4 Kunst & Glaube: Ein Blick in den idyllischen Vatikan abseits der Massen Text: Verena Leitold In wenigen Wochen spricht Papst Franziskus vor tausenden Gläubigen wieder den traditionellen Ostersegen „Urbi et orbi“ am Petersplatz. Trotz der Menschenmassen, die tagtäglich durch den kleinsten Staat der Welt strömen, gibt es dort noch immer idyllische Orte voller Ruhe - Bischof Krautwaschl und Rom-Experte Hasenhütl verraten ihre Geheimtipps. Getty (5) Begehbare Geschichte Es gibt kaum jemanden, der die imposante Kuppel des Petersdoms nicht kennt. Kaum jemanden, der die beiden Finger aus Michelangelos „Erschaffung Adams“ aus der Sixtinischen Kapelle noch nicht gesehen hat. Aber nicht nur kunstgeschichtlich ist der Vatikan von großer Bedeutung - der kleinste Staat der Welt ist das Zentrum von rund 2,26 Milliarden Gläubigen weltweit, in gewisser Weise der Nabel des Christentums. „Ich finde faszinierend, wie unsere Glaubensgeschichte sich in dieser Stadt ablesen und begehen lässt“, ist auch Bischof Wilhelm Krautwaschl fasziniert. Und genau deshalb kommen jedes Jahr an die 19 Millionen Menschen in den Vatikan. Frühaufsteher sind klar im Vorteil Wer nicht mit dem Strom an Touristen schwimmen und sich ein bisschen Ruhe gönnen möchte - ja, das ist tatsächlich möglich! -, verzichtet am besten auf das Frühstück und kommt schon sehr zeitig. „Einen Tag im Vatikan beginnt man am besten um 7 Uhr früh“, rät Franz Hasenhütl, Lehrer für Religion und Latein am Akademischen Gymnasium in Graz, der auch die Romführer „Nahaufnahme Rom“ und „Vatikan kompakt“ verfasst hat. „Ab 9 Uhr treffen die großen Touristengruppen ein und die Wartezeit kann im schlimmsten Fall durchaus einige Stunden in Anspruch nehmen.“ Ab 8 Uhr ist der Aufgang zur Kuppel des Petersdoms möglich und man kann ohne großes Gedränge von der Aussichtsplattform auf den Petersplatz, den Apostolischen Palast, die Sixtinische Kapelle und die Vatikanischen Museen, die Vatikanischen Gärten, die Audienzhalle, den Campo Santo und das Gästehaus Santa Marta, wo Papst Franziskus wohnt, blicken. Frühstück am Dach des Petersdoms Beim Abstieg empfiehlt sich ein Zwischenstopp auf dem Dach des Petersdoms. „In der kleinen Cafeteria, ZWEI WELTEN Im Vatikan treffen Kunst- und Glaubensgeschichte aufeinander. Rechts oben: Die doppelschalige, 16-eckige Hauptkuppel des Petersdoms geht auf die Pläne von Michelangelo zurück. Rechts unten: Weltbekannt ist auch seine „Erschaffung Adams“, die in der Sixtinischen Kapelle zu sehen ist.
5 die leicht zu übersehen ist, kann man sein Frühstück absolut kostengünstig nachholen“, gibt Hasenhütl einen Insider-Tipp. Außerdem hat man über die Statuen der zwölf Apostel einen super Ausblick zum Kaffee. Viele Besonderheiten zu entdecken Nach dem Abstieg kommt man direkt in den Petersdom, wo die Besichtigung der Pietà des Michelangelo Pflicht ist. Der Zugang zur Nekropole, der antiken Totenstadt mit dem ursprünglichen Grab des Petrus unter dem Fußboden, ist aus konservatorischen Gründen nur 250 Personen pro Tag möglich. Auf der Homepage des Vatikans kann man schriftlich anfragen - im besten Fall schon Monate im Voraus. Zurück auf dem ellipsenförmigen Petersplatz gibt es aber ebenfalls ein paar Besonderheiten zu entdecken. „Eine in den Boden eingelassene Gedenkplatte zur Erinnerung an den Ort des Attentats auf Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 findet sich rechts vom Obelisken Richtung Eingang.“ Insider-Tipp BISCHOF WILHELM KRAUTWASCHL Anbetungskapelle Ein Fixpunkt meiner Aufenthalte in Rom ist die Anbetungskapelle im Petersdom. Hier wird einfach gebetet, vor Gott das Leben und die Welt, Freude und Leid hingelegt. Ich finde faszinierend, wie unsere Glaubensgeschichte sich in dieser Stadt ablesen und begehen lässt. Alle, die einmal den Petersdom mit seinen Kolonnaden gesehen haben, nehmen diese einladende Schönheit und Historie mit nach Hause, um eines Tages wiederzukehren – in die ewige Stadt. Christian Jungwirth
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