht. Wir haben zum Beispiel vor dem Lockdown des letzten Jahres gemerkt, dass die Nachfrage geringer geworden ist. Und danach ist sie extrem angestiegen. Menschen, die einen Anspruch auf eine städtische Wohnung gehabt hätten, haben sich vor dem Lockdown trotzdem selbst eine Wohnung gekauft oder gemietet. Jetzt kommt aber der Sicherheitsgedanke ins Spiel und viele nehmen lieber die sichere Gemeindewohnung, obwohl sie das Geld für eine eigene hätten. Aber das ist doch nicht der Sinn einer Gemeindewohnung, die ja für sozial schwächere Bürger gedacht sind, oder? Wir haben in dieser Legislaturperiode so viel weitergebracht wie noch in keiner Periode zuvor.“ Vizebürgermeister Mario Eustacchio ist stolz auf die Arbeit der Schwarzblauen Regierung. Eustacchio: Doch schon, das ist sogar genau das, was wir wollen. Gemeindewohnungen haben ein bisserl das Image, dass sie nur für arme und sozial schwache Leute sind. Dieses Bild haben die Kommunisten in Graz ja auch jahrzehntelang gepflegt. In Wien ist das zum Beispiel ganz anders, da findet niemand was dabei, in einer Gemeindewohnung zu leben. Wir haben ganz bewusst damit begonnen hier einen Imagewandel zu vollziehen. Man muss nicht arm sein, um Anspruch zu haben. Gemeindewohnungen sollen auch für den Mittelstand völlig normal sein. Und das haben wir geschafft. Die neu geschaffenen Vergaberichtlinien, haben aber auch für Kritik gesorgt, da sie es unter anderem Asylberechtigten deutlich erschweren, eine Wohnung zu bekommen. Eustacchio: Wir haben doch bitteschön die Verpflichtung als Stadt Graz jenen Menschen eine Wohnung zur Verfügung zu stellen, die schon länger da leben. Und nicht einem, der kommt und sagt: „Ich bin jetzt da, ich will eine Wohnung.“ Da geht‘s nicht um den guten oder bösen Ausländer, da geht es um jeden Menschen, der in Österreich ist. Niemand kann nach Graz kommen und sofort eine Gemeindewohnung kriegen. Natürlich ist mir dieser Nebeneffekt aber nicht unrecht, sag ich ganz ehrlich, weil wir in den Gemeindewohnungen immer extrem viele Probleme mit starker Dominanz von ausländischen Gruppen haben, die sag ich einmal eine andere Lebensart haben. Ein, zwei sind gar kein Problem, aber je mehr dort sind, desto problematischer wird es, das zeigt die Erfahrung. Themenwechsel: Wer wird denn der nächste Bürgermeister und wer wird Vizebürgermeister? Eustacchio: Die ÖVP wird in welcher Dimension auch immer die stärkste Partei bleiben, da müssen wir nicht diskutieren. Danach ist vieles möglich. Ich schließe aus, dass Nagl mit den Kommunisten koalieren würde. Es gibt für mich die Blauen und es gibt die Grünen. Einer wird‘s werden. Da geht es dann nur noch um Inhalte – mit wem man die Ziele besser umsetzen kann. Grundsätzlich traue ich mich aber zu sagen: wir haben in dieser Periode so viel weitergebracht wie noch in keiner zuvor weitergebracht wurde. Wer wird denn das für die FPÖ verhandeln? Eustacchio: Ich. Egal, wie die Wahl ausgeht? Eustacchio: Schauen Sie, die Wahl wird für die FPÖ unter schweren Vorzeichen stattfinden. Wir sind in der Bundesregiernug nicht mehr vertreten, bei anderen Wahlen sind wir auch für Ibiza und Co abgestraft worden. Ich könnte mir vorstellen, dass wir jetzt langsam wieder aufbauen können, aber da muss ein alter Hase wie ich, mit einem gewissen Bekanntheitsgrad in eine Wahl gehen. Einen Neuen würde man in so einer Situation nur verheizen. Außerdem macht mir die politische Arbeit in meiner Heimatstadt nach wie vor großen Spaß!

10. FEBRUAR 2021 www.grazer.at graz 7 C H R O N I K Blaulicht Report ✏ julian.bernoegger@grazer.at 47-Jähriger vor Flammen gerettet ■ Gestern Nachmittag rettete die Feuerwehr einen 47-jährigen Grazer aus seiner Wohnung im Bezirk Gries. Der Mann dürfte eine Zigarette in den Aschenbecher neben seiner Couch gelegt haben, danach ging er in die Küche. Die Zigarette fiel in der Zwischenzeit wahrscheinlich aus dem Aschenbecher und entzündete das Sofa und danebenstehende Elektrogeräte. Ein Rauchmelder schlug Alarm, die Grazer Berufsfeuerwehr rückte sofort aus. Die Flammen versperrten dem Mann den Ausweg, er konnte seine Wohnung nicht mehr verlassen. An einem Fenster konnte er die Feuerwehr auf sich aufmerksam machen. Gestern Nachmittag brannte dieses Sofa in der Wohnung eines 47-Jährigen aus dem Bezirk Gries, die Feuerwehr konnte ihn retten. BF GRAZ Die Florianis brachen die Wohnungstüre auf, ein Atemschutztrupp drang in die brennende Wohnung vor, rettete den Grazer und löschte das Feuer. Der Mann wurde mit einer Rauchgasvergiftung ins LKH West eingeliefert und stationär aufgenommen. Tonne gesprengt: Zeugen gesucht ■ Wie berichtet, jagten Unbekannte am Samstag in der An- nenstraße eine Mülltonne aus Metall in die Luft. Die Explosion war so stark, dass die 40 Kilo schwere Tonne aus ihrer Verankerung gerissen wurde, einzelne Metallteile flogen bis zu 50 Meter weit. Die Ermittler der Polizei wenden sich nun mit einem Zeugenaufruf an die Öffentlichkeit: Gesucht werden eine schwarz gekleidete Frau und ein etwa 10-jähriges Mädchen mit einem schwarzen Rucksack und einer Zopffrisur. Die beiden Personen hielten sich zum Tatzeitpunkt gegen 19.30 Uhr in einem Wagen der Straßenbahnlinie sechs auf. Die Polizei geht davon aus, dass sie die Explosion gesehen haben und bitten sie, sich unter 059-1336584 bei der Polizeiinspektion am Hauptbahnhof zu melden. Betrunkener (24) baute Unfall ■ Ein 24-jähriger Autolenker verursachte gestern Nachmittag im Bezirk Gries einen Verkehrsunfall und beging anschließend Fahrerflucht. Der Mann fuhr einem 57-jährigen Autofahrer an einer roten Ampel hinten auf und flüchtete daraufhin mit seinem Beifahrer (28). Die Polizei forschte den Mann aus, er war mittelgradig alkoholisiert. Zudem besitzt er gar keinen Führerschein, der Pkw gehört eigentlich der Freundin des Beifahrers und wurde unbefugt von den Männern benutzt. Die beiden werden wegen mehrerer Vergehen angezeigt.

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