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1. August 2021

- Plastikrasen und Steine: Geht so Klimaschutz? - Hickhack zwischen Robert Krotzer und JVP - Kultur-Promis geben Büchertipps - Raser-Problem in Laßnitzhöhe - GAK Juniors gewinnen Stadtpokal

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8 graz www.grazer.at 1. AUGUST 2021 „Grazer“-Lesetipps LESEN. Sommerzeit ist Urlaubszeit, und da darf das passende Lesevergnügen nicht fehlen. Wir haben Grazer Kultur-Promis um Buchtipps gebeten. Beim Schloss Eggenberg öffnen sich heute mehr Türen als sonst.HARRY SCHIFFER Fest im Schloss Eggenberg ■ Am heutigen 1. August lädt das Schloss Eggenberg bei freiem Eintritt wieder zu einem großen Fest für Alt und Jung. Das Schloss mit seinen kostbaren musealen Sammlungen – Prunk räume, Alte Galerie, Archäologiemuseum und Münzkabinett – und der Park zeigen sich in aller Pracht und Vielfalt, diesmal unter dem Motto „Gold“. Beim Open House gibt es zahlreiche Führungen zu besonderen Themen und Orten, die sonst oft nicht zugänglich sind. Vortragsabend zu Trinkwasser ■ Der Vorsitzende des Verbandes Österreichischer Wirtschaftsakademiker (VÖWA) in der Steiermark, Gert Heigl, lud mit dem Obmann des Steirischen Wasserversorgungsverbandes Bruno Saurer zur Diskussionsveranstaltung. Thema war eine zukunftssichere Trinkwasserversorgung, wofür viel in Infrastruktur investiert wird. Auf einen verregneten Mai folgte ein heißer Juni – und seitdem lassen uns die Sommertage keine Ruhe mehr. Kein Wunder, dass man auch in Graz vielfach schon seit Wochen in Urlaubsstimmung ist. Wie jedes Jahr suchen viele Grazer wieder den Weg ans Meer, aber auch an die heimischen Badeseen. Was dabei keinesfalls fehlen darf: Die passende Lektüre für den Strandbesuch – immerhin kommt es doch viel zu selten vor, dass man sich mal wirklich auf ein gutes, spannendes Buch fokussieren und alle sonstigen Sorgen vergessen kann: kein Job, kein Haushalt, keine anderen Planungen. Dementsprechend wichtig ist auch die Wahl des passenden Urlaubsbuchs. Damit dabei heuer ganz sicher nichts schiefgeht, „Eine runde Sache“ von Tomer Gardi empfiehlt der Leiter des Grazer Literaturhauses Klaus Kastberger. „Mit seinem neuen Buch geht Tomer Gardi dem Bruch in seiner Existenz als Schriftsteller nach. Das Buch hat zwei völlig unterschiedliche Teile. Der erste Abschnitt ist in jenem Broken German verfasst, für das der israelische Autor mittlerweile berühmt ist. Zentral in ihm ist der Deutsche Schäferhund Rex, der den Ich- Erzähler verfolgt, dann aber doch noch gebändigt wird. Die zweite Geschichte ist eine Nacherzählung der Lebensgeschichte des javanischen Prinzen Raden Saleh Syarif Bustaman (1811–1880).“ CLARA WILDBERGER haben wir uns bei Grazer Literatur- und Kulturpersönlichkeiten umgehört und ihre Lesetipps für den Urlaub gesammelt. FAB, VOJO, TS „Mein Lieblingstier heißt Winter“ von Ferdinand Schmalz empfiehlt die Leiterin des Drama-Forums der Kulturinitiative uniT Edith Draxl. „Das Buch (Debütroman des Bachmann- Preisträgers, Anm.) ist ungewöhnlich, sowohl in formaler als auch inhaltlicher Hinsicht. Es verbindet hohe Erzählkunst mit einem spannenden Krimiplot.“ „Greta und Jannis“ von Sarah Kuratle empfiehlt Manuskripte-Herausgeber Andreas Unterweger. „Ein Liebesmärchen von ganz eigenem, alpinem Charme – zeitlos und zeitgenössisch zugleich. My heart is in the highlands!“ Eine Leseprobe gibt es auch in der kommenden Ausgabe der manuskripte. KK NIKOLAUS LACKNER „Was man sät“ von Marieke Lucas Rijneveld empfiehlt die Grazer Autorin Valerie Fritsch. „Eine düstere, skurrile, ungewöhnliche Geschichte über Verlust und Heranwachsen aus Kinderaugen, in der feinsten Sprache, die ich seit langem in einem Buch gelesen habe.“ „Die Selbstgerechten“ von Sahra Wagenknecht empfiehlt der Grazer Kabarett- Star Paul Pizzera. „Ich habe die Autorin auf meiner Deutschland-Tour kennengelernt und das Buch liest sich sehr angenehm, es ist gescheit geschrieben. Schwere Kost leicht verpackt. Mein Favorit. Ein zweiter Tipp wäre das Buch des Schweizer Schriftstellers und Drehbuchautors Thomas Meyer ,Trennt Euch‘. Ein philosophischer Essay über Beziehungen, warum diese schieflaufen und man lange Zeit ein ,totes Pferd reitet‘ und warum man Beziehungen lieber lassen und sich das nicht antun sollte.“ MARTIN SCHWARZ ULLI RAUCH

