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1. Jänner 2022

- Grazer Baustellen 2022: Megastaus und Aus für Fleckerlteppiche - Interview mit Kastner-Vorstand Martin Wäg - Stadt Graz rüstet sich für die Impfpflicht - Grazer Eissportvereine finanziell stark belastet - Im Sommer startet das Grazer Jahr für Kinder

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6 graz www.grazer.at 1. JÄNNER 2022 K O M M E N T A R von Verena Leitold ✏ verena.leitold@grazer.at Jetzt besonders auf die Kinder aufpassen D iese Woche hat der Verfassungsgerichtshof entschieden, dass die Verordnung des Grazer Bürgermeisters vom 3. April 2020, mit der das Betreten von Sport- und Kinderspielplätzen verboten wurde, gesetzeswidrig war. Die Verordnung sei laut VfGH hinsichtlich der Gründe nicht hinreichend dokumentiert gewesen. Und auch wenn es sich dabei nur um eine juristische Spitzfindigkeit handelt – denn in anderen Städten war das Spielplatzverbot ja sehr wohl durchgegangen –, der Entscheid beschreibt die Entbehrungen, mit denen vor allem auch Kinder und Jugendliche in den letzten Monaten – und mittlerweile schon fast Jahren – der Pandemie leben mussten, und werfen die Frage auf: War es das wert? Tafelklassler, die sich auf die Schule gefreut hatten, durften den Schulalltag gar nicht wirklich kennenlernen, Einzelkinder waren von sozialen Kontakten zu Gleich altrigen abgeschnitten, Teenager durften nicht unbeschwert sein, sondern mussten viel schneller erwachsen werden. Dass die Stadt Graz jetzt ein Jahr der Kinder und Jugendlichen mit vielen Schwerpunkten setzen möchte, ist da nur zu begrüßen (siehe Seiten 8/9). Denn wir sollten jetzt daran arbeiten, etwas zurückzugeben – damit wir nicht bald auch ein Jahr der psychischen Gesundheit brauchen. Stadt Graz rüstet sich für die Impfpflicht ES WIRD ERNST. Zur Vollziehung der Impfpflicht sucht die Stadt Graz 20 Rechtsreferenten. Diese sollen auch Einsprüche und Exekutionen bearbeiten. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Ab Februar soll es in Österreich für alle über 14-Jährigen eine allgemeine Impfpflicht gegen Covid-19 geben. Insgesamt sollen bis zu 3600 Euro an Strafe möglich sein. „9000 Verfahren werden jedes Jahr über das Strafreferat abgewickelt. Mit der geplanten Impfpflicht könnte es sein, dass es bis zu 40.000 werden – und das im Quartal“, so KPÖ-Stadtrat Manfred Eber. Das stellt die Behörden vor enorme Herausforderungen. Deshalb werden in der Stadt Graz jetzt Mitarbeiter zum Vollzug der Impfpflicht gesucht – insgesamt sind 20 Vollzeit-Stellen ausgeschrieben. In der Bau- und Anlagenbehörde braucht man diese zusätzlichen Rechtsreferenten, um der erwarteten Flut an Verwaltungsstrafen, aber auch der Einsprüche Herr zu werden. Konkret sollen die neuen Mitarbeiter Strafverfügungen auf Basis des Bundesgesetzes über die Impfpflicht gegen Covid-19 abwickeln, Einsprüche gegen diese bearbeiten, Straferkenntnisse erstellen und bei nicht erfolgter Zahlung der Strafen in letzter Konsequenz auch Exekutionen veranlassen. Von den Bewerbern erwartet man sich eine Matura bzw. abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung sowie Erfahrung im Umgang mit gängigen Microsoft-Programmen – insbesondere Word und Excel. Kandidaten mit gültigem 2-G-Nachweis werden bevorzugt. Außerdem sind eine österreichische Staatsbürgerschaft (gesetzliche Einschränkung laut Inländervorbehalt) sowie ein einwandfreies Vorleben Grundvoraussetzung. Bezahlt werden 2373 Euro brutto pro Monat bei einem Beschäftigungsausmaß von hundert Prozent. Bewerben kann man sich bis einschließlich 9. Jänner unter https://www.graz. at/cms/ziel/8384953. Dienstantritt soll idealerweise am 14. Februar sein. Die Impfstraße bei der Grazer Messe hat heute geschlossen. Ab morgen werden wieder erste, zweite und dritte Stiche durchgeführt – auch ohne Anmeldung. LUEF Impfpflicht: Fakten ■ Aufgrund der niedrigen Durchimpfungsrate in Österreich haben sich ÖVP, Grüne, SPÖ und Neos auf eine allgemeine Impfpflicht geeinigt. ■ Diese soll am 1. Februar bis geplant Jänner 2024 in Kraft treten. ■ Betroffen sind alle Personen ab dem 14. Lebensjahr, die in Österreich ihren Wohnsitz haben. ■ Ausgenommen sind: Schwangere, Kinder, Personen, die nicht geimpft werden können, Genesene (für 180 Tage) ■ Vierteljährlich sind „Impfstichtage“ festgelegt. Wer zu diesem Zeitpunkt nicht geimpft ist, bekommt eine Strafverfügung von bis zu 600 Euro. ■ Die Impfpflicht wird nicht mit physischem Zwang durchgesetzt. ■ Neue wissenschaftliche Erkenntnisse können nachträglich per Verordnung berücksichtigt und neue Impfstoffe ergänzt werden. derGrazer IMPRESSUM: „der Grazer“ – Unabhängige Wochenzeitung für Graz und Umgebung | Erscheinungsort: Graz | HERAUSGEBER & MEDIENINHABER: Media 21 GmbH, Gadollaplatz 1, 8010 Graz; Tel. 0 316/23 21 10 | GESCHÄFTSFÜHRUNG/REDAKTION: Gerhard Goldbrich | ASSISTENZ & MARKETING: Silvia Pfeifer (0664/80 666 6641) | CHEFREDAKTION/PROKURA: Tobit Schweighofer (DW 2618) | REDAKTION: Verena Leitold (Leitung E-Paper & Online, 0664/80 666 6691), Vojo Radkovic (0664/80 666 6694), Valentina Gartner (0664/80 666 6890), Fabian Kleindienst (0664/80 666 6538), Julian Bernögger (0664/80 666 6690), Birgit Schweiger (Lektorat, 0650/2540976), Redaktion -Fax-DW 2641, redaktion@grazer.at | ANZEIGENANNAHME: Fax 0 316/23 21 10 DW 2627, verkauf@grazer.at | VERKAUF: Michael Midzan (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6891), Selina Gartner (Verkaufsleitung, 0664/80 666 6848), Robert Heschl (0664/80 666 6897), Mag. 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1. JÄNNER 2022 www.grazer.at graz 7 Eissport in Graz: Teure Hallen, günstige Teiche Während sich ein KPÖ-Gemeinderat für mehr Förderungen im Eissport einsetzt, wartet man bei Grazer Teichen darauf, dass das Eis erst einmal friert. GETTY EISIG. Grazer Eissportvereine werden durch die Preise für die Eishallen finanziell stark belastet. Das Tarifsystem soll überarbeitet werden, fordert die KPÖ. Für Gelegenheits-Schlittschuhläufer gibt es günstige Möglichkeiten dank Teichen. Der Aita-Teich in St. Peter ist nun auch zugelassen, das Eis allerdings noch nicht gefroren. Von Julian Bernögger und Valentina Gartner redaktion@grazer.at Eissport ist in Graz sehr beliebt. Doch die Kosten, um die Hallen zu mieten, stellen die Sportvereine oft vor eine finanzielle Herausforderung. „Die größte Sorge ist: Wie bestreite ich das finanziell,“ erklärt Klaus Turin von der Eissportsektion des ATSE. „Es wäre natürlich immens wichtig, wenn hier eine Entlastung für die Vereine käme, damit die Eiszeiten spürbar billiger werden.“ Marina Kögl vom Eissportclub Graz sieht das ähnlich: „Wir müssen einen Großteil der Kosten auf die Läufer umwälzen, sonst könnten wir das nicht bezahlen.“ Der Grazer KPÖ-Gemeinderat Christian Sikora will sich der Thematik nun annehmen und hat im Gemeinderat einen Antrag eingebracht, um die Vereine besser zu fördern. In dem Antrag fordert Sikora, das bestehende Tarifsystem zu evaluieren und es für kleinere Vereine attraktiver zu machen. Außerdem soll ein Eissportgipfel einberufen werden, an dem alle Grazer Vereine teilnehmen. „Ich stehe der Idee positiv gegenüber“, sagt Klaus Turin. Er würde sich auch über günstigere Eiszeiten freuen: „Natürlich würden wir das begrüßen. Es würde uns einiges an Kopfweh nehmen, gerade bei der Kalkulation für die Mitgliedsbeiträge der Kinder. Wir versuchen, viele Kinder in den Nachwuchs zu bringen.“ Nach dem großen Mitgliederschwund, der in der Pandemie viele Sportvereine betraf, ist die Zahl der Mitglieder in der Eissportsektion des ATSE nun wieder auf einem ähnlich hohen Niveau wie zuvor. Auch beim Grazer Eissportclub ist das Interesse groß: „Es gibt so viele Leute, die Eislaufen lernen wollen, und wir wissen nicht, wie wir sie unterbringen sollen“, beklagt Marina Kögl. Ein weiteres Problem sei auch, dass die Eiszeiten, die der Verein be- kommt, zu früh am Tag und zu kurz seien. Aita-Teich zugelassen Auf Grazer Naturteichen hingegen sieht es etwas rosiger aus, denn hier muss nur das Wetter mitspielen, ansonsten ist die Benützung unter Einhaltung gewisser Regeln teilweise kostenlos und auf eigene Gefahr. Große Freude herrscht gerade in St. Peter bei dem Aita-Teich, da sind nämlich kürzlich die Hinweistafeln von der Abteilung Grünraum und Gewässer aufgestellt worden, die ein sicheres Eislaufen wieder ermöglichen. Der Aita-Teich wurde ja erst aufwendig umgebaut und ein Retentionsbecken wurde integriert, bis zuletzt gab es heftige Diskussionen, ob man ihn überhaupt wieder zum Eissport freigeben möchte. Dank einer Kompromisslösung wird die Tradition nun weitergeführt – zumindest sobald das Eis dick genug ist. Damit Eisläufer und Stockschützen den Aktivitäten im Winter vollstens nachgehen können, hat der Bezirksrat rund um den ehemaligen Bezirksvorsteher Peter Schröttner zwei mobile Toiletten organisiert, die im oberen Bereich des Vereinslokals der Eisstockschützen aufgestellt wurden. Um auf einem Naturteich Schlittschuhlaufen zu gehen, muss das Eis dick genug sein. Erfahrungsgemäß frieren die Teiche von Februar bis März. Grazer Naturteiche ■ Eislaufplatz Mariatrost: stark wetterabhängig, war im Dezember bereits befahrbar, derzeit wieder geschlossen ■ Hilmteich: stark wetterabhängig, derzeit geschlossen ■ Aita-Teich: stark wetterabhängig, derzeit geschlossen ■ Bad Weihermühle in GU: stark wetterabhängig, derzeit geschlossen

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