1. AUGUST 2021 www.grazer.at Initiative fordert Radar: graz 9 Raserproblem in Laßnitzhöhe ZU SCHNELL. Eine von einer Bürgerinitiative beauftragte Verkehrsmessung belegt viele Raser in der Kapellenstraße. Nun fordert man ein Radar und kritisiert den Bürgermeister. Der versteht die Aufregung nicht. Von Fabian Kleindienst fabian.kleindienst@grazer.at Raser in der Kapellenstraße in Laßnitzhöhe sorgen für Aufregung bei Anrainern. Seit Jahren klagt man darüber, dass sich kaum Autofahrer an die dort geltende 30er-Beschränkung halten, nun hat sich auf Initiative von Alfred Dirry und Angela Meister (auch SPÖ-Vorsitzende) eine Bürgerinitiative gegründet. „Viele kürzen ihren Weg nach Hart bei Graz, Raaba-Grambach oder Graz durch die obere Kapellenstraße ab, statt den längeren Weg durch die Hauptstraße zu nutzen“, erklärt Dirry. „Wir haben jetzt auf eigene Kosten eine Verkehrsmessung vom Kuratorium für Verkehrssicherheit durchführen lassen.“ Das Ergebnis der einwöchigen Messung: Fast 90 Prozent der über 10.000 Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs. Die Initiative wünscht sich nun ein Radargerät, die örtliche Polizei hätte in einem ersten Schritt schon vermehrte Kontrollen zugesichert. Streit im Ort Bürgermeister Bernhard Liebmann, dem die Initiative vorwirft, auch wegen des Zufahrtsverkehrs zu seinem Hotel kein Radargerät anschaffen zu wollen, versteht die Aufregung nicht: „Über 60 Prozent der gemessenen Übertretungen waren nur im Bereich von bis zu 10 km/h – das passiert an dieser abschüssigen Stelle relativ leicht. Und man muss auch an die Eigenverantwortung der Fahrer appellieren, die haben ja alle einen Führerschein.“ Man habe aber trotzdem reagiert und Warnschilder sowie eine Tafel zur Geschwindigkeitsmessung aufgestellt. „Die Beschwerde kommt von jemandem, der erst vor kurzem hergezogen ist und in der Gemeinde noch nichts beigetragen hat. Wenn man etwas will, wäre der richtige Weg über die Gemeinde, statt das über die Medien auszutragen“, so Liebmann. In der Kapellenstraße in Laßnitzhöhe fahren laut Messung viele zu schnell. LUEF Innenhöfe werden revitalisiert ENTSIEGELUNG. Die Innenhofberatungsstelle der Stadt und eine Förderschiene zur Revitalisierung werden im Rahmen der Grünraumoffensive wieder aufgenommen. 2008 wurden vier Höfe attraktiviert. Von Verena Leitold verena.leitold@grazer.at Nachdem es im dicht verbauten Stadtgebiet schwierig sein wird, die angestrebten zehn Quadratmeter öffentliche Freifläche pro Einwohner ausschließlich durch den Ankauf von neuen Flächen zur Verfügung zu stellen, sind weitere Maßnahmen erforderlich“, so Bürgermeister Siegfried Nagl kürzlich in einer Anfrage- Beantwortung. Wie von Grünen- Gemeinderätin Andrea Pavlovec-Meixner im Oktober 2020 gefordert, wird ein Förderungsprojekt für die Revitalisierung von Innenhöfen, das es bereits in den Jahren 2007 und 2008 gegeben hat, wieder aufgenommen. Vier Innenhöfe wurden damals durch Entsiegelung, Pflanzungen und Kinderspielplätze attraktiviert. Planung und Umsetzung fanden gemeinsam mit den Hausgemeinschaften in Bürgerbeteiligung und Workshops statt. Die zuständigen Fachabteilungen des Magistrats arbeiten nun an der Wiederaufnahme einer Innenhofberatungsstelle, begleitend mit einer neuen Förderschiene. Dafür gelte es noch neue „Spielregeln“ auszuarbeiten. Das Projekt soll auf alle Fälle über die stadteigenen Medien – etwa die BIG und die Innenhofbroschüre „Urbane Oasen“ – beworben werden. „Angesichts der durch den Klimawandel geänderten Rahmenbedingungen wird es sicherlich großes Interesse geben, an der Neuauflage des Innenhof-Projekts mitzumachen“, freut sich Pavlovec-Meixner. Grün, Spielplatz und Verweilmöglichkeiten: Dieser Innenhof wurde im Rahmen des ursprünglichen Projekts vor mittlerweile 13 Jahren revitalisiert. ARGE HOFREVITALISIERUNG

